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Solarkonzern hep verzeichnet hohen Verlust – welche Gründe und Perspektiven gibt es?
Der Konzern der hep global GmbH hat im ersten Halbjahr 2023 bei einem Umsatz von rund 6,6 Millionen Euro einen Fehlbetrag von rund 9,7 Millionen Euro erwirtschaftet. Die hep global GmbH ist Emittentin einer börsennotierten Anleihe mit einem vollplatzierten Volumen von 25 Millionen Euro. Zudem will aktuell ein anderes Unternehmen des hep-Konzerns eine Anleihe mit einem Emissionsvolumen von bis zu 30 Millionen Euro platzieren.
Welche Ursachen und Auswirkungen hat die Geschäftsentwicklung des ersten Halbjahres? Was fällt bei den Konzern-Verbindlichkeiten auf? Welche Erwartungen hat die hep-Geschäftsführung an das Gesamtjahr 2023 und an das nächste Jahr? Wie hat sich für hep aus der Zusammenarbeit mit einer Landeskirche ein großes Potenzial ergeben? Antworten auf diese und weitere Fragen erhalten Sie im Premium-Bereich.
Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.
Der hep-Konzern ist auf dem Gebiet der Projektentwicklung, der Planung, des Baus und Betriebs von Solarparks sowie des Managements von Alternativen Investmentfonds (AIFs) tätig, die zur Finanzierung dieser Tätigkeiten aufgelegt werden. Der Unternehmensgegenstand der Konzern-Muttergesellschaft hep global GmbH ist die Verwaltung von Beteiligungen an anderen Unternehmen sowie die Führung der Geschäfte derselben.
Geringe Umsatzerlöse im ersten Halbjahr
Gemäß dem Konzernzwischenlagebericht war das erste Halbjahr 2023 von einer niedrigeren Auslastung in der Errichtung von Solarparks geprägt. Zusätzlich falle den Angaben nach – wie auch in den vergangenen Jahren – ein Großteil der Erlöse aus der Projektentwicklung in der zweiten Jahreshälfte an. Diese Faktoren resultierten laut hep zusammengenommen für die ersten sechs Monate 2023 in einem niedrigeren Umsatz (6,6 Millionen Euro) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (19,6 Millionen Euro). Der Konzernfehlbetrag lag im ersten Halbjahr 2023 bei 9,7 Millionen Euro (erstes Halbjahr 2022: Konzernfehlbetrag von 4,5 Millionen Euro).
Geschäftsjahr 2022 profitierte vor allem vom USA-Geschäft
Der Halbjahres-Finanzbericht 2023 ist auf den 31. Oktober 2023 datiert. Der ebenfalls erst kürzlich veröffentlichte geprüfte Konzernbericht 2022 hat den Stand 20. Oktober 2023. Der Konzern der hep global GmbH konnte gemäß den Angaben im Konzernlagebericht 2022 die Umsatzerlöse in 2022 auf 94,8 Millionen Euro steigern (Vorjahr: 65,3 Millionen Euro). Die Gesamtleistung hat sich dagegen auf 67,9 Millionen Euro verringert (Vorjahr: 93,7 Millionen Euro).
Vor allem durch die Fertigstellung von Solarparks in den USA kam es zu dem Umsatzanstieg. Damit war ein Bestandsrückgang von unfertigen Leistungen in Höhe von 26,9 Millionen Euro verbunden, wodurch sich die Gesamtleistung verringerte. Neben den Umsatzerlösen aus der Errichtung von Solarparks (46,4 Millionen Euro) setzten sich auch die Erlöse aus Projektentwicklungsleistungen (38,3 Millionen Euro) vor allem aus Leistungen in den USA zusammen.
Bei den sonstigen betrieblichen Erträgen in 2022 von 3,3 Millionen Euro (Vorjahr: 4,9 Millionen Euro) handelt es sich im Wesentlichen um Erträge aus der Währungsumrechnung. Für die nicht im Euro-Raum ansässigen hep-Unternehmen (Japan, USA, Kanada, Polen) werden die Jahresabschlüsse in der jeweiligen Landeswährung erstellt.
Der Personalaufwand ist laut Konzernlagebericht im Geschäftsjahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr von 13,9 auf 17,5 Millionen Euro gestiegen. Ursächlich hierfür war nach hep-Angaben die Zunahme der Mitarbeiterzahl von 153 auf 171 Personen, die durch den weiteren Aufbau der Organisation verursacht sei. Der durchschnittliche Personalaufwand je Mitarbeiter betrug den Angaben nach 106.000 Euro (Vorjahr: 94.000 Euro). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen des Konzerns sind von 15,7 auf 16,7 Millionen Euro in 2022 gestiegen. Diese Aufwendungen umfassen laut hep im Wesentlichen Rechts- und Beratungskosten, Reisekosten, Werbekosten, Währungsaufwendungen sowie Raumkosten.
Der Konzernjahresüberschuss betrug für 2022 0,4 Millionen Euro (Vorjahr: 2,0 Millionen Euro).
Bilanzielle Überschuldung und kurzfristige Verbindlichkeiten

Firmenzentrale von hep in Güglingen. Der Konzern ist weltweit tätig. / Foto: hep
Der hep-Konzern wies zum 31. Dezember 2022 noch ein positives Eigenkapital von rund 900.000 Euro aus. Infolge des Konzernhalbjahresverlusts von 9,5 Millionen Euro und der Veränderung der Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung (Währungsausgleichsposten) von 1,1 Millionen Euro hat sich laut der Konzernbilanz zum 30. Juni 2023 ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag von 9,8 Millionen Euro ergeben.
Die Geschäftsführung der hep global GmbH geht gemäß den Angaben im Halbjahresfinanzbericht 2023 „aufgrund der erwarteten positiven Entwicklung im zweiten Halbjahr 2023 und positiver Ergebnis- und Liquiditätsplanungen für die Folgejahre von der Zahlungsfähigkeit und damit von der Fortführung der Konzerntätigkeit aus“.
Die Verbindlichkeiten des Konzerns betragen zum 30. Juni 2023 rund 86 Millionen Euro. Davon haben laut Konzernanhang zum 30. Juni 2023 rund 56 Millionen Euro eine Restlaufzeit von nur bis zu einem Jahr.
Die Bankguthaben (flüssige Mittel) des hep-Konzerns haben sich gemäß den Bilanzangaben von 14,2 Millionen Euro (31.12.2021) auf 5,4 Millionen Euro (zum 31.12.2022) und im ersten Halbjahr 2023 weiter auf 1,7 Millionen Euro (zum 30.6.2023) verringert. Diese Rückgänge sind nach hep-Angaben zum Großteil durch Aufwendungen für im Bestand befindliche Projektentwicklungen begründet.
Gemäß den Angaben im Halbjahresfinanzbericht 2023 gab es bei der Kreissparkasse Heilbronn eine Kontokorrentlinie von 1,5 Millionen Euro sowie ein Aval-Rahmenkonto in Höhe von 0,5 Millionen Euro. Die Kontokorrentlinie wurde laut hep zum 30. Juni 2023 in Höhe von 1,4 Millionen Euro und das Aval-Rahmenkonto in nahezu voller Höhe in Anspruch genommen.
Verzögerungen in den USA - Projektentwicklungen in Deutschland und Polen
Im ersten Halbjahr 2023 waren laut Konzernzwischenlagebericht die Auswirkungen aus Unsicherheiten im für den Konzern wichtigen US-Markt noch sichtbar. Unsicherheiten bestanden nach hep-Angaben insbesondere durch das vom US-Handelsministerium im März 2022 eingeleitete Verfahren zur Erhebung von Zöllen auf importierte Solarmodule und -zellen. Hierdurch verzögerten sich sowohl Projektentwicklung als auch Errichtung von Solarparks.
Im ersten Halbjahr 2023 hat hep den Markteintritt in Polen vollzogen und ein Portfolio von 16 Solarprojekten erworben. Die Entwicklung der Projekte hat laut hep begonnen.
Im ersten Halbjahr 2023 wurde auch eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen, die hep nach eigenen Angaben Zugriff auf über 10.000 Flächen in Mitteldeutschland bietet. Laut Wertpapierprospekt vom 5. Oktober 2023 der hep solar projects GmbH hat sich der hep global Konzern unter anderem in Zusammenarbeit mit einer Landeskirche einen fünfjährigen exklusiven Zugriff auf über 10.000 Grundstücke gesichert, wobei nach hep-Angaben bereits jetzt in einer frühen Phase der Entwicklung Grundstücke als geeignet erscheinen, die ein Solarpotenzial von 150 Megawattpeak (MWp) aufweisen.
Im Bereich Investments verlief das Neugeschäft in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2023 laut hep positiv. Für den Publikums-AIF „HEP-Solar Green Energy Impact Fund 1“ konnten den Angaben nach im Zeitraum Januar bis Juni 2023 24,1 Millionen Euro Kommanditkapital eingeworben werden.
ECOreporter hat den Fonds hier ausführlich analysiert.
Geschäftsausblick und Risiken
Der hep-Konzern prognostiziert laut Konzernlagebericht (Stand: Oktober 2023) für das Geschäftsjahr 2023 einen Umsatz von rund 50 bis 60 Millionen Euro sowie ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern von rund 0 bis 5 Millionen Euro. Der niedrigere Umsatz im Vergleich zu 2022 ist laut hep vor allem darauf zurückzuführen, dass in Entwicklung und im Bau befindliche Projekte des Tochterunternehmens hep Petra in den USA erst im Geschäftsjahr 2024 die Baufertigstellung erreichen werden.
Ein wesentliches Risiko für den hep-Konzern besteht laut Konzernlagebericht 2022 darin, dass die Verfügbarkeit von Komponenten oder Flächen nicht gewährleistet werden kann bzw. die Erstellung von Solarparks durch deutlich steigende Preise nicht mehr profitabel durchzuführen ist. In welchem Volumen die in der Projekt-Pipeline befindlichen Projekte tatsächlich realisiert bzw. kommerziell verwertet werden können, ist nach Angaben von hep ungewiss.
Zudem kann das Risiko bestehen, dass dem hep-Konzern nicht ausreichend Kapital zufließt, um (alle) aussichtsreichen Solarprojekte plangemäß fertig zu entwickeln und errichten zu können.
Derzeit bietet die hep solar projects GmbH, eine Tochter der hep global GmbH, eine Anleihe mit einem Zins von 8 Prozent pro Jahr und einem Emissionsvolumen von bis zu 30 Millionen Euro an. Das Anleihekapital soll die Entwicklung von Photovoltaikprojekten innerhalb des hep global Konzerns finanzieren. ECOreporter plant, in Kürze eine Analyse des „Green Bond 2023/2028“ der hep solar projects GmbH zu veröffentlichen. Die Anleihe (ISIN: DE000A351488) soll voraussichtlich ab dem 29. März 2024 in den Freiverkehr der Frankfurter Wertpapierbörse einbezogen werden.
Anleihe der hep global GmbH vorübergehend mit Zinserhöhung
Im Mai 2021 hatte die hep global GmbH eine Anleihe angeboten und mit 25 Millionen Euro vollplatziert. Der "Green Bond 2021/2026" (ISIN: DE000A3H3JV5) bietet einen Zins von 6,5 Prozent pro Jahr bei einer Laufzeit von inzwischen noch rund 2,5 Jahren.
ECOreporter hat sich die grüne hep-Anleihe hier näher angesehen.
Da der geprüfte Konzernabschluss und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2022 nicht bis zum 30. Juni 2023 veröffentlicht wurden, erhöht sich nach hep-Angaben der Zinssatz der Unternehmensanleihe für die Zinsperiode vom 18. November 2023 bis zum 17. Mai 2024 vorübergehend um einen Prozentpunkt von 6,5 Prozent pro Jahr auf 7,5 Prozent pro Jahr.
An der Börse Frankfurt notiert die Anleihe derzeit bei 90,25 Prozent ihres Nennwertes (Stand: 6.11.2023, 8:12 Uhr).
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