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Speicherchip-Hersteller Micron erhält Milliarden-Förderung in den USA
Das US-Handelsministerium hat dem US-Halbleiterkonzern Micron Technology eine Förderung in Höhe von 6,2 Milliarden Dollar zugesagt. Das Geld fließt im Rahmen des sogenannten CHIPS and Science Act und soll für den Bau von Fabriken verwendet werden.
Konkret sind die Mittel laut Ministerium für den Bau von drei neuen Speicherchipwerken bestimmt, zwei im US-Bundesstaat New York und eines in Idaho, mit deren Bau das Unternehmen bereits 2023 begonnen hat. Micron selbst will rund 100 Milliarden Dollar in New York und 25 Milliarden Dollar in Idaho investieren.
Trump stellt Förderung infrage
Zusätzlich zu den 6,2 Milliarden Dollar an direkten Fördermitteln gab die Regierung Biden bekannt, dass sie mit Micron eine separate, nicht bindende vorläufige Absichtserklärung unterzeichnet habe, nach der das Unternehmen bis zu 275 Millionen Dollar an zusätzlichen Fördermitteln für die Erweiterung und Modernisierung seines Werks im Bundesstaat Virginia erhalten könnte.
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"Als einziger in den USA ansässiger Hersteller von Speicherprodukten ist Micron in einer einzigartigen Position, um die führende Speicherproduktion in die USA zu bringen, die Technologieführerschaft des Landes zu stärken und fortschrittliche Innovationen zu fördern", sagte Micron-Chef Sanjay Mehrotra.
Micron ist das vierte Unternehmen, das eine Förderung durch den 2022 verabschiedeten CHIPS-Act erhält. Anfang November wurden den Auftragsfertigern TSMC aus Taiwan und GlobalFoundries aus den USA 6,6 Milliarden beziehungsweise 1,5 Milliarden Dollar an direkten Fördermitteln zugesprochen. Noch im selben Monat erhielt Intel 7,9 Milliarden Dollar – weniger als die 8,5 Milliarden Dollar, die dem Unternehmen ursprünglich in Aussicht gestellt worden waren.
Der insgesamt 280 Milliarden Dollar schwere CHIPS-Act wurde im Juli 2022 vom US-Kongress verabschiedet. Die Mittel aus dem Gesetz sind als Subventionen für Halbleiterhersteller vorgesehen, die in den USA fertigen, aber auch für Forschung und Entwicklung in der Halbleiterindustrie, wenn diese innerhalb der Vereinigten Staaten stattfindet.
Ob der CHIPS-Act die Biden-Administration überlebt, ist fraglich. Donald Trump hatte vor seiner Wahl zum US-Präsidenten das Förderprogramm kritisiert. Seiner Meinung nach sollte die Regierung Zölle auf ausländische Halbleiter erheben, anstatt Chip-Unternehmen mit Zuschüssen und Darlehen zu fördern.
Die Micron-Aktie gewann nach der Förderzusage im gestrigen Börsenhandel rund 4 Prozent an Wert. Aktuell notiert sie im Tradegate-Handel weitere 0,3 Prozent im Plus bei 97,57 Euro (Stand: 12.12.2024, 9:23 Uhr). Im Monatsvergleich ist das Papier 1,8 Prozent im Plus, auf Jahressicht hat es 34,8 Prozent an Wert gewonnen.
Eine Aktie für Mutige
Micron ist hinter Samsung aus Südkorea der zweitgrößte Speicherchip-Hersteller der Welt und profitiert aktuell vom Boom rund um Künstliche Intelligenz (KI). Auch der Chipentwickler Nvidia, führend bei KI-Halbleitern, verwendet die Hochleistungsspeicher des Unternehmens.
Nach einer langen Phase stetiger Kursgewinne und einem Allzeithoch im Juni hat die Micron-Aktie bis Anfang September eine längere Korrekturphase erfahren, seitdem konnte der Kurs sich wieder etwas erholen. ECOreporter hatte die Aktie im November 2023 bei einem Preis von 69,12 Euro als "spannendes, aber riskantes Investment für langfristig orientierte Anlegerinnen und Anleger" eingestuft. Seitdem ist der Kurs um 41 Prozent gestiegen.
ECOreporter schätzt die weiteren Aussichten für den Konzern als positiv ein. Die Wahl von Donald Trump und das mögliche Streichen von Fördermitteln schafft allerdings Unsicherheiten, zudem könnte ein Abflauen des KI-Hypes weitere Rücksetzer bedeuten. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der Aktie für 2024 liegt zwar bei moderaten 11, die Aktie ist aber weiterhin eher ein Fall für mutige Investoren.
Micron Technology Inc.: ISIN US5951121038 / WKN 869020
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