Nordex hat im dritten Quartal mehr Aufträge erhalten. / Foto: Unternehmen

  Nachhaltige Aktien

Nordex: Mehr Aufträge im dritten Quartal, Verkaufspreise sinken

Der Hamburger Windanlagenbauer Nordex hat nach zwei schwachen Quartalen im dritten Quartal 2023 mehr Aufträge erhalten als im Vorjahr. Dafür gab der Verkaufspreis deutlich nach.

Zwischen Juli und September verzeichnete man Aufträge für Windenergieanlagen mit einer Gesamtnennleistung von 2,2 Gigawatt (GW), wie Nordex am Donnerstag mitteilte. Im Vorjahr waren im selben Zeitraum Bestellungen über 1,4 GW eingegangen.

Gesunkene Verkaufspreise

Nach zwei Quartalen, in denen das Unternehmen hinter den Aufträgen im Vorjahr zurückgeblieben war, konnte Nordex die Zahl der Bestellungen damit wieder steigern. Auf die ersten neun Monate gesehen wuchs der Auftragseingang des Unternehmens damit um 10,6 Prozent zum Vorjahr auf 4,9 GW.

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Allerdings gingen die Preise nach unten: So meldet Nordex, dass der durchschnittliche Verkaufspreis je MW Leistung im dritten Quartal bei 790.000 Euro lag, verglichen mit 900.000 Euro im dritten Quartal 2022. Für die ersten neun Monate 2023 betrug der durchschnittliche Verkaufspreis je MW Leistung 850.000 Euro.

"Im dritten Quartal hat das Auftrags-Momentum wie erwartet spürbar zugenommen, und wir konnten den Auftragseingang deutlich steigern, und dies in einem stabilen Preis- und Kostenumfeld", sagte Nordex-Chef José Luis Blanco. "Dabei erweisen sich unsere Produkte erneut als sehr wettbewerbsfähig, vor allem in Europa und Lateinamerika. Unser Schwerpunkt liegt auch weiterhin auf der effizienten Abwicklung unseres hohen Auftragsbestands."

Im Tradegate-Handel ist die Nordex-Aktie aktuell 0,9 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 10,95 Euro (Stand: 12.10.2023, 9:05 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 8,3 Prozent im Minus, im Jahresvergleich hat sie 47,2 Prozent an Wert gewonnen.

Wirtschaftlich läuft es schlecht für Nordex

Eine Ankündigung der EU, die Windkraftbranche stärker unterstützen zu wollen, hatte im September die Kurse von Windanlagenbauern wie Nordex und Vestas zwischenzeitlich nach oben getrieben. Allerdings laufen die Geschäfte von Nordex trotz der optimistischen Aussagen von Konzernchef Blanco nicht gut: Die Margen sind niedrig, für das Gesamtjahr hält Nordex einen operativen Verlust für möglich.

Sinkende Verkaufspreise sind in dieser Situation eine weitere schlechte Neuigkeit. Über seinen Großaktionär Acciona musste sich Nordex im Februar zudem nicht zum ersten Mal frisches Kapital beschaffen.

Nordex ist auch ein beliebtes Ziel von Spekulanten, die auf sinkende Kurse wetten. Mehr dazu erfahren Sie im ECOreporter-Dossier Encavis, Varta, Nordex, Beyond Meat, SMA Solar – hier wetten Shortseller auf fallende Kurse.

ECOreporter rät vom Einstieg in die Nordex-Aktie bereits seit längerer Zeit ab. An dieser Einschätzung hält die Redaktion fest.

Lesen Sie auch das ECOreporter-Dossier Die besten Windaktien – wo bietet sich ein Kauf an?

Nordex SE: ISIN DE000A0D6554 / WKN A0D655

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