Maersk rechnet damit, das Rote Meer absehbar weiterhin nicht befahren zu können. / Foto: imago images, Lagencia

  Nachhaltige Aktien

Reederei Maersk zieht sich aus Bieterverfahren für Deutsche Bahn-Tochter zurück

Die dänische Reederei Moller-Maersk zieht sich aus dem Bieterverfahren um die Deutsche Bahn-Logistiktochter DB Schenker zurück. Zudem erwartet der Konzern vorerst keine Entspannung im Roten Meer.

Zwar sei Schenker "ein interessantes Unternehmen", erklärte Maersk-Chef Vincent Clerc. Allerdings gebe es "viele Herausforderungen bei einer Integration". Nach eingehender Prüfung sei man darum "zum Schluss gekommen, dass Schenker jetzt zu kaufen nicht die richtige Sache zu diesem Zeitpunkt wäre". Marktbeobachter gehen davon aus, dass vor allem die Abstimmung der IT-Systeme schwierig geworden wäre.

Politik will Bahn-Investition in Infrastruktur

Zuletzt hatte die Deutsche Presse-Agentur (dpa) unter Berufung auf mit dem Verkaufsprozess befasste Personen noch von vier Bietern, einschließlich Maersk, berichtet. Als mögliche Käufer kämen damit jetzt noch die dänische Spedition DSV, eine Finanzinvestorengruppe um das luxemburgische Beteiligungsunternehmen CVC sowie der saudi-arabische Konzern Bahri in Frage.

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Die bisherigen Gebote lagen demnach von unter 15 Milliarden Euro bis deutlich darüber. Insidern zufolge erwartet die Deutsche Bahn noch im Juli ein endgültiges Gebot. Vor Maersk hatte sich bereits der Bonner Logistiker und ECOreporter-Aktien-Favorit DHL Group aus dem Bieterverfahren zurückgezogen.

Der Staatskonzern Deutsche Bahn will mit dem Verkauf von DB Schenker seine Schuldenlast von rund 34 Milliarden Euro abbauen. Haushaltspolitiker der Ampelkoalition fordern laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Spiegel" hingegen, mindestens die Hälfte der Einnahmen für die Infrastruktur zu nutzen.

Maersk rechnet unterdessen damit, dass die kommenden Monate für Spediteure eine Herausforderung bleiben werden. Die Unterbrechung der Containerschifffahrt über das Rote Meer wird nach Einschätzung der Reederei bis ins dritte Quartal andauern.

Maersk und andere Reedereien leiten seit Dezember Schiffe um das Kap der Guten Hoffnung im Süden Afrikas um, um Angriffen der mit dem Iran verbündeten Huthi-Milizen im Roten Meer zu entgehen. Das hat die Frachtraten in die Höhe getrieben. Maersk hatte deshalb Anfang Juni seine Gewinnprognose für das laufende Jahr bereits zum zweiten Mal erhöht. ECOreporter berichtete hier.

Keine Aktie für defensive Investoren

Die Maersk-Aktie notiert im Tradegate-Handel aktuell praktisch unverändert zum Vortag bei 1.664,00 Euro (Stand: 2.7.2024, 11:22 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 5,8 Prozent im Plus, im Jahresvergleich hat sie 6,6 Prozent zugelegt.

In den vergangenen drei Jahren verlor die Maersk-Aktie unter deutlichen Schwankungen insgesamt 27 Prozent. Auf fünf Jahre betrachtet ist sie 74 Prozent im Plus. In diesem Jahr wird Maersk vermutlich nur einen kleinen Nettogewinn erwirtschaften, ursprünglich waren sogar rote Zahlen erwartet worden.

Zwar ist Maersk trotz der aktuellen Schwierigkeiten als eine der weltweit größten Reedereien weiterhin gut aufgestellt. Vorsichtige Anlegerinnen und Anleger sollten sich aber eher zurückhalten und die Geschäftsentwicklung des Konzerns abwarten. Ab Februar 2025 will Maersk gemeinsam mit Hapag-Lloyd aus Hamburg eine neue Schifffahrtsallianz namens "Gemini Cooperation" bilden.

A.P. Moller-Maersk A/S Class A: 

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