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Nachhaltige Aktien, Aktien-Favoriten
Novo Nordisk-Chef stellt sich wegen hoher Preise US-Senat
Der Vorstandsvorsitzende des dänischen Pharmakonzerns Novo Nordisk, Lars Fruergaard Jorgensen, hat sich in einer Anhörung vor einem US-Senatsausschuss zu den hohen Preisen für die Medikamente Wegovy und Ozempic geäußert. In den Vereinigten Staaten verlangt der ECOreporter-Aktien-Favorit deutlich mehr Geld für die Mittel als in anderen Ländern.
Wegovy und Ozempic – Letzteres eigentlich ein Diabetes-Medikament – sind als Mittel für die Reduzierung von krankhaftem Übergewicht (Adipositas) ein gewaltiger Erfolg für Novo Nordisk. Der Konzern verdient mit ihnen Milliarden. Gerade in den USA liegt der Erfolg auch daran, dass Menschen die Medikamente ohne medizinische Notwendigkeit als Diätmittel verwenden.
Jorgensen gibt US-Gesundheitssystem Mitschuld
US-Senator Bernie Sanders wies als Vorsitzender des Ausschusses darauf hin, dass Ozempic in den USA etwa 969 US-Dollar pro Monat kostet, verglichen mit 155 Dollar in Kanada, 122 Dollar in Dänemark und 59 Dollar in Deutschland. Für Wegovy beträgt der Listenpreis in den USA 1.349 Dollar pro Monat, während das gleiche Produkt in Dänemark für nur 186 Dollar, in Deutschland für 140 Dollar und in Großbritannien für 92 Dollar erhältlich ist.
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Sanders forderte Jorgensen auf, dieser müsse anfangen, "das amerikanische Volk" so zu behandeln, "wie Sie die Menschen überall auf der Welt behandeln". Novo Nordisk müsse aufhören, "uns abzuzocken". Der Konzern habe mit Wegovy und Ozempic einen Umsatz von fast 50 Milliarden Dollar erzielt, vor allem in den Vereinigten Staaten.
Jorgensen machte für die hohen Preise die sogenannten Pharmacy Benefit Manager (PBMs) mitverantwortlich. Die PBMs sind Unternehmen, die in den USA von Krankenkassen beauftragt werden, Verträge mit Apotheken abzuschließen und Rabatte mit Arzneimittelherstellern auszuhandeln, um die Versorgung möglichst kostengünstig zu gestalten. In den letzten Jahren gibt es aber vermehrt die Kritik, dass PBMs im Gegenteil als Preistreiber fungieren, da sie selbst Tochterunternehmen von Apotheken- und Pharmakonzernen sind, die ein Interesse an hohen Preisen haben.
Novo Nordisk sei bereit, mit PBMs zu diskutieren, um Arzneimittelrabatte zum Vorteil der Versicherten auszuhandeln. "Ich unterstütze alles, was den Patienten den Zugang zu Medikamenten erleichtern kann. Und dazu gehört auch die Zusammenarbeit und Verhandlung mit jedem, der dabei helfen kann“, so Jorgensen.
Der Manager betonte zudem, dass Amerikaner mit Versicherung viel weniger als den Listenpreis für die Medikamente zahlen würden. Jorgensen erklärte, dass Ozempic für Diabetes von 99 Prozent der Versichertenprogramme und Wegovy von der Hälfte aller Programme abgedeckt werde. Die Mehrheit der versicherten Patienten würde 25 Dollar oder weniger für einen 28-Tage-Vorrat zahlen. Zuletzt hieß es, dass die Preise für Ozempic wohl in Verhandlungen mit dem Medicare-Programm der US-Regierung einer Preissenkung unterzogen werden dürften. ECOreporter berichtete hier.
Vor dem Ausschuss erhielt Novo Nordisk auch Unterstützung. Der Konzern sei "nicht der Bösewicht in dieser Geschichte", erklärte der republikanische Senator Roger Marshall während der Anhörung. Tatsächlich sei Jorgensen "ein Held". "Manchmal leben wir in einem Fantasieland. Wir wollen, dass Sie große Summen investieren, aber wir wollen auch, dass Sie die Preise niedrig halten", so Marshall.
Die Novo Nordisk-Aktie schloss nach der Anhörung am gestrigen Mittwoch im Handel an der US-Börse Nasdaq 2,3 Prozent im Minus. Aktuell ist sie im deutschen Xetra-Handel 0,5 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 114,36 Euro (Stand: 26.9.2024, 11:01 Uhr). Im Monatsvergleich ist die Aktie 6,4 Prozent im Minus, im Jahresvergleich hat sie 31,0 Prozent an Wert gewonnen.
Gute, aber teure Aktie
Der Aktienkurs von Novo Nordisk ist durch den Erfolg mit Wegovy und Ozempic stark gestiegen, in den letzten fünf Jahren um 376 Prozent. Allerdings wächst der Konkurrenzdruck durch Abnehm-Medikamente anderer Hersteller, aktuell insbesondere Eli Lilly aus den USA, was die Aktie zuletzt etwas ausbremste.
ECOreporter sieht Novo Nordisk zwar weiterhin gut aufgestellt, mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 39 für 2024 ist die Aktie aber hoch bewertet. Die Redaktion rät defensiven Anlegerinnen und Anlegern derzeit nicht zum Neueinstieg. Die erwartete Dividendenrendite für 2024 beträgt ordentliche 1,2 Prozent.
Novo Nordisk ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Reihe Nachhaltige Dividendenkönige. Zu unserem Unternehmensporträt gelangen Sie hier.
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Novo Nordisk A/S: ISIN DK0062498333 / WKN A3EU6F