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SFC Energy meldet Rekordzahlen – was macht die Wasserstoffaktie?
Das Wasserstoffunternehmen SFC Energy aus Brunnthal bei München hat Umsatz und Gewinn im letzten Jahr deutlich gesteigert und geht für 2024 von weiterem Wachstum aus. Ist die Aktie derzeit attraktiv?
Nach vorläufigen Zahlen setzte SFC Energy 2023 118,1 Millionen Euro um. Das sind fast 39 Prozent mehr als im Vorjahr. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) verdreifachte sich von 3,2 auf 9,7 Millionen Euro.
Unternehmensangaben zufolge legte SFC Energy vor allem in Nordamerika und Asien deutlich zu. Nordamerika ist mittlerweile der wichtigste Markt für den Konzern, in Salt Lake City soll im März ein neues Brennstoffzellenwerk seinen Betrieb aufnehmen.
„Auch wenn der Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft weltweit mehr Zeit in Anspruch nehmen wird und die finanzielle Unterstützung der Energiewende durch öffentliche Mittel zum Teil nicht so schnell oder nicht im ursprünglich angedachten Umfang realisierbar erscheint, bleibt der gesellschaftliche Konsens über die Notwendigkeit der Dekarbonisierung der Energieinfrastruktur bei gleichzeitiger Erhaltung der Resilienz unverändert“, sagt SFC Energy-Chef Peter Podesser. Das treibe weiterhin auch die Nachfrage nach der Brennstoffzellentechnologie seines Unternehmens.
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Für 2024 geht Podesser von 20 bis 30 Prozent mehr Umsatz und einem bereinigten EBIT zwischen 9,8 und 14,7 Millionen Euro aus. Der Auftragsbestand erhöhte sich 2023 von 74,2 auf 81,3 Millionen Euro.
Investoren hatten offenbar mit noch besseren Zahlen gerechnet, vor allem mit einer positiveren Gewinnprognose. Die SFC Energy-Aktie hat heute im Tradegate-Handel 2,1 Prozent eingebüßt und kostet aktuell 18,04 Euro (Stand 23.2.2024, 9:30 Uhr). Der Börsenkurs schwankte in den letzten Jahren stark: Auf drei Jahre gesehen hat er 32 Prozent verloren, auf fünf Jahre 78 Prozent gewonnen. Seit Ende 2021 ging es für die Aktie überwiegend abwärts.
SFC Energy gehört zu den bislang wenigen Wasserstofffirmen, die schwarze Zahlen schreiben. Mit Brennstoffzellen etwa für Boote oder Wohnmobile und als Ersatz für klassische Diesel-Notstromaggregate hat der Konzern erfolgreich eine Marktnische erschlossen. Wo kein Zugang zum regulären Netz besteht, versorgt die SFC-Technologie etwa Funkmasten, Radaranlagen oder Überwachungskameras, allerdings auch Ölpumpen mit Strom. Ein wichtiger Markt ist neben Nordamerika Indien, wo SFC Energy 2023 eine Fabrik eröffnet hat.
Viermal so viel Umsatz in vier Jahren?
Im November verkündete das Unternehmen neue Wachstumsziele, der Jahresumsatz soll bis 2028 auf 400 bis 500 Millionen Euro steigen. Mit der Entwicklung leistungsstärkerer Brennstoffzellen will SFC zudem neue Marktsegmente erschließen.
Welches Wachstumspotenzial SFC Energy tatsächlich hat, wird sich allerdings noch zeigen müssen. Der Erfolg wird auch davon abhängen, in welcher Stückzahl und zu welchen Preisen das Unternehmen seine Brennstoffzellen fertigen kann. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2024 ist mit 36 aktuell hoch. Für 2025 liegt es mit 21 deutlich niedriger. Sollte sich die Unternehmensentwicklung mit derselben Dynamik wie in den letzten zwei Jahren fortsetzen, könnte das Papier mittelfristig fair bewertet sein. Heißt: Für risikofreudige Anlegerinnen und Anleger mit langem Atem ist die Aktie derzeit interessant.
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SFC Energy AG: ISIN DE0007568578 / WKN 756857