Oatly sagt Fabrikneubauten ab – und will stattdessen mehr im Auftrag produzieren lassen. / Foto: Unternehmen

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Oatly mit schwachem drittem Quartal – Fabrikprojekte abgesagt

Der schwedische Hafermilchhersteller Oatly schreibt weiter rote Zahlen und wird für das Gesamtjahr pessimistischer. Das Unternehmen will nun auf den Bau neuer Produktionsanlagen verzichten.

Im dritten Quartal erzielte Oatly einen Umsatz von 187,6 Millionen US-Dollar, was einem Anstieg von 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Umsatzwachstum im Einzelhandel wurde teilweise durch Rückgänge in der Gastronomie und anderen Kanälen ausgeglichen, wie das Unternehmen erklärte.

Drei Werke werden nicht gebaut

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) blieb mit einem Verlust von 54,8 Millionen US-Dollar auch auf operativer Basis tiefrot. Gegenüber dem Vorjahr gelang es allerdings, das Minus um rund 41 Prozent zu reduzieren.

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Nach dem zweiten Quartal hatte Oatly für das Gesamtjahr 2023 ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum zwischen 7 und 12 Prozent prognostiziert und damit seinen Ausblick deutlich gesenkt: Ursprünglich hatte der Konzern ein Umsatzwachstum von 23 bis 28 Prozent im Vergleich zu 2022 erwartet. Nach den jüngsten Zahlen erklärte das Management nun, dass das Umsatzwachstum nur "das untere Ende" der Spanne in der letzten Prognose erreichen werde, also 7 Prozent.

Wie Oatly im Bericht zu den Zahlen erklärte, werden drei geplante neue Fabriken – zwei in den USA und eine in China – nicht gebaut. Der Konzern will damit seine Ausgaben reduzieren. Die Umstrukturierungs- und Ausstiegskosten werden sich voraussichtlich auf 40 bis 50 Millionen Dollar belaufen. Zusätzlich werden Wertminderungen in Höhe von 110 bis 150 Millionen Dollar erwartet.

Der seit Mai 2023 amtierende Oatly-Chef Jean-Christophe Flatin erklärte, das Unternehmen habe "Wege gefunden, um die wachsende Nachfrage zu bedienen, indem wir die Kapazitäten in unseren bestehenden Einrichtungen schrittweise erweitern". Zudem seien weitere Einsparungen in der Produktion geplant, etwa durch Auftragsfertigung.

Aktie weiter kein Kauf

Die Oatly-Aktie ist im Tradegate-Handel aktuell 3,4 Prozent im Minus zum Vortag und kostet 0,51 Euro (Stand: 10.11.2023, 11:37 Uhr). Auf Monatssicht notiert die Aktie 17,4 Prozent im Minus, im Jahresvergleich hat sie 75,4 Prozent an Wert eingebüßt. Seit dem Börsengang 2021 hat der Kurs um 97 Prozent nachgegeben.

ECOreporter hatte zum Börsenstart von einem Einstieg in die Oatly-Aktie abgeraten und tut dies auch weiterhin. Zu gering ist der technologische Vorsprung des Unternehmens auf seine Wettbewerber, zu groß die Konkurrenz durch deutlich günstigere Milchersatzprodukte von Supermarktketten und Drogeriemärkten.

Bei der schon lange beständig an Wert verlierenden Aktie ist zudem keine Trendwende in Sicht. Auch dass Oatly für seine aktuellen Wandelanleihen einen sehr hohen Zinssatz von 9,25 Prozent zahlt, spiegelt die erheblichen Geschäftsrisiken des Unternehmens wider.

Lesen Sie hier auch unseren Überblick zu veganen Aktien.

Oatly Group AB ADR:

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