Siemens soll bis zu 200 Züge der Desiro-Reihe in die Schweiz liefern. / Foto: Siemens

  Nachhaltige Aktien, Aktien-Favoriten

Stadler klagt wegen Auftragsvergabe an Siemens

Der Schweizer Zugbauer Stadler sieht sich bei der Vergabe eines Großauftrags in seiner Heimat benachteiligt und zieht deshalb vor Gericht. 

Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) hatten im November eine milliardenschwere Bestellung von 116 Doppelstockzügen an den Münchner Siemens-Konzern vergeben. Der Auftrag hat einen Wert von umgerechnet knapp 2,2 Milliarden Euro und kann noch um bis zu 84 weitere Züge aufgestockt werden. Die Bahnen sollen überwiegend im Siemens-Werk in Krefeld gebaut und ab 2031 ausgeliefert werden.

An der Ausschreibung des Auftrags hatte sich auch Stadler beteiligt. Dass man nicht den Zuschlag bekam, sorgte bei dem Konzern für Unverständnis. Stadler-Chef Peter Spuhler sagte, man sei nur 0,6 Prozent teurer gewesen als Siemens und hätte den Auftrag gerne in der Schweiz gehalten, statt ihn an eine ausländische Firma gehen zu sehen.

Auswahlergebnisse "nicht nachvollziehbar"

Am Freitag teilte Stadler nun mit, man habe beim Bundesverwaltungsgericht in St. Gallen Einspruch gegen die Auftragsvergabe an Siemens eingelegt. Stadler fordert, den Vergabeprozess von unabhängiger Stelle überprüfen zu lassen. Es sei „nicht nachvollziehbar, wie sich das siegreiche Angebot in bewerteten Kriterien wie beispielsweise Betriebskosten, Qualität, Instandhaltung, Nachhaltigkeit oder Serviceverträge abheben konnte“, heißt es in einer Unternehmensmeldung.

Die SBB erklärten daraufhin in einer Stellungnahme, der Preisvorsprung des Siemens-Angebots sei groß gewesen. Die von Stadler genannte Differenz von 0,6 Prozent beziehe sich lediglich auf die Investitionskosten. Das Angebot von Siemens habe jedoch auch beim Betriebsaufwand, also den Kosten für unter anderem Energie und Instandhaltung, am besten abgeschnitten. Über die gesamte geplante Lebensdauer der Züge von 25 Jahren summiere sich der Preisvorteil auf einen dreistelligen Millionenbetrag.

Bereits nach der Auftragsvergabe im November hatten die SBB darauf hingewiesen, dass Bestellungen zwingend an das Unternehmen mit dem vorteilhaftesten Angebot vergeben werden müssten. Eine Bevorteilung Schweizer Firmen sei weder vorgesehen noch erlaubt. Siemens wies vor wenigen Tagen darauf hin, dass man in der Schweiz an 20 Standorten 6.000 Menschen beschäftige und seit Jahrzehnten mit den SBB zusammenarbeite. Unter anderem würden mehr als 180 Siemens-Lokomotiven der Vectron-Reihe „das Rückgrat des Güterverkehrs in der Schweiz“ bilden.

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Siemens ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Kategorie Nachhaltige Dividendenkönige.

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