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Nachhaltige Aktien, Aktien-Favoriten
Siemens will weltweit 6.000 Stellen abbauen
Der Münchner Technologiekonzern Siemens will weltweit rund 6.000 Stellen streichen, rund die Hälfte davon in Deutschland. Arbeitnehmervertreter kritisieren den ECOreporter-Aktien-Favoriten scharf.
Im Fokus steht beim Jobabbau laut Siemens die Industrieautomatisierung, der Kern der Sparte Digital Industries (DI). Hier sollen alleine 5.000 Stellen wegfallen, davon 2.500 in Deutschland. Das Automatisierungsgeschäft ist eigentlich das neue Aushängeschild des Konzerns, lief zuletzt wegen mangelnder Nachfrage aber schwach.
"Kein Verständnis für geplante Maßnahmen"
Weitere 450 Stellen stehen im Ladesäulensegment für Elektroautos zur Disposition. Auch dieser Bereich läuft schwach, Siemens sieht hier offenbar auch keine große Zukunftsperspektive. Das Ladesäulengeschäft soll aus der Gebäudetechnik-Sparte Smart Infrastructure, die sich aktuell am besten entwickelt, ausgegliedert werden.
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Siemens begründet seine Kürzungspläne auch mit der Zurückhaltung in China. Zwar sei die globale Nachfrage nach Automatisierungstechnik "langfristig intakt", die Verschiebung des Wachstums weg aus bisherigen Kernmärkten wie Deutschland und China mache aber "eine strukturelle Anpassung der Kapazitäten notwendig".
Siemens-Chef Roland Busch hatte bereits im Herbst einen Stellenabbau angekündigt, damals aber noch keine Einzelheiten genannt. Betriebsbedingte Kündigungen soll es keine geben, teilte Siemens jetzt mit, zudem bekenne man sich zum Standort Deutschland. Der hiesige Markt sei allerdings seit zwei Jahren rückläufig.
Insgesamt will der Konzern die Zahl der Angestellten in Deutschland in etwa konstant halten. Parallel zum Stellenabbau werde "in anderen, wachsenden Bereichen rekrutiert". Die Maßnahmen sollen bis zum Ende des Geschäftsjahres 2027 umgesetzt sein.
Arbeitnehmervertreter reagierten mit scharfer Kritik auf die Pläne. "Wir haben kein Verständnis für die geplanten Maßnahmen bei der DI und sind angesichts der massiven geplanten Abbauzahl überrascht und verärgert", zitiert die "Süddeutsche Zeitung" die Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats und stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrates, Birgit Steinborn. Jobs dürften nicht "zugunsten der Profitmarge abgebaut werden", sagte Steinborn.
Auch der zweite Vorsitzende der IG Metall, Jürgen Kerner, der ebenfalls im Siemens-Aufsichtsrat sitzt, kritisierte die Pläne gegenüber der "Süddeutschen Zeitung". Es sei den Beschäftigten nicht vermittelbar, wenn Siemens auf der einen Seite große Zukunftspläne verkünde, gleichzeitig aber tausende Stellen streiche. Das Vertrauen sei dann schwer wieder zu reparieren.
Gewinn und Dividende sind gestiegen
Insgesamt laufen die Geschäfte bei Siemens trotz der Schwäche bei der Industrieautomatisierung gut. Im Geschäftsjahr 2023/24 (Oktober bis September) hatte der Konzern bei stabilem Umsatz dank eines Sondereffekts einen Rekordgewinn von 9 Milliarden Euro erzielt und daraufhin die Dividende erhöht. Dank des Verkaufs seiner Motorentochter hat das Unternehmen auch im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2024/25 deutlich mehr Geld verdient.
Die Siemens-Aktie ist im Xetra-Handel aktuell 1,9 Prozent im Minus zum Vortag und kostet 232,55 Euro (Stand: 19.3.2025, 9:10 Uhr). Zuletzt ging es für die Aktie vor allem aufwärts: Im Monatsvergleich ist sie 3,7 Prozent im Plus, auf Jahressicht stieg der Kurs um 34,5 Prozent.
Siemens konzentriert sich im Rahmen seines Konzernumbaus auf die Bereiche Industrie, Infrastruktur und die Zugsparte Mobility. Außerdem hält der Konzern weiterhin die Mehrheit an seiner Gesundheitstochter Siemens Healthineers, denkt aber über eine deutliche Reduzierung der Beteiligung nach. Die Neuaufstellung des Konzerns läuft bislang insgesamt erfolgreich.
ECOreporter sieht bei Siemens trotz der deutlichen Kursgewinne weiterhin Einstiegsmöglichkeiten, mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 18 für das Geschäftsjahr 2024/25 ist die Aktie nicht zu hoch bewertet. Die erwartete Dividendenrendite beträgt gute 2,4 Prozent.
Allerdings sieht auch ECOreporter die angekündigten Stellenstreichungen kritisch, gerade in einer Sparte, die eigentlich als zukünftige Säule des Konzerns gesehen wird. Zudem hat die Redaktion in der Vergangenheit wiederholt darauf hingewiesen, dass der starke Fokus auf das China-Geschäft für Siemens Risiken birgt. Wer in die Aktie einsteigt, sollte dies im Hinterkopf behalten.
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Siemens AG: ISIN DE0007236101 / WKN 723610
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