Novo Nordisk will Medikamente entwickeln, die seltener gespritzt werden müssen. / Foto: Novo Nordisk

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Novo Nordisk schließt Milliardendeal für Medikamententechnologie

Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk will Medikamente gegen Übergewicht und Diabetes entwickeln, die deutlich seltener gespritzt werden müssen. Dafür hat das Unternehmen eine Lizenzvereinbarung mit dem schwedischen Biotech-Unternehmen Nanexa geschlossen. Der Deal kann ein Volumen von bis zu 1,2 Milliarden Euro erreichen.

Im Mittelpunkt der Vereinbarung steht die von Nanexa entwickelte PharmaShell-Technologie. Dabei werden Wirkstoffpartikel mit einer sehr dünnen Beschichtung versehen, durch die der Wirkstoff nach der Injektion nach und nach freigesetzt werden soll. Das Ziel sind Medikamente, die nur noch monatlich oder sogar vierteljährlich gespritzt werden müssen. Bei vielen heutigen Abnehm- und Diabetesmedikamenten sind dagegen wöchentliche Injektionen üblich.

Noch keine konkreten Entwicklungspläne

Novo Nordisk leistet zunächst Vorauszahlungen in Höhe von 615 Millionen Euro. Weiteres Geld soll beim Erreichen bestimmter Entwicklungs-, Zulassungs- und Verkaufsziele fließen. Sollten aus der Zusammenarbeit zugelassene Medikamente hervorgehen, erhält Nanexa nach eigenen Angaben "eine niedrige einstellige Prozentbeteiligung" an den weltweiten Nettoumsätzen.

Novo Nordisk erhält die weltweiten Exklusivrechte, die PharmaShell-Technologie für bis zu fünf Entwicklungsprogramme einzusetzen. Dabei geht es neben Übergewicht und Typ-2-Diabetes auch um weitere Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Novo Nordisk übernimmt die globale Entwicklung und Vermarktung.

Welche konkreten Wirkstoffe Novo Nordisk mit PharmaShell entwickeln will, haben die Unternehmen bislang nicht bekannt gegeben. Auch zu möglichen Zeitplänen gibt es keine Angaben.

Während die Nanexa-Aktie ihren Wert als Reaktion auf das Geschäft mehr als verdoppelte, reagierte die Novo-Aktie kaum. Im Tradegate-Handel notiert sie zum Vortag aktuell 0,2 Prozent im Minus bei 333,90 Euro (Stand: 25.9.2026, 11:19 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 14,9 Prozent im Minus, auf Jahressicht büßte sie 29,7 Prozent ein.

Novo Nordisk hatte bis Mitte 2024 enorm von seiner damals herausragenden Marktposition bei Abnehmmitteln profitiert. Mittlerweile hat der US-Konkurrent Eli Lilly den Konzern aber auf dem wichtigen US-Markt überholt, und Novo Nordisk musste zudem Rückschläge bei der Entwicklung mehrerer neuer Medikamente hinnehmen. Die Aktie hat deshalb in den letzten zwei Jahren wieder massiv an Wert verloren.

Aktuell arbeitet Novo Nordisk daran, sich strategisch neu auszurichten. Dazu gehört ein neuer Markenauftritt, und zuletzt erklärte der Konzern, dass er bis 2030 mehr als fünf neue milliardenschwere Medikamente, sogenannte Blockbuster, auf den Markt bringen will. Mehr dazu und eine aktuelle Einschätzung der Aktie lesen Sie hier.

Lesen Sie auch unseren Überblick zu den nachhaltigen Dividendenkönigen und unser zweiteiliges Dossier zu nachhaltigen Gesundheitsaktien.

Novo Nordisk A/S: ISIN DK0062498333 / WKN A3EU6F

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