Deutschlandzentrale der SEB in Frankfurt. Die Bank kündigt eine Sonderdividende an. / Foto: SEB

  Nachhaltige Aktien, Aktien-Favoriten

SEB erzielt deutlich mehr Gewinn, Dividende steigt um 70 %

Die schwedische Skandinaviska Enskilda Banken (SEB) hat ihren Nettogewinn 2023 um 42 Prozent gesteigert. Jetzt soll die Dividende kräftig angehoben werden. Wie reagiert der Kurs der ECOreporter-Favoriten-Aktie?

Die SEB erzielte im letzten Jahr einen operativen Umsatz von 80,2 Milliarden Schwedischen Kronen (7,1 Milliarden Euro). Das entspricht einem Plus von 24 Prozent zum Vorjahr. Der Nettogewinn stieg um 42 Prozent auf 38,1 Milliarden Kronen (3,4 Milliarden Euro). Die für Banken wichtige harte Kernkapitalquote (CET-1) lag Ende Dezember bei 19,1 Prozent und ist damit besser als bei vielen internationalen Großbanken. Mit nennenswerten Kreditverlusten rechnet die SEB derzeit nicht.

Die Bank profitierte 2023 von den steigenden Leitzinsen und einer unerwartet guten Entwicklung der schwedischen Wirtschaft. Wegen der hohen Gewinne hat die SEB ein weiteres Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von bis zu 1,75 Milliarden Kronen (154 Millionen Euro) gestartet.

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Zudem soll die Dividende steigen: Die Bank möchte für das Geschäftsjahr 2023 eine reguläre Dividende von 8,50 Kronen je Aktie plus eine Sonderdividende von 3 Kronen ausschütten. Das entspricht insgesamt ungefähr 1 Euro je Aktie und damit beim aktuellen Börsenkurs einer attraktiven Dividendenrendite von 8,1 Prozent. 2022 lag die Dividende bei 6,75 Kronen

Weil der Nettogewinn der SEB im vierten Quartal 2023 etwas niedriger ausgefallen ist als von Analysten erwartet und Bankchef Johan Torgeby davon ausgeht, dass sich die positiven Effekte der Leitzinserhöhungen weiter abschwächen werden, notiert die Aktie heute im Tradegate-Handel 2 Prozent schwächer als gestern bei 12,44 Euro (Stand 25.1.2024, 9:03 Uhr). Seit März 2022 ist der Kurs überwiegend gestiegen. Auf drei Monate gesehen hat er 14 Prozent zugelegt, im Jahresvergleich knapp 11 Prozent. Auf fünf Jahre beträgt der Wertzuwachs 43 Prozent.

Die Aktie bleibt günstig

In den nächsten Quartalen könnten die Gewinne der SEB niedriger ausfallen. Das ist im Börsenkurs allerdings bereits eingepreist. Die Aktie ist derzeit mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 9 für die Geschäftsjahre 2024 und 2025 eher niedrig bewertet. ECOreporter sieht hier weiterhin Kaufgelegenheiten.

Allerdings gibt es Probleme bei der Nachhaltigkeit: Im Dezember 2021 durchsuchte die Staatsanwaltschaft Köln die Frankfurter Deutschlandzentrale der SEB wegen möglicher Verwicklungen in illegale Cum-Ex-Geschäfte. Das Finanzamt Frankfurt fordert nach einem damaligen Bericht des "Handelsblatts" von der Bank eine Steuernachzahlung in Höhe von insgesamt 936 Millionen Euro, zuzüglich Zinsen. Im Februar 2022 erfolgte dann eine Hausdurchsuchung bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC in Frankfurt – mit der Absicht, Beweise für ein Steuerstrafverfahren gegen die SEB zu finden. PwC prüft die Bilanzen der SEB. Seitdem ist es ruhig geworden um den Fall, die Ermittlungen dauern an.

ECOreporter wird die weiteren Entwicklungen verfolgen. Sollte sich der Vorwurf bestätigen und die SEB systematisch Steuerbetrug begangen haben, wird die Redaktion die Aktie möglicherweise aus ihrer Favoriten-Liste entfernen.

Die SEB ist aktuell eine ECOreporter-Favoriten-Aktie in der Kategorie Nachhaltige Dividendenkönige. Ein Porträt der Bank finden Sie hier.

SEB AB A: ISIN SE0000148884 / WKN 859768

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