Bei Nordex laufen die Geschäfte weiter schlecht. / Foto: Unternehmen

  Nachhaltige Aktien, Erneuerbare Energie

Nordex: Mehr Umsatz und tiefrote Zahlen

Der Hamburger Windanlagenbauer Nordex hat im ersten Halbjahr 2023 mehr Umsatz gemacht und mehr Aufträge im Service-Bereich erhalten. Der Nettoverlust legte allerdings ebenfalls deutlich zu.

Im Vergleich zum Vorjahr konnte Nordex den Umsatz zwischen Januar und Juni um fast 30 Prozent auf knapp 2,8 Milliarden Euro steigern. Beim Auftragseingang im Projektbereich war die Summe mit 2,4 Milliarden Euro leicht schlechter als im bereits schwachen Vorjahr. Im Servicebereich meldet Nordex hingegen einen Anstieg um 71 Prozent auf 401 Millionen Euro.

Der Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verringerte sich um 34 Prozent auf 114,3 Millionen Euro. Unter dem Strich stieg der Nettoverlust jedoch um 5,5 Prozent auf 298,9 Millionen Euro. Wie ECOreporter die Nordex-Aktie aktuell einschätzt, lesen Sie im Premium-Bereich.

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Auch der Free Cashflow bleibt negativ. Das Minus von 281,6 Millionen Euro stellt eine leichte Verbesserung von 1,8 Prozent zum Vorjahr da. Ein negativer Cashflow bedeutet, dass das Unternehmen weiter Geld in der operativen Tätigkeit verliert.

In ihrer Mitteilung vom heutigen Donnerstag bestätigt die Nordex Group ihre Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2023. Das Unternehmen erwartet einen Konzernumsatz zwischen 5,6 und 6,1 Milliarden Euro sowie eine EBITDA-Marge zwischen minus 2 und plus 3 Prozent. Zudem wird das Erreichen einer EBITDA-Marge von 8 Prozent als strategisches Mittelfristziel genannt.

ECOreporter rät vom Einstieg ab

„Das zweite Quartal verlief im Rahmen unserer Erwartungen. Unser Auftragseingang ist zu Beginn der zweiten Jahreshälfte weiterhin gut. Ziel ist es, diesen Weg weiterzugehen und unsere Aufträge effizient und erfolgreich abzuarbeiten”, sagt José Luis Blanco, Vorstandsvorsitzender der Nordex Group.

An der Börse fiel die Reaktion auf die Zahlen positiv aus, die Nordex-Aktie ist im Xetra-Handel aktuell 1,4 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 13,19 Euro (Stand: 27.7.2023, 9:09 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 19,6 Prozent im Plus, im Jahresvergleich hat sie 56,4 Prozent an Wert gewonnen.

Die Auftragslage stagniert auf niedrigem Niveau, der Verlust ist hoch, und auch operativ sind kaum Lichtblicke zu erkennen: ECOreporter rät weiter vom Einstieg in die Nordex-Aktie ab. Die positive Entwicklung des Börsenkurses in den letzten Monaten wird nach Ansicht der Redaktion hauptsächlich durch eine diffuse Hoffnung genährt, das Unternehmen könnte vom Aufschwung der Erneuerbaren Energien doch noch profitieren.

Die tatsächliche Geschäftsentwicklung stützt diesen Optimismus aber nicht. Über seinen Großaktionär Acciona musste sich der Konzern im Februar nicht zum ersten Mal frisches Kapital beschaffen. Historisch markierte die Nordex-Aktie zudem immer wieder Zwischenhochs an der Börse, auf die dann Abstürze auf ein noch tieferes Niveau folgten. Nordex ist daher auch ein beliebtes Ziel von Spekulanten, die auf sinkende Kurse wetten. Mehr dazu erfahren Sie im ECOreporter-Dossier Encavis, Varta, Nordex, Beyond Meat, SMA Solar – hier wetten Shortseller auf fallende Kurse.

Welche Aktien aus dem Windenergiesektor die Redaktion als aussichtsreich einschätzt, lesen Sie in unserem Branchenüberblick Die besten Windaktien – wo sich jetzt der Einstieg lohnt.

Nordex SE: ISIN DE000A0D6554 / WKN A0D655

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