Die sinkenden Energiepreise lassen die Gewinne von Orsted schrumpfen. / Foto: Unternehmen

  Nachhaltige Aktien

Orsted erzielt deutlich weniger Umsatz und Gewinn

Der dänische Erneuerbare-Energien-Konzern Ørsted hat im ersten Halbjahr 2023 wie erwartet weniger Geld verdient. Das Management bestätigt die Jahresprognose. Wie entwickelt sich die Aktie?

Ørsted setzte von Januar bis Juni 45,8 Milliarden Dänische Kronen (6,2 Milliarden Euro) um. Das ist ein Viertel weniger als im Vorjahreszeitraum, obwohl die Stromerträge um 3 Prozent auf 15,3 Terawattstunden stiegen. Hauptverantwortlich für den Umsatzrückgang sind die deutlich gesunkenen Energiepreise. Ørsted erzeugte im Berichtszeitraum wie im Vorjahr 92 Prozent seiner Energie aus regenerativen Quellen, vor allem Windparks.

Der Nettogewinn sank um 55 Prozent auf 2,66 Milliarden Kronen (0,36 Milliarden Euro). Für das Gesamtjahr rechnet Ørsted weiterhin mit einem Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 20 bis 23 Milliarden Kronen. In der ersten Jahreshälfte betrug das EBITDA 10,2 Milliarden Kronen.

Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.

Finanziell bleibt der Konzern solide aufgestellt. Vermögenswerten von mehr als 296 Milliarden Kronen standen Ende Juni 193 Milliarden Euro an Verbindlichkeiten gegenüber.

Die Ørsted-Aktie kostet heute im Tradegate-Handel 75,74 Euro, ein Minus von 1,8 Prozent zum Vortag (Stand 10.8.2023, 10:33 Uhr). Der zuvor überhitzte Kurs hatte von Anfang 2021 bis Oktober 2022 stark nachgegeben, seitdem bewegt er sich im Wesentlichen seitwärts. Im Jahresvergleich liegt die Aktie 32 Prozent im Minus, auf fünf Jahre gesehen hat sie 40 Prozent gewonnen.

Dass Umsatz und Gewinn nach den extrem hohen Energiepreisen im letzten Jahr sinken würden, war absehbar. ECOreporter schätzt die langfristigen Perspektiven von Ørsted unverändert als gut ein. Der Konzern ist Weltmarktführer bei Offshore-Windparks und dürfte weiterhin von der Energiewende profitieren. In den letzten Monaten hat das Management neue große Windkraftprojekte unter anderem in den USA, Irland und Großbritannien angekündigt. Zudem baut Ørsted seine Aktivitäten in den Bereichen Solarenergie, Stromspeicher, CO2-Lagerung (Carbon Capture & Storage, CCS) und grünes Methanol weiter aus.

Die Aktie ist mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 34 für 2023 nicht günstig. Für 2024 liegt das erwartete KGV bei moderateren 22. Wer jetzt einsteigt, sollte einen langen Investitionshorizont mitbringen und unruhige Kursverläufe aushalten können. Defensiven Anlegerinnen und Anlegern empfiehlt ECOreporter, auf weitere Kursrücksetzer zu warten. Die erwartete Dividendenrendite für 2023 liegt bei soliden 2,5 Prozent.

Lesen Sie auch das ECOreporter-Dossier Die besten Windaktien – wo sich jetzt der Einstieg lohnt.

Ørsted A/S: ISIN DK0060094928 / WKN A0NBLH

Verwandte Artikel

24.07.23
 >
22.06.23
 >
26.03.26
 >
07.06.23
 >
01.06.23
 >
Aktuell, seriös und kostenlos: Der ECOreporter-Newsletter. Seit 1999.
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x