Siemens setzt weiter auf einen Ausbau seines Digitalgeschäfts. / Foto: Siemens

  Nachhaltige Aktien, Aktien-Favoriten

Siemens kauft Softwareentwickler Dotmatics für 5 Milliarden Dollar

Der Münchner Technologiekonzern Siemens übernimmt das US-Softwareunternehmen Dotmatics. Damit will der ECOreporter-Aktien-Favorit sein Geschäft in der Arzneimittelentwicklung stärken. Finanziert werden soll die Übernahme auch durch Anteilsverkäufe.

Dotmatics ist ein auf die Pharmabranche spezialisierter Anbieter von Forschungs- und Entwicklungssoftware. Der Kaufpreis beträgt 5,1 Milliarden US-Dollar, abgeschlossen werden soll das Geschäft im Winter 2025/26, wie Siemens mitteilte.

Zweiter Milliardendeal innerhalb weniger Monate

"Die Übernahme von Dotmatics ist Teil unseres Wachstumsprogramms 'One Tech Company', mit dem wir unsere führende Position bei Industriesoftware weiter ausbauen und unseren Kunden helfen, noch schneller innovativ zu sein", sagte Siemens-Chef Roland Busch.

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Für die Münchner ist der Dotmatics-Kauf bereits die zweite Milliardenakquisition in den USA binnen weniger Monate. Ende Oktober hatte Siemens den Kauf des auf Industriesoftware spezialisierten US-Unternehmens Altair für 10 Milliarden Dollar bekannt gegeben, die Übernahme ist inzwischen abgeschlossen.

Ebenso wie bei Altair will Siemens den Dotmatics-Deal "in erster Linie" mit dem Verkauf von Aktien börsennotierter Unternehmen finanzieren, wie Finanzvorstand Ralf Thomas erklärte. Dabei geht es erneut auch um Anteile an der Medizintechnik-Tochter Siemens Healthineers.

Mit Dotmatics erhöht sich nach Ansicht von Siemens der adressierbare Gesamtmarkt für Industriesoftware um 11 Milliarden Dollar. Zuvor hatte der Konzern das Volumen auf 68 Milliarden Dollar geschätzt.

Die Siemens-Aktie ist im Xetra-Handel aktuell 4,5 Prozent im Minus zum Vortag und kostet 204,80 Euro (Stand: 3.4.2025). Das dürfte jedoch mehr mit der US-Zollpolitik zu tun haben als mit dem Dotmatics-Kauf. Im Monatsvergleich ist die Aktie 12,3 Prozent im Minus, im Jahresvergleich hat sie 17,6 Prozent zugelegt.

Der Zukauf gehört zur Strategie von Siemens, das Geschäft mit Software und Künstlicher Intelligenz weiter auszubauen. Im Fokus steht dabei eigentlich die Industrieautomatisierung, der Kern der Sparte Digital Industries (DI). Allerdings schwächelt die Sparte und steht im Mittelpunkt beim Abbau von weltweit 6.000 Stellen, den Siemens Mitte März angekündigt hatte. Die aktuellen Probleme liegen laut Siemens vor allem an der Schwäche im Automobilsektor, auf den das Automatisierungs-Geschäft stark ausgerichtet ist.

Umsatz und Verschuldung sind gestiegen

Insgesamt laufen die Geschäfte bei Siemens trotz der Schwäche bei der Industrieautomatisierung gut. Im Geschäftsjahr 2023/24 (Oktober bis September) hatte der Konzern bei stabilem Umsatz dank eines Sondereffekts einen Rekordgewinn von 9 Milliarden Euro erzielt und daraufhin seine Dividende erhöht. Dank des Verkaufs seiner Motorentochter hat das Unternehmen auch im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2024/25 deutlich mehr Geld verdient.

Die Nettoverschuldung stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr zwar von knapp 8 auf 9,4 Milliarden Euro. Damit liegt sie im Verhältnis zum operativen Ergebnis mit einem Faktor von 0,7 nach Ansicht von Siemens aber immer noch im moderaten Bereich. Der Konzern hält einen Verschuldungsgrad bis 1,5 für akzeptabel.

An der Börse kommt der Konzernumbau gut an, in den letzten fünf Jahren stieg der Aktienkurs um 171 Prozent. ECOreporter sieht bei Siemens trotz der deutlichen Kursgewinne weiterhin Einstiegsmöglichkeiten, mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 17 für das Geschäftsjahr 2024/25 ist die Aktie nicht zu hoch bewertet. Die erwartete Dividendenrendite beträgt gute 2,4 Prozent.

Siemens AG:  ISIN DE0007236101 / WKN 723610

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