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Immer mehr Rüstungsaktien in nachhaltigen Fonds
Als nachhaltig gekennzeichnete Fonds und ETFs investieren zunehmend in Aktien von Rüstungsunternehmen. Das geht aus einer neuen Studie des Analysehauses Morningstar Sustainalytics hervor. Aber es gibt auch Anbieter, die sich dem Trend konsequent verweigern und sogar noch strengere Ausschlusskriterien fordern.
Die Investments europäischer Nachhaltigkeitsfonds in den Verteidigungssektor haben sich laut Morningstar seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine 2022 fast verdreifacht. Vor allem in hellgrünen Fonds, also Produkten, die nach Artikel 8 der EU-Offenlegungsverordnung Nachhaltigkeitsaspekte lediglich „berücksichtigen“, stecken demnach mittlerweile deutlich mehr Rüstungsaktien.
Das Grün verblasst
Nach Angaben von Morningstar waren zuletzt ungefähr 43 Prozent der europäischen Nachhaltigkeitsfonds in Rüstung investiert. Bei nicht nachhaltigen Produkten liegt die Quote mit 56 Prozent nicht weit darüber. Auch die Höhe der Investments gleicht sich immer mehr an: Aktiv gemanagte nachhaltige Fonds hatten im März durchschnittlich 1,9 Prozent ihres Vermögens im Bereich Rüstung angelegt, bei herkömmlichen Fonds waren es 2,3 Prozent.
Begünstigt wird diese Entwicklung dadurch, dass die Europäische Kommission Rüstung mittlerweile explizit als mögliches nachhaltiges Geldanlagethema einstuft. Fondsanbieter wie DWS oder Allianz haben deshalb bereits entsprechende Ausschlusskriterien gestrichen oder abgeschwächt (ECOreporter berichtete hier) und hoffen darauf, dass mehr Geld in ihre ESG-Produkte fließt, weil viele Rüstungsaktien in den letzten Jahren sehr gut gelaufen sind.
Andere herkömmliche Anbieter wie Union Investment oder die Deka wollen hingegen mit ihren nachhaltigen Fonds weiterhin nicht in Rüstung investieren. Und mehrere nachhaltige deutsche Banken hatten im April ein Positionspapier dazu veröffentlicht, warum sie Rüstung als notwendig, aber nicht als nachhaltig einstufen (mehr dazu erfahren Sie hier). Zudem fordern nachhaltige Finanzhäuser eine Verschärfung bei der Definition von kontroversen Waffen.
Lesen Sie auch das ECOreporter-Dossier Waffen im nachhaltigen Depot?.
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29.11.24
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