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Nachhaltige Aktien, Aktien-Favoriten
Novo Nordisk: Aktie bricht nach Daten zu neuer Abnehmspritze ein
Die ECOreporter-Favoriten-Aktie Novo Nordisk hat am Freitag empfindlich an Wert eingebüßt. Eine Studie zum neuen Abnehmmedikament des dänischen Pharmakonzerns enttäuschte Investoren – obwohl Novo Nordisk eigentlich positive Nachrichten präsentierte.
Laut Novo Nordisk erreichte Cagrisema, das neue Medikament gegen krankhaftes Übergewicht (Adipositas), die primären Studienziele. Cagrisema ist eine Kombination aus den Wirkstoffen Cagrilintid und dem bereits zugelassenen Semaglutid, das in Novo Nordisks Verkaufsschlagern Ozempic und Wegovy verwendet wird.
Analysten unzufrieden mit Daten zur Gewichtsabnahme
In der Studie wurde mit Cagrisema ein stärkerer Gewichtsverlust erzielt als mit der aktuellen Medikamentengeneration. Die Patienten konnten ihr Gewicht in 68 Wochen um durchschnittlich 20,4 Prozent reduzieren. Mit den bisherigen Semaglutid-Medikamenten wurde unter gleichen Bedingungen ein Gewichtsverlust von 14,9 Prozent erreicht.
Woher die Enttäuschung der Analysten kommt und wie ECOreporter die Novo Nordik-Aktie aktuell einschätzt, erfahren Sie im Premium-Bereich. Lesen Sie auch das ECOreporter-Dossier Nachhaltige Gesundheitsaktien - wo sich jetzt der Einstieg lohnen kann.
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Am Finanzmarkt sorgten die Zahlen für Enttäuschung: Analysten hatten einen Gewichtsverlust von 25 Prozent erwartet. Nach den aktuellen Daten wäre Cagrisema lediglich auf demselben Niveau wie das Abnehmmedikament Zepbound von Novo Nordisks US-Konkurrent Eli Lilly.
Das Studienergebnis sei "das Worst-Case-Szenario für Novo Nordisk", so ein Fondsmanager von Union Investment, der Fondsgesellschaft der Volks- und Raiffeisenbanken, gegenüber dem "Handelsblatt". Cagrisema sei zwar genauso gut wie Zepbound, "aber deutlich komplexer in der Herstellung".
Da Cagrisema aus zwei Komponenten besteht, muss Novo Nordisk das Medikament in einer sogenannten Zweikammerspritze herstellen. Das ist aufwendiger und teurer als bei Wegovy und Ozempic. Auch Zepbound von Eli Lilly basiert auf einem einzigen Wirkstoff namens Tirzepatid.
Im Tradegate-Handel schloss die Novo Nordisk-Aktie am Freitag 18 Prozent im Minus zum Vortag bei 81,76 Euro. Auf Monatssicht ist die Aktie 19,3 Prozent im Minus, im Jahresvergleich notiert sie 12,2 Prozent schwächer.
Die hervorragenden Geschäfte mit Ozempic und Wegovy haben Novo Nordisk zum wertvollsten Unternehmen Europas gemacht, der Aktienkurs hat sich in den letzten fünf Jahren mehr als verdreifacht. Die aktuelle Situation bei Novo Nordisk erinnert daher an den US-Chipkonzern Nvidia: Das Unternehmen war zuletzt so erfolgreich, dass die hohen Erwartungen an der Börse kaum noch zu erfüllen sind. ECOreporter warnt schon länger davor, dass die Börsen-Euphorie stark von den Abnehmmedikamenten abhängt. In den ersten neun Monaten 2024 trugen Ozempic und Wegovy mehr als 60 Prozent zum Gesamtumsatz des Unternehmens bei.
Aber der Druck auf das Geschäft wächst: Aktuell sind Novo Nordisk und Eli Lilly die einzigen Anbieter von wirksamen Mittel zur Behandlung von Übergewicht. Doch mehr Unternehmen drängen auf den lukrativen Markt, wie etwa der Schweizer Pharmakonzern und ECOreporter-Aktien-Favorit Roche.
Aktie ist weiter hoch bewertet
Insbesondere in den USA stehen zudem die hohen Preise für Wegovy und Ozempic in der Kritik. In Preisverhandlungen mit der staatlichen US-Krankenversicherung Medicare wird Novo Nordisk sie in den Vereinigten Staaten wohl senken müssen. ECOreporter berichtete hier.
Nur weil sich die Aussichten auf noch stärkeres Wachstum bei Novo Nordisk womöglich etwas eintrüben, muss aber nach Ansicht der Redaktion nicht von einem "Worst Case" gesprochen werden. Die Geschäfte des Konzerns laufen weiter hervorragend, im eigentlichen Kerngeschäft mit Insulin ist Novo Nordisk glänzend aufgestellt. Auch wenn die Einnahmen aus Abnehmmedikamenten sich normalisieren sollten, wird das Unternehmen weiter hohe Gewinne erzielen.
Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 33 für 2024 ist die Aktie nach wie vor hoch bewertet, und der Kurs scheint weiterhin überhitzt. Selbst drastische Kursverluste wie am Freitag können letztlich als gesunde Korrektur angesehen werden. ECOreporter rät defensiven Anlegerinnen und Anlegern derzeit weiterhin von einem Neueinstieg ab, absehbar könnte es zu weiteren Schwankungen auf hohem Niveau kommen. Wer in der Aktie investiert ist, sollte sie halten und allenfalls eine kleine Position verkaufen.
Novo Nordisk ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Reihe Nachhaltige Dividendenkönige. Zu unserem Unternehmensporträt gelangen Sie hier. Lesen Sie auch das ECOreporter-Dossier Nachhaltige Dividendenkönige: Bei diesen Aktien kann sich der Einstieg jetzt lohnen.
Novo Nordisk A/S: ISIN DK0062498333 / WKN A3EU6F
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