Einfach E-Mail-Adresse eintragen und auf "Abschicken" klicken - willkommen!

Orsted verkauft Frankreich-Geschäft, Aktie legt zu
Der dänische Energiekonzern Ørsted hat in den letzten Monaten weniger Umsatz und Gewinn erzielt, sieht sich aber weiterhin auf Kurs, seine Jahresziele zu erreichen. Wie aussichtsreich ist die Aktie?
Ørsted setzte im ersten Quartal 2024 knapp 19,2 Milliarden Dänische Kronen (2,6 Milliarden Euro) um. Das ist ein Viertel weniger als im gleichen Zeitraum 2023. Damals profitierte der Konzern noch von historisch hohen Strompreisen. Mittlerweile erhält Ørsted für mehr erzeugten Strom deutlich weniger Geld – im letzten Quartal produzierte das Unternehmen mit 9,4 Terawattstunden 6 Prozent mehr Strom als im Vergleichszeitraum 2023. 97 Prozent der insgesamt von Ørsted erzeugten Energie stammten aus regenerativen Quellen.
Der Vorsteuergewinn ist deutlich gestiegen
Der Nettogewinn ging um 19 Prozent zurück auf 2,6 Milliarden Kronen (350 Millionen Euro). Vor Steuern stieg der Gewinn um 41 Prozent auf 4,4 Milliarden Kronen (600 Millionen Euro). Im ersten Quartal 2023 hatte Ørsted keine Steuern zahlen müssen. Trotz der gesunkenen Strompreise konnte der Konzern seine Margen unter anderem bei Windparks auf hoher See (Offshore-Windkraft) verbessern.
Das Management geht weiterhin davon aus, seine Gewinnziele für 2024 zu erreichen. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) soll ohne Berücksichtigung von neuen Partnerschaften und Strafzahlungen für gestoppte Projekte zwischen 23 und 26 Milliarden Kronen liegen. 2023 erzielte Ørsted ein EBITDA von 24 Milliarden Kronen.
Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.
Der Finanzmarkt reagiert freundlich auf die neuen Zahlen. Die Ørsted-Aktie ist heute mit einem Plus von 2,1 Prozent und einem Kurs von 52,58 Euro in den Tradegate-Handel gestartet (Stand 2.5.2024, 9:28 Uhr). Die Aktie erholt sich seit November von ihren hohen Verlusten in den Jahren 2021 bis 2023. Auf drei Monate gesehen notiert sie 2 Prozent im Plus, im Jahresvergleich hat sie 37 Prozent eingebüßt. Auf fünf Jahre gesehen beträgt der Wertverlust 25 Prozent.
Ørsted hatte 2023 einen Milliardenverlust eingefahren, nachdem der Konzern große Offshore-Windprojekte absagen musste, weil sie sich nicht mehr rechneten (ECOreporter berichtete hier). Auch die Nettoverschuldung stieg deutlich an, Stand Ende März liegt sie bei knapp 50 Milliarden Kronen (6,7 Milliarden Euro). Das Unternehmen bleibt aber vertretbar finanziert: Verbindlichkeiten von 207 Milliarden Kronen standen Ende März Vermögenswerte in Höhe von 290 Milliarden Kronen gegenüber.
Drei Jahre keine Dividenden
Um rentabler zu werden, hat Ørsted den Abbau von Arbeitsplätzen angekündigt und will für die Geschäftsjahre 2023 bis 2025 keine Dividende zahlen. Zudem verkauft der Konzern sein Frankreich-Geschäft an das Pariser Energieunternehmen Engie, um sich auf aussichtsreichere Märkte zu konzentrieren.
Ørsted leidet unter gestiegenen Kosten im Windparkprojektgeschäft. Die erwarteten Einnahmen aus langfristigen Stromverträgen, die bereits vor Fertigstellung der Parks abgeschlossen werden, reichen bei steigenden Entwicklungskosten teilweise nicht mehr aus, um die Projekte rentabel zu machen ECOreporter sieht dennoch solide Perspektiven bei den Konzern. Ørsted kann seinen Anlagenbestand weltweit weiter ausbauen, und das operative Geschäft läuft weitestgehend robust. Zudem weitet das Unternehmen seine Aktivitäten in zukunftsträchtigen Bereichen wie Solarenergie, Stromspeicher, CO2-Lagerung (Carbon Capture & Storage, CCS) und grünes Methanol stetig aus.
Nach den hohen Börsenverlusten der letzten Jahre ergeben sich nach Einschätzung der Redaktion bei der Aktie Kaufchancen für risikoaffine Anlegerinnen und Anleger mit langem Atem. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2024 fällt mit 17 moderat aus, für 2025 liegt es bei 12.
Lesen Sie auch: Die besten Windaktien - wo sich jetzt der Einstieg lohnt
Ørsted A/S: ISIN DK0060094928 / WKN A0NBLH