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SFC Energy eröffnet größtes Werk in Rumänien
Der Brennstoffzellen-Hersteller SFC Energy hat im rumänischen Cluj seine bis dato größte Produktionsstätte eröffnet. Das Unternehmen aus Brunnthal bei München erreicht damit nach eigener Aussage "einen weiteren wichtigen Meilenstein in seiner internationalen Expansion". Neben der Produktion soll auch die Forschung ausgebaut werden.
Das neue Werk befindet sich in unmittelbarer Nähe zu einem bereits bestehenden Standort in Rumänien. Diesen hatte das Unternehmen im Oktober 2011 mit der Übernahme des niederländischen Anlagenbauers PBF Group erworben. Aufgrund der "steigenden Nachfrage nach den Lösungen von SFC in den vergangenen Jahren" wurde die Belegschaft in Cluj laut Unternehmen auf derzeit etwa 115 Beschäftigte ausgebaut. Damit entfallen rund 30 Prozent der Gesamtbelegschaft von 421 Personen zum Halbjahr 2024 auf den Standort in Rumänien.
Ausbau von EU-geförderter Forschung
Das neue Werk ist bereits bezogen und bietet laut SFC mit rund 4.600 Quadratmetern mehr als die doppelte Fläche im Vergleich zum bisherigen Standort. Die Produktion erfolgt vollständig mit grünem Strom, der von einer eigenen Solaranlage geliefert wird. Neben der Fertigung sind Beschaffung, Qualitätssicherung, Kundenservice, Personalwesen und Administration am neuen Standort gebündelt.
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Die Produktion befindet sich SFC zufolge aktuell im Hochlauf, bis Ende des Jahres wird eine Kapazität von 3.000 Brennstoffzellen angestrebt. Bis Ende 2028 ist ein stufenweiser Ausbau auf bis zu 30.000 Brennstoffzellen jährlich geplant. Außerdem sollen Teile wie etwa Spulen oder sogenannte Linearbetriebe, eine besondere Form von Antrieb, gefertigt werden.
Außerdem will das Unternehmen seine Aktivitäten im Bereich Forschung und Entwicklung "im Rahmen der von der EU geförderten Wasserstoffinitiative in Cluj" ausbauen. Dafür werde "die seit einem Jahrzehnt bewährte Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Cluj-Napoca intensiviert".
Die SFC-Aktie gewann nach der Mitteilung Ende vergangener Woche 2 Prozent an Wert. Aktuell ist sie im Xetra-Handel zum Freitag 1,2 Prozent im Minus und kostet 20,15 Euro (Stand: 16.9.2024, 10:00 Uhr). Auf Monatssicht hat die Aktie 0,3 Prozent eingebüßt. In den letzten sechs Monaten stieg der Kurs um 15 Prozent, im Jahresvergleich ist die Aktie 3,4 Prozent im Minus.
Während Brennstoffzellen-Unternehmen wie Ballard Power aufgrund mangelnder Nachfrage ihre Investitionen zusammenstreichen und Personal abbauen,weitet SFC die Produktion aus und stellt neu ein. Mit Brennstoffzellen etwa für den Antrieb von Booten oder Wohnmobilen und vor allem als Ersatz für klassische Diesel-Notstromaggregate hat sich das Unternehmen erfolgreich in einer Marktnische etabliert. Vor allem aber arbeitet SFC inzwischen zuverlässig profitabel – ein Novum in der Wasserstoffbranche. Zuletzt konnte das Unternehmen trotz Engpässen Umsatz und Gewinn weiter steigern.
Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktie für 2024 ist mit 36 allerdings aktuell hoch. Der weitere Erfolg wird auch davon abhängen, inwieweit der aktuelle Ausbau der Produktion sich rentiert – neben dem neuen Werk in Rumänien hat SFC seine Herstellungskapazitäten in Großbritannien verdoppelt.
Sollte sich die Unternehmensentwicklung mit derselben Dynamik wie in den letzten zwei Jahren fortsetzen, könnte die Aktie mittelfristig fair bewertet sein. Für risikofreudige Anlegerinnen und Anleger mit langem Atem ist das Papier derzeit interessant. Defensive Investoren sollten eher abwarten, ob die erweiterten Kapazitäten und die Nachfrage Schritt halten.
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SFC Energy AG: ISIN DE0007568578 / WKN 756857