Qualcomm möchte unabhängiger vom Smartphone-Geschäft werden. / Foto: Pixabay

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Qualcomm will auf PC-Chips setzen: Milliarden-Umsatz erwartet

Der US-Chipentwickler Qualcomm plant, sich deutlich breiter aufzustellen und unter anderem ein großer Anbieter von Chips für PCs zu werden. Bis 2029 möchte der Konzern mit neuen Geschäftsbereichen rund 22 Milliarden Dollar Umsatz zusätzlich erwirtschaften. Qualcomm will damit den erwarteten Ausfall von Apple als Kunde kompensieren.

Allein im PC-Sektor möchte Qualcomm in fünf Jahren einen Umsatz von jährlich 4 Milliarden Dollar erzielen. Anfang des Jahres hatte das Unternehmen seinen ersten PC-Prozessor mit dem Markennamen Snapdragon X für Windows-Geräte vorgestellt.

Apple wird als Abnehmer ausfallen

Qualcomm entwickelt in erster Linie Smartphone-Chips, der aktuelle Konzern-Chef Cristiano Amon war 2021 allerdings mit dem Versprechen angetreten, die Abhängigkeit von Smartphones zu überwinden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023/24 (Oktober bis September) entfielen mit knapp 25 Milliarden Dollar 75 Prozent des Umsatzes auf den Smartphone-Sektor.

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Auch in anderen Bereichen hat Qualcomm vor, sein Engagement deutlich auszubauen. So soll der Umsatz mit Halbleitern für die Automobilbranche bis 2029 um 175 Prozent auf 8 Milliarden Dollar steigen. Davon seien 80 Prozent bereits durch geschlossene Verträge abgesichert, wie der Konzern erklärte.

Weitere 4 Milliarden Dollar Umsatz sollen mit Industriechips und 2 Milliarden Dollar mit Chips für Headsets erzielt werden. Etwa 4 Milliarden Dollar sollen mit weiteren Halbleiterverkäufen wie Chips für Tablets erwirtschaftet werden.

Qualcomm ist in den letzten zehn Jahren schnell gewachsen, da seine Modems und Prozessoren zu wesentlichen Bestandteilen von High-End-Smartphones wurden. Zu den größten Kunden gehört Apple. Der Technologiekonzern will allerdings künftig auf eigene Entwicklungen setzen – Qualcomm geht davon aus, dass Apple den Kauf von Qualcomm-Bauteilen bereits 2027 einstellen könnte. Die neuen Geschäfte sollen den Ausfall der Apple-Umsätze mehr als ausgleichen, wie Qualcomm gegenüber Investoren erklärte.

Unklarheiten bleiben

Der Markt für Laptop- und PC-Chips wird aktuell von Intel beherrscht, der Konzern kommt nach Schätzung von Experten auf einen Marktanteil von 70 Prozent. Allerdings hat Intel in den letzten Jahren durch strategische Fehler technologisch an Anschluss verloren. Im September hatte es Gerüchte gegeben, dass Qualcomm an einer Übernahme von Intel interessiert sein könnte.

Die Qualcomm-Aktie ist im Tradegate-Handel aktuell 0,4 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 156,06 Euro (Stand: 20.11.2024, 12:30 Uhr). Im Monatsvergleich ist die Aktie 0,2 Prozent im Minus, im Jahresvergleich hat sie 31,8 Prozent an Wert gewonnen.

22 Milliarden Dollar zusätzlicher Umsatz ab 2029 sind ein ambitioniertes Ziel. Aktuell schwächelt etwa der Chipmarkt für PCs und Laptops. Und: Qualcomm erzielt den Großteil seiner Umsätze in China. Hier ist unklar, inwiefern die Präsidentschaft Donald Trumps die Geschäfte künftig belasten könnte.

Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis der Qualcomm-Aktie für 2024 fällt mit 18 zwar moderat aus. Die Aktie ist nach Ansicht von ECOreporter aber nur etwas für risikoaffine Anlegerinnen und Anleger.

Qualcomm Inc.: ISIN US7475251036 / WKN 883121

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