Nordex, Vestas, Goldwind: ECOreporter hat geprüft, bei welchen Windanlagenbauern und anderen Zulieferern der Windenergiebranche sich ein Kauf auszahlen kann. / Foto: Nordex

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Windaktien Teil 1: Bei diesen Windanlagenbauern kann sich ein Einstieg lohnen

Der Windkraftsektor steht unter Druck: Lieferengpässe, hohe Kreditzinsen und insbesondere die US-Politik belasten die Branche. Solide aufgestellte Unternehmen mit langfristig vielversprechender Perspektive gibt es aber weiter. ECOreporter hat sich umgeschaut und analysiert, wo sich ein Einstieg immer noch lohnen kann – und wo sich Anlegerinnen und Anleger aktuell eher zurückhalten sollten.

Die Windkraftbranche lässt sich grob in zwei Kategorien unterteilen:

  1. Hersteller von Windanlagen und von dafür notwendigen Komponenten. Windanlagenbauer litten in den letzten Jahren stark unter gestiegenen Preisen für wichtige Rohstoffe wie Stahl, Engpässen in der Lieferkette und höheren Transportkosten. Mittlerweile hat sich die Situation gebessert, und es können wieder solide Gewinne verbucht werden.
  2. Windpark-Projektierer und Betreiber von Windkraftanlagen. Höhere Kosten in der Anlagenbeschaffung, Unsicherheiten bei Regularien und Verzögerungen bei Netzanschlüssen sorgen für Verschiebungen und teils sogar Absagen von Projekten. In den USA bekämpft Donald Trump besonders die Offshore-Windbranche politisch. Die Strompreise haben sich wieder normalisiert. Und bei der Stromerzeugung spielt ein komplett unkontrollierbarer Faktor eine wesentliche Rolle: das Wetter.

In Teil eins des Überblicks nimmt ECOreporter zunächst Windanlagenbauer unter die Lupe. Hinzu kommt ein Unternehmen, das sich ganz auf die Installation von Windparks auf dem Meer spezialisiert hat. In Teil zwei, den Sie hier lesen können, widmet sich die Redaktion Windpark-Projektierern und -Betreibern. Folgende Aktien hat sich ECOreporter für den ersten Teil näher angeschaut:

  • Cadeler
  • Goldwind Science & Technology
  • Nordex
  • Vestas

Betrachtet werden ausschließlich börsennotierte Konzerne. Andere große Hersteller wie Enercon aus Aurich in Ostfriesland sind zwar wichtig für die Branche. Für Anlegerinnen und Anleger, die nach Aktien suchen, sind sie jedoch weniger interessant. Nicht mehr dabei ist das US-Unternehmen TPI Composites – das Unternehmen ist insolvent. Sein Kerngeschäft hat der Konzern mittlerweile verkauft, teilweise an den dänischen Windanlagenhersteller Vestas.

Die weltweite Nummer eins bei der installierten Windkraftleistung ist wie bei der Solarenergie mit deutlichem Abstand China. Auf Platz zwei folgen die USA, dann kommt Deutschland. Windkraft ist mittlerweile die wichtigste Stromquelle in Deutschland. 2025 stammten 31,6 Prozent des ins Netz eingespeisten Stroms aus Windkraftanlagen. Zum Vergleich: Auf Platz zwei liegt Kohle mit einem Anteil von 22,5 Prozent. Erneuerbare Energie insgesamt machte im vergangenen Jahr 55,5 Prozent des eingespeisten Stroms aus – also des Stroms, der am Ende aus der Steckdose kommt.

Schwierige Lage in den USA

Dennoch lahmte der Windkraftausbau in der Bundesrepublik in den letzten Jahren. Zwar sorgten Gesetze der Ampel-Regierung für Besserung. Die im Jahr 2025 zugebaute Windleistung an Land übertraf mit 4,6 Gigawatt (GW) deutlich das Vorjahresniveau von 2,6 GW. Bei Windkraft auf See sank der Zubau mit 0,3 GW allerdings erneut. Und auch hinter den selbst gesetzten Zielen bleibt Deutschland deutlich zurück: Ende 2025 sollte es eine installierte Leistung von 76,5 GW aus Windkraft geben, tatsächlich waren es aber nur 68,1 GW. Bis 2030 sollen in Deutschland Windräder mit einem Leistungsvermögen von 145 GW installiert sein. Das wären genug Anlagen, um rechnerisch fast 100 Millionen Privathaushalte mit Strom zu versorgen.

Die USA waren in den vergangenen Jahren ein wichtiger Markt für Windkraftkonzerne – auch für Unternehmen in diesem Überblick. Doch unter Donald Trump hat sich der Ausblick deutlich eingetrübt. Trump bekämpft Erneuerbare Energien, wo er kann. Offshore-Windparks hasst der Präsident besonders.

Den Bau neuer Offshore-Anlagen hat Trump direkt am Tag seines Amtsantritts verboten. Schon genehmigte Parks werden einer Prüfung unterzogen. Mehrmals hat die US-Regierung versucht, den Bau schon genehmigter Projekte zu stoppen, teils kurz vor der Fertigstellung. Als Begründung wurde meist eine angebliche Gefährdung der nationalen Sicherheit genannt. In einigen Fällen wurde der Weiterbau dann doch genehmigt, oder Gerichte hoben den Stopp wieder auf. Doch in der Branche herrscht Unsicherheit. Das im Juli 2025 verabschiedete Steuer- und Ausgabengesetz "One Big Beautiful Bill Act" schafft Subventionen für grüne Energie ab oder macht diese zumindest schwerer zugänglich.

Gleichzeitig gibt es sogar die Hoffnung, dass der Ausbau Erneuerbarer Energien in den USA an Fahrt gewinnen könnte. Grund ist der Ausbau von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI). Diese haben einen enormen Energiehunger – und grüner Strom ist konkurrenzlos günstig. Das weiß man auch in den Chefetagen großer Techkonzerne wie Meta und Amazon, wo man sonst alles tut, um Donald Trump zu gefallen.

Wenn Sie nicht in Einzelaktien investieren möchten, sondern lieber in ein ganzes Paket von Erneuerbare-Energien-Titeln, bieten sich Optionen bei nachhaltigen Fonds und ETFs. Windaktien enthalten etwa der sehr nachhaltige Ökoworld Klima oder der Invesco Global Clean Energy ETF und der Deka Future Energy ETF. Aber Achtung: Diese Produkte waren in den letzten Jahren sehr schwankungsanfällig.

Im folgenden Premium-Bereich finden Sie detaillierte Einschätzungen zu den oben genannten Aktien.

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