Micron leidet unter dem Handelskrieg zwischen China und den USA. / Foto: Micron

  Nachhaltige Aktien

Speicherhersteller Micron gibt China-Geschäft teilweise auf

Der US-Speicherchipkonzern Micron Technology steht beim Handelskrieg zwischen den USA und China schon länger zwischen den Fronten. Nun gibt das Unternehmen sein Geschäft mit Server-Speichern in China überwiegend auf.

Wie Micron erklärte, wird das Unternehmen keine DRAM- und NAND-Chips für Serversysteme mehr nach China liefern. DRAM-Chips dienen als temporärer Arbeitsspeicher für schnelle Datenzugriffe, während ein Gerät in Betrieb ist. Mit NAND-Technologie werden Daten dauerhaft auch ohne Stromversorgung gespeichert.

Geschäft ohne Großkunden sinnlos

Micron leidet bereits seit mehr als zwei Jahren unter dem Handelskrieg zwischen den USA und China. Als Reaktion auf US-Sanktionen hatte die chinesische Regierung 2023 erklärt, dass Micron-Chips ein Sicherheitsrisiko darstellen würden. Größere chinesische Firmen dürfen seitdem keine Micron-Speicher mehr verbauen.

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Beweise für angebliche Sicherheitslücken bei Micron wurden von China nie vorgelegt. Beobachter sehen eine reine Vergeltungspolitik gegen US-Handelsbeschränkungen. Die Vereinigten Staaten versuchen nicht erst seit Donald Trumps zweiter Präsidentschaft, Chinas Zugang zu moderner Halbleitertechnologie einzuschränken.

Der Rauswurf aus dem zweitgrößten Markt traf Micron entsprechend stark, nun zieht das Unternehmen einen Schlussstrich. Ohne Großkunden in China mache das Geschäft in der Volksrepublik keinen Sinn mehr, erklärte Micron gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Die geschäftlichen Auswirkungen des Schritts dürften allerdings überschaubar ausfallen. Micron konnte den Ausfall in China seinerzeit relativ schnell durch das globale Geschäft auffangen.

Nicht betroffen von dem Ausstieg in China sind zudem Direktlieferungen an Großkunden wie beispielsweise Lenovo, erklärt Reuters weiter. Auch Automotive-Chips und Halbleiter für Smartphones will Micron offenbar weiterhin liefern.

Anteil des China-Geschäfts bereits deutlich gesunken

Die Micron-Aktie ist im Tradegate-Handel aktuell 3,2 Prozent im Minus zum Vortag und kostet 167,80 Euro (Stand: 17.10.2025, 11:44 Uhr). Im Monatsvergleich stieg der Kurs um 19,1 Prozent, auf Jahressicht gewann die Aktie 61,5 Prozent an Wert.

Im Geschäftsjahr 2024/2025 (September bis August) ging der Umsatz in China gegenüber dem Vorjahr von 3,1 auf 2,6 Milliarden US-Dollar zurück. Der Gesamtumsatz stieg im gleichen Zeitraum von 25,1 auf 37,4 Milliarden Dollar. Der China-Anteil schrumpfte prozentual gesehen also bereits deutlich. ECOreporter berichtete hier.

Nach einer längeren Flaute im Speicherchip-Markt und an der Börse geht es für Micron seit einiger Zeit wieder spürbar aufwärts. Das Unternehmen profitiert vor allem davon, dass die Nachfrage nach besonders schnellen Speichern im Zusammenhang mit dem Ausbau Künstlicher Intelligenz (KI) steigt. Allerdings erholte sich auch das Geschäft mit konventionellen Speichern zuletzt laut Micron wieder spürbar.

ECOreporter schätzt die langfristigen Aussichten des Konzerns weiter als gut ein. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktie für das Geschäftsjahr 2025/26 liegt trotz der deutlichen Kursgewinne bei moderaten 13. Die Aktie ist also nicht überhitzt wie etwa die des KI-Branchenprimus Nvidia. Der teilweise Rückzug aus China verringert außerdem Risiken. Für langfristig ausgerichtete Anlegerinnen und Anleger kann die Micron-Aktie weiterhin eine Option sein.

Micron Technology Inc.:  ISIN US5951121038 / WKN 869020

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