Rüstung ist für einige nachhaltige Fonds kein Tabu mehr. / Foto: Pixabay

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Nachhaltige Fonds investieren häufiger in Rüstung

Als nachhaltig gekennzeichnete deutsche Aktienfonds haben in diesem Jahr ihre Rüstungs-Investments spürbar aufgestockt. Hintergrund sind gelockerte Branchenrichtlinien – und die Hoffnung auf Wertsteigerungen.

Der Anteil von Wertpapieren aus dem Bereich „Rüstung, Luft- und Raumfahrt“ in aktiv gemanagten deutschen Aktienfonds, die nach Artikel 8 der EU-Offenlegungsverordnung als nachhaltig gelten wollen, ist im ersten Halbjahr 2025 von 0,8 auf 1,3 Prozent gestiegen. Das geht aus einer Analyse des deutschen Fondsverbands BVI hervor. Bei Artikel-9-Fonds, die strengere Kriterien erfüllen müssen und bis Ende 2024 überhaupt keine Rüstungsaktien enthielten, liegt die Rüstungsquote mittlerweile bei 0,2 Prozent.

Die Fondsbranche schielt auf Wertgewinne

Möglich macht diese Investments das neue ESG-Zielmarktkonzept des BVI, das Rüstungsfinanzierung nicht mehr ab einem Umsatzanteil von 10 Prozent pauschal als nicht nachhaltig bewertet. Das Zielmarktkonzept orientiert sich an entsprechenden, seit letztem Jahr geltenden EU-Leitlinien. Da Rüstungsaktien wie Rheinmetall sich seit Beginn des Ukrainekriegs überdurchschnittlich gut entwickelt haben, versuchen insbesondere große Fondsanbieter wie etwa die DWS und die Allianz, die Renditen ihrer hellgrünen Produkte durch den Kauf von Rüstungspapieren zu steigern (ECOreporter berichtete hier). Bei herkömmlichen Aktienfonds ist die Rüstungsquote in der ersten Jahreshälfte noch stärker gestiegen: von 2,0 auf 3,6 Prozent.

Mehrere streng nachhaltige deutsche Banken hatten im April ein Positionspapier dazu veröffentlicht, warum sie Rüstung als notwendig, aber nicht als nachhaltig einstufen (mehr dazu erfahren Sie hier). Zudem fordern nachhaltige Finanzhäuser eine Verschärfung bei der Definition von kontroversen Waffen.

Lesen Sie auch das ECOreporter-Dossier Waffen im nachhaltigen Depot?.

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