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Nikola plant nächste Kapitalerhöhung – Kurs stürzt ab
Der mit zahlreichen Schwierigkeiten kämpfende US-amerikanische Lkw-Hersteller Nikola braucht wieder mal frisches Geld. Eine Kapitalerhöhung und Anleihen sollen die klammen Kassen füllen. Für den Aktienkurs geht es einmal mehr abwärts.
Nikola plant die Ausgabe neuer Stammaktien im Umfang von 100 Millionen US-Dollar. Der Preis des öffentlichen Angebots soll bei 0,75 Dollar je Papier liegen.
Kaum Bestellungen, Probleme in der Produktion
Der Konzern kündigte zudem an, Wandelschuldverschreibungen mit Fälligkeit im Jahr 2026 auf den Markt bringen zu wollen. Diese sollen noch einmal 175 Millionen Dollar einbringen. Der Zinssatz wird bei 8,2 Prozent liegen – das hohe Zinsversprechen dürfte notwendig sein, damit das Angebot am Markt überhaupt auf Interesse stößt.
Die Ausgabe und der Verkauf der Stammaktien und Anleihen sollen am 12. Dezember abgeschlossen werden. Beide Angebote sind unabhängig voneinander.
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Das eigentliche Geschäft von Nikola, der Bau von Elektro-Lastwagen mit reinem Akkuantrieb und Wasserstoff-Brennstoffzelle, gestaltet sich weiter schwierig. Die Produktion der Wasserstoff-Fahrzeuge ist laut Unternehmen inzwischen angelaufen. Stand 2. November hat Nikola nach eigenen Angaben aber lediglich 277 unverbindliche Bestellungen von 35 Kunden. Und schon diese Zahlen wurden vom Unternehmen als Erfolg gemeldet.
Noch schlechter läuft es bei den batterieelektrischen Trucks. Hier rief Nikola im August sämtliche ausgelieferten Fahrzeuge wegen fehlerhafter Batteriepacks zurück und stellte auch den Verkauf neuer Lkws vorerst ein. Bei einigen Fahrzeugen hatten die fehlerhaften Batterien zuvor Feuer gefangen. ECOreporter berichtete hier.
Nikola will die Akkus nun ersetzen und rechnet damit, Anfang 2024 wieder mit der Auslieferung von Lkws beginnen zu können. Der Rückruf und die Reparatur werden das Unternehmen nach aktuellen Schätzungen rund 62 Millionen Dollar kosten.
Negativer Umsatz und hoher Verlust
Für das dritte Quartal 2023 meldete Nikola einen Umsatz von minus 1,7 Millionen Dollar. Der Nettoverlust weitete sich auf 425,8 Millionen Dollar aus, nach 236 Millionen Dollar im dritten Quartal 2022.
Nach Ankündigung der Kapitalmaßnahmen verlor die Nikola-Aktie Ende vergangener Woche 24 Prozent an Wert. Aktuell ist sie im Tradegate-Handel 1,8 Prozent im Plus zum Freitag und kostet 0,68 Euro (Stand: 11.12.2003, 10:47 Uhr). In den letzten zwölf Monaten ging es für die Aktie rund 69 Prozent abwärts. Seit dem Börsenstart im Juni 2020 hat sie 99 Prozent an Wert verloren.
Im Zuge des Wasserstoffhypes war Nikola an der Börse kurz nach Start der Aktie höher bewertet als der US-Autobauer Ford. Heute liegt die Marktkapitalisierung noch bei 657 Millionen Euro. Mehr als einen Dollar kostete die Nikola-Aktie an der US-Heimatbörse Nasdaq zuletzt Mitte November. Sollte sich das nicht ändern, droht der Aktie mittelfristig das Aus an der Nasdaq.
Auch im Tagesgeschäft sieht es für Nikola finster aus. Selbst wenn das Unternehmen seine Produktionsschwierigkeiten in den Griff bekommen sollte, ist die Nachfrage so gering, dass ein profitables Geschäft in weiter Ferne scheint. Immer wieder braucht Nikola wie aktuell frisches Geld und führt Kapitalerhöhungen durch. Das verwässert die Aktie. Heißt: Da mehr Anteilsscheine im Umlauf sind, wird der Anteil der einzelnen Aktie am Unternehmenswert geringer.
Anlegerinnen und Anleger sollten weiter einen großen Bogen um die Nikola-Aktie machen. ECOreporter rät seit Börsenstart von einem Einstieg ab.
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Nikola Corp.: