Roche will sich womöglich vom einstigen Milliardenzukauf Flatiron trennen. / Foto: Roche

  Nachhaltige Aktien, Aktien-Favoriten

Roche prüft offenbar Verkauf von Datenauswerter – einstiges Milliardeninvestment

Der Pharmakonzern Roche prüft offenbar einen Verkauf seines US-Datenauswerters Flatiron. Das berichtet die "Financial Times" ("FT"). Der ECOreporter-Aktien-Favorit hatte Flatiron ursprünglich für knapp 2 Milliarden US-Dollar übernommen.

Flatiron gilt als ein führendes Unternehmen für Softwarelösungen bei elektronischen Patientenakten. Zudem ist die Firma auf die Analyse und Aufbereitung von Daten in der Krebsforschung spezialisiert.

Skepsis bei der Roche-Konkurrenz

Insbesondere über ein Netzwerk von Krebskliniken in den USA hat das Unternehmen Zugriff auf umfangreiche Datenbestände. Seine Datenauswertungen verkauft Flatiron dann an Pharmakonzerne, die die Analysen in ihrer Forschung und Entwicklung verwenden.

Roche hatte sich 2016 erstmals an Flatiron beteiligt. Vollständig übernahmen die Schweizer das Unternehmen dann 2018 und zahlten dafür 1,9 Milliarden Dollar.

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Obwohl der Konzern Flatiron immer als eigenständige Firma führte, sorge die Zugehörigkeit zu Roche laut "FT" dafür, dass andere Arzneimittelhersteller zögerten, mit dem Datenunternehmen zu kooperieren. Das verhinderte höhere Umsätze, wie die Zeitung unter Berufung auf Insider berichtet.

Im Rahmen einer Überprüfung von Geschäftsaktivitäten soll der Verbleib von Flatiron im Konzern nun zur Debatte stehen. Laut "FT" hat Roche den US-Finanzriesen Citigroup beauftragt, Optionen für Flatiron zu bewerten. Dazu soll ein vollständiger oder teilweiser Verkauf des Unternehmens gehören. Roche und Citigroup lehnten der Zeitung zufolge eine Stellungnahme ab.

An der Börse wird in erster Linie ein dividendenberechtigter Roche-Genussschein gehandelt. Wie bei allen Schweizer Wertpapieren kann dieser innerhalb der EU aktuell nur über außerbörsliche Handelsplätze gekauft und verkauft werden. Alternativ können Investoren an der Börse einen sogenannten Hinterlegungsschein (ADR) von Roche handeln. Dieser kostet ein Achtel des Genussscheins und bietet Anspruch auf ein Achtel der Dividende. Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) und Dividendenrendite sind mit dem Genussschein identisch.

Der Roche-ADR ist im Handel an der Börse Stuttgart aktuell 0,8 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 36,60 Euro (Stand: 7.8.2024, 11:30 Uhr). Auf Monatssicht ist er 14,1 Prozent im Plus, im Jahresvergleich hat er 5,5 Prozent an Wert gewonnen.

Wie attraktiv ist der Roche-ADR?

ECOreporter sieht bei Roche weiterhin gute Aussichten. Der Konzern ist weltweiter Marktführer bei Krebstherapien und bemüht sich um Wachstum in zukunftsträchtigen Bereichen – aktuell arbeitet das Unternehmen etwa am Einstieg in den boomenden Markt für Abnehm-Medikamente. Das Management hat nach dem ersten Halbjahr seine Prognose für das Geschäftsjahr 2024 angehoben. Die Belastungen durch den Ausfall von Einnahmen aus Corona-Tests und -Medikamenten, die den Kurs in den letzten Monaten beeinträchtigten, hat Roche nach eigener Aussage hinter sich gelassen.

Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für ADR und Genussschein von Roche liegt aktuell bei 17, gerade für ein traditionell hoch bewertetes Schweizer Unternehmen ein moderater Wert. Mit 3,6 Prozent fällt die erwartete Dividendenrendite attraktiv aus. Ein Einstieg in die Aktie ist nach Einschätzung von ECOreporter weiterhin möglich.

Der Roche-Genussschein/ADR zählt zu den ECOreporter-Favoriten-Aktien der Kategorie Nachhaltige Dividendenkönige. Ein Unternehmensporträt finden Sie hier.

Lesen Sie auch: Nachhaltige Dividendenkönige: Bei diesen Aktien kann sich der Einstieg jetzt lohnen.

Roche Holding AG Sponsored ADR 1/8 Aktie: ISIN US7711951043 / WKN 891106

Roche Holding AG Genussschein: ISIN CH0012032048 / WKN 855167

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