Roche will in den USA Milliarden investieren – doch die Aussicht auf niedrigere Medikamentenpreise sorgt für Ärger. / Foto: Roche

  Nachhaltige Aktien, Aktien-Favoriten

Roche plant US-Fabrik für Abnehmmedikamente

Der Schweizer Pharmakonzern Roche und seine US-Tochter Genentech planen den Bau einer Fabrik für Abnehmmedikamente im US-Bundesstaat North Carolina. Der ECOreporter-Aktien-Favorit kritisiert unterdessen Regierungspläne für eine Senkung der Medikamentenpreise.

Der Bau soll laut Roche etwa 700 Millionen US-Dollar kosten. Die Investitionen könnten je nach Bedarf und auch "je nach Entwicklung des politischen Umfelds in den USA" noch ausgeweitet werden, wie Genentech mitteilte. Einen Zeitplan für den Bau gab die Roche-Tochter nicht bekannt.

Kritik an Plänen für Preissenkungen

Roche-Chef Thomas Schinecker hatte Anfang der Woche auf einer Veranstaltung des "Wall Street Journal" erneut Pläne der US-Regierung zur Senkung von Arzneimittelpreisen kritisiert und stellte dabei auch die vorgesehenen, 50 Milliarden Dollar schweren Gesamtinvestitionen von Roche in den USA zur Diskussion.

Lesen Sie auch unser Dossier Diese nachhaltigen Gesundheitsaktien haben gute Aussichten. Wie ECOreporter ein Investment in Roche derzeit einschätzt, erfahren Sie im folgenden Premium-Bereich.

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"Solche Investitionen kann man nur tätigen, wenn man sich diese Investitionen leisten kann. Wenn nun erhebliche Einschnitte kommen, dann kann die gesamte Branche solche Summen nicht mehr investieren", sagte Schinecker. US-Präsident Donald Trump hatte im Mai eine sogenannte Executive Order unterzeichnet, die darauf abzielt, Preise für Arzneimittel in den USA an die Preise im Ausland zu koppeln. 

"Sollte die vorgeschlagene Executive Order in Kraft treten, kämen die von uns zuvor angekündigten erheblichen Investitionen in den USA auf den Prüfstand", hatte eine Roche-Pressesprecherin bereits im Mai erklärt. Roche sei mit der Regierung im Gespräch, erklärte Schinecker nun auf die Frage zum Stand der Dinge. Die Pläne für die hohen Investitionen waren ursprünglich entstanden, weil der Konzern möglichen Zöllen entgehen will.

Der aktienähnliche Roche-Genussschein notiert im Tradegate-Handel aktuell zum Vortag praktisch unverändert bei 286,70 Euro (Stand: 12.6.2025, 9:09 Uhr). Im Monatsvergleich hat das Papier 1,8 Prozent eingebüßt, im Jahresvergleich stieg der Kurs um 10,8 Prozent.

Roche setzt wie andere Pharmakonzerne große Hoffnung in die Entwicklung von Wirkstoffen gegen Übergewicht. Aktuell wir dieser Markt vom ECOreporter-Aktien-Favoriten Novo Nordisk und dessen US-Konkurrent Eli Lilly beherrscht.

Engagierte Pläne und Unsicherheiten

Roche will außerdem seine Forschungsabteilung noch effizienter gestalten, Kosten und Entwicklungsdauer neuer Medikamente sollen deutlich gesenkt werden. Die ehrgeizigen Ziele in der Entwicklungsstrategie und bei neuen Medikamenten schaffen allerdings auch Unsicherheiten. Kommt es hier zu Problemen, könnte das für deutliche Kursrücksetzer sorgen. Hinzu kommen die unklaren Perspektiven im US-Gesundheitssektor.

Ein Einstieg bei Roche erfordert daher nach Einschätzung von ECOreporter aktuell Geduld. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis des Genussscheins liegt derzeit bei 15 für 2025, für ein üblicherweise hoch bewertetes Schweizer Unternehmen ist das eher günstig. Die erwartete Dividendenrendite für 2025 beträgt attraktive 3,8 Prozent.

Aus nachhaltiger Sicht bedenklich: Um Donald Trump zu gefallen, schafft Roche wie andere Konzerne auch sein Diversitätsprogramm ab. ECOreporter berichtete hier. Die Ziele für Vielfalt, Chancengleichheit und Inklusion werden dabei nicht nur in den USA, sondern direkt weltweit gestrichen.

Der Roche-Genussschein zählt zu den ECOreporter-Favoriten-Aktien der Kategorie Nachhaltige Dividendenkönige. Ein Unternehmensporträt finden Sie hier.

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Roche Holding AG Genussschein: 

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