Die Medikamente Wegovy und Ozempic treiben weiter die Geschäfte von Novo Nordisk. / Foto: imago images, NTB

  Nachhaltige Aktien, Aktien-Favoriten

Novo Nordisk macht deutlich mehr Gewinn – Wachstum soll sich verlangsamen

Der dänische Pharmahersteller Novo Nordisk hat 2023 dank des Hypes um seine Appetitzügler Wegovy und Ozempic deutlich mehr Geld verdient. 2024 rechnet der Konzern zwar mit etwas weniger Wachstum. Doch die Aussichten des ECOreporter-Aktien-Favoriten bleiben stark.

Novo Nordisk steigerte seinen Umsatz 2023 nach vorläufigen Zahlen um 36 Prozent auf 232 Milliarden Dänische Kronen (31,2 Milliarden Euro). Der operative Gewinn legte um 37 Prozent auf 102,6 Milliarden Kronen (14 Milliarden Euro) zu. Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 83,7 Milliarden Kronen (11 Milliarden Euro), ein Plus von 51 Prozent im Vergleich zu 2022.

Exzellentes US-Geschäft, Konkurrenzdruck wächst

Insbesondere die Verkäufe in den USA entwickelten sich enorm stark. Treiber des Geschäfts sind weiterhin die Medikamente Wegovy und Ozempic. Wegovy dient zur Gewichtsreduzierung, Ozempic ist eigentlich zur Behandlung von Diabetes vorgesehen, hat aber ebenfalls einen hungerstillenden Effekt und kann deshalb zum Abnehmen verwendet werden. Befeuert auch von Prominenten wie Tesla-Chef Elon Musk, ist insbesondere in den Vereinigten Staaten ein Hype um die beiden "Diätmittel" entstanden.

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Novo Nordisk sieht sich allerdings wie erwartet einer wachsenden Konkurrenz auf dem boomenden Adipositas-Markt gegenüber. Ende vergangenen Jahres führte der US-Pharmakonzern Eli Lilly mit Zepbound ein eigenes Abnehm-Medikament ein. Zudem hat Novo Nordisk Schwierigkeiten, die Nachfrage nach Wegovy und Ozempic zu befriedigen. Das Unternehmen kündigte im vergangenen Jahr Investitionen in Höhe von 8,7 Milliarden Dollar an, um seine Produktionskapazitäten zu erhöhen.

Neben dem Wettbewerb ist in den Vereinigten Staaten die Kostenerstattung eine weitere Herausforderung für Novo Nordisk, da die US-Versicherer mit steigenden Ausgaben für Behandlungen zur Gewichtsreduktion zu kämpfen haben. Erste US-Bundesstaaten haben die Kostenübernahme für Medikamente wie Wegovy für Staatsbedienstete bereits wegen zu hoher Kosten gestrichen.

„Wir freuen uns sehr über die starke Leistung im Jahr 2023, die zeigt, dass mittlerweile mehr als 40 Millionen Menschen von unseren innovativen Diabetes- und Fettleibigkeitsbehandlungen profitieren“, erklärte Novo Nordisk-Chef Lars Fruergaard Jorgensen. Die Nachfrage nach Wegovy und Ozempic sei ungebrochen.

Kann Wegovy noch mehr?

Mittlerweile sucht Novo Nordisk auch nach neuen Anwendungsbereichen für seine Erfolgsmedikamente. So kam Ende 2023 eine Studie zu dem Schluss, dass Wegovy das Risiko von Schlaganfällen und Herzinfarkten bei übergewichtigen Menschen mit bestehenden Herzerkrankungen verringern kann. Der Pharmakonzern hat sowohl in Europa als auch in den USA die Genehmigung beantragt, Wegovy an diese Patienten verkaufen zu dürfen. In den USA läuft bereits eine vorrangige Prüfung, die in der Regel sechs Monate dauert.

Im laufenden Geschäftsjahr will Novo Nordisk den Umsatz zu konstanten Wechselkursen um 18 bis 26 Prozent steigern. Der operative Gewinn soll um 21 bis 29 Prozent zulegen. Damit würde sich das Wachstumstempo zwar verlangsamen, der Ausblick liegt aber im Rahmen der Markterwartungen.

Für 2023 plant Novo Nordisk, eine Dividende von 6,40 Kronen (0,86 Euro) je Aktie zu zahlen. Nachdem das Unternehmen im August 2023 bereits eine Zwischendividende von 3,00 Kronen je Aktie gezahlt hatte, beträgt die erwartete Gesamtdividende für 2023 damit 9,40 Kronen (1,26 Euro). Zudem will Novo Nordisk ein neues Aktienrückkaufprogramm in Höhe von bis zu 20 Milliarden Kronen (2,7 Milliarden Euro) auflegen.

Kurs ist massiv gestiegen

An der Börse wurden die Zahlen gut aufgenommen, im Tradegate-Handel ist die Aktie aktuell 0,8 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 101,90 Euro (Stand: 31.1.2024, 10:03 Uhr). Auf Monatssicht notiert die Aktie 9,4 Prozent im Plus, im Jahresvergleich hat sie 59,4 Prozent an Wert gewonnen.

Dass die hohen Gewinne mit Ozempic und Wegovy nicht dauerhaft zu halten sein werden, ist auch Novo Nordisk bewusst, weshalb der Konzern nach neuen Anwendungsbereichen für den Wirkstoff Semaglutid sucht. Allerdings läuft auch das eigentliche Kerngeschäft von Novo Nordisk, der Verkauf von Insulinpräparaten, weiterhin gut.

Da mit den Gewinnen auch der Börsenkurs des Konzerns deutlich zugelegt hat, ist das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktie nach wie vor hoch: Für 2024 liegt es bei 32, für 2025 bei 27. Wer die Aktie jetzt kauft, braucht möglicherweise einen langen Atem. In den letzten Wochen hatte das Papier erneut eine Reihe von Rekordhochs verzeichnet. Defensive Anlegerinnen und Anleger sollten auf Kursrücksetzer warten, bevor sie einsteigen.

Wer die Aktie bereits im Depot hat, sollte an ihr festhalten und allenfalls kleine Positionen verkaufen, um Buchgewinne mitzunehmen. Die erwartete Dividendenrendite für das Geschäftsjahr 2023 beträgt solide 1,3 Prozent.

Novo Nordisk ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Reihe Nachhaltige Dividendenkönige. Zu unserem Unternehmensporträt gelangen Sie hier.

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Novo Nordisk A/S: ISIN DK0062498333 / WKN A3EU6F

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