SAP will mit seinen KI-Anwendungen die Geschäftswelt grundlegend verändern. / Foto: Unternehmen

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SAP stellt KI-Assistenten Joule vor

Der Walldorfer Softwarekonzern SAP führt einen KI-Assistenten namens Joule ein. Das Programm auf Basis generativer Künstlicher Intelligenz werde in das gesamte SAP-Cloud-Angebot integriert, teilte der ECOreporter-Aktien-Favorit am Dienstag mit. Allerdings werden viele Kunden zunächst keinen Zugang zu dem Programm haben.

Anwenderinnen und Anwendern soll der Assistent in Form eines Chatfensters zur Verfügung stehen. Mit ihm können laut SAP Geschäftszahlen herausgesucht, Stellenanzeigen vorformuliert oder Genehmigungen erteilt werden, ohne einzelne Menüs aufzurufen. Joule soll per Sprachbefehl bedienbar sein und ab Ende 2023 in ersten Anwendungen zur Verfügung stehen.

Preis und Funktionsumfang noch unklar

„Joule nutzt die einzigartige Fähigkeit von SAP, Technologie und Geschäftsprozesse miteinander zu verknüpfen“, erklärte SAP-Chef Christian Klein in einer Mitteilung des Konzerns. Der Assistent versteht demnach nicht nur die Fragen der Nutzer, sondern auch den betriebswirtschaftlichen Kontext.

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Allerdings steht der genaue Funktionsumfang noch nicht fest. Und wie Einsatzmöglichkeiten in Bereichen wie Beschaffung und Kundenmanagement aussehen, will der Konzern erst in den kommenden Wochen auf mehreren Konferenzen bekannt geben.

Eine Angabe zum Preis gibt es ebenfalls noch nicht. Wie das "Handelsblatt" berichtet, wird der Assistent voraussichtlich Teil eines Premiumangebots sein, das der Konzern bald vorstellen will. Der Preisaufschlag dürfte demnach bis zu 30 Prozent betragen.

Laut SAP sollen im Rahmen "zahlreicher Szenarien und Partnerlösungen" mehr als 26.000 Cloud-Kunden künftig direkt in Geschäftsanwendungen integrierte KI, die sogenannte "Business AI", nutzen können. Dazu soll auch Joule gehören.

Aktuell setzt SAP nach eigenen Angaben KI bereits in 130 Szenarien ein. Als Beispiele nennt der Softwarehersteller die Bedarfsprognose in der Beschaffung, die Erkennung von Betrugsversuchen im Finanzwesen oder die vorausschauende Wartung in der Produktion.

Joule soll der Mitteilung zufolge in zahlreiche Anwendungen integriert werden, dazu gehören Finanzwesen oder Lieferkettenmanagement ebenso wie Personalwesen, Einkauf oder Kundenmanagement. Auch externe Softwarehersteller, die Erweiterungen für SAP-Produkte entwickeln, sollen den Assistenten über eine Plattform des Konzerns einbauen können.

Ein beträchtlicher Teil der Kunden wird Joule dem "Handelsblatt" zufolge allerdings zunächst nicht nutzen können: Der Assistent funktioniert nur in Anwendungen, die in der sogenannten Public Cloud laufen, also in zentralisierten Rechenzentren von SAP.

"Komplexe Konzerne" würden allerdings eine Private Cloud bevorzugen, die auf eigenen Unternehmensservern läuft, so die Wirtschaftszeitung. Hinzu kommen die Kunden, die noch nicht auf die aktuelle Produktgeneration umgestellt hätten.

SAP bleibt gut aufgestellt

Die SAP-Aktie ist im Xetra-Handel aktuell 0,4 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 121,48 Euro (Stand: 27.9.2023, 9:35 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 4,9 Prozent im Minus, im Jahresvergleich notiert sie 47,4 Prozent im Plus.

Laut SAP-Chef Klein wird die neue KI-Generation „fundamental verändern, wie Menschen mit unserer Software arbeiten“. Der Konzern plant, "in Zukunft ein offenes Ökosystem für Unternehmens-KI aufzubauen". Seit Anfang September hat SAP auch einen eigenen Chef für das KI-Geschäft.

ECOreporter sieht SAP unabhängig von den KI-Plänen als langfristig gutes Investment. Der Konzern richtet sich mittlerweile stark auf das Cloudgeschäft aus und erwartet hier in den nächsten Jahren ein beschleunigtes Wachstum. Mitte Juli hatte SAP zwar seine Jahresprognose für den Geschäftsbereich gekappt, etwa weil Kunden aus dem öffentlichen Sektor sich aus Kostengründen für Lizenz- statt Cloudlösungen entschieden. Laut Konzernchef Christian Klein soll das aber nur eine Momentaufnahme sein.

Die SAP-Aktie ist mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für 2023 von 39 derzeit teuer. Für 2024 wird das KGV bei moderateren 30 erwartet. Wer jetzt einsteigt, muss Geduld mitbringen, defensivere Anlegerinnen und Anleger sollten auf Kursrücksetzer warten.

SAP ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Kategorie Dividendenkönige. Zum ausführlichen Unternehmensporträt gelangen Sie hier.

Lesen Sie auch den ECOreporter-Überblick über die Entwicklung der nachhaltigen Dividendenkönige und das Dossier In Künstliche Intelligenz investieren: die nachhaltigsten KI-Aktien.

SAP SE: ISIN DE0007164600 / WKN 716460

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