Steico ist ein Marktführer bei ökologischen, holzbasierten Dämmstoffen. Das Segment schwächelt derzeit wie die gesamte Baubranche, könnte in den nächsten Jahren aber vom Trend zum energetischen Sanieren profitieren. / Foto: Steico

  Nachhaltige Aktien, Aktien-Favoriten

Steico bleibt trotz Krise im Baugewerbe profitabel

Der starke Auftragsrückgang in der Bauindustrie belastet auch den Baustoffkonzern Steico. Der ECOreporter-Aktien-Favorit aus Feldkirchen bei München schreibt aber weiterhin schwarze Zahlen. Wie sind die Aussichten für die nächsten Monate, und wie interessant ist die Aktie?

Im dritten Quartal 2023 ging Steicos Umsatz um 17 Prozent zum Vorjahr zurück auf 92,4 Millionen Euro. Unter dem Strich blieb ein Nettogewinn von 5,2 Millionen Euro. Im dritten Quartal 2022 waren es 14,3 Millionen Euro.

Nach drei Quartalen liegt der Umsatz mit 282,4 Millionen Euro 19 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der Nettogewinn beträgt 14,2 Millionen Euro nach 41,2 Millionen Euro im gleichen Zeitraum 2022. Die Eigenkapitalquote ging seit Jahresanfang von 53,5 auf 48,9 Prozent zurück.

Umsatzeinbruch in Deutschland

In Steicos Kernmarkt Deutschland sank der Umsatz in den ersten neun Monaten dieses Jahres um 29 Prozent und damit deutlich stärker als in anderen Ländern. „Neben der schwachen Neubaukonjunktur hat hier die anhaltende Unsicherheit hinsichtlich der politischen Rahmenbedingungen zu spürbaren Aufschiebe-Effekten bei der Sanierungstätigkeit geführt“, heißt es dazu in einer Unternehmensmitteilung.

Als weitere Gründe für die schwache Geschäftsentwicklung nennt das Management „Inflation, gestiegene Finanzierungskosten und verschärften Wettbewerb in fast allen Absatzmärkten“. Gegen Ende des dritten Quartals habe die „Belebung der Nachfrage jedoch zunehmend an Dynamik“ gewonnen.

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Für das Gesamtjahr 2023 rechnet Steico mit einem Umsatzminus von 15 bis 17 Prozent und einer Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern (EBIT-Marge) von 8 bis 10 Prozent. Nach den ersten neun Monaten lag die EBIT-Marge bei 9,3 Prozent. Für die nächsten Quartale gibt sich der Konzern verhalten optimistisch: „Nach wie vor verfügt die Mehrzahl der Betriebe in der Holzbaubranche über einen Auftragsüberhang bis ins Jahr 2024, der sich stabilisierend auswirkt. Zugleich erwartet die Unternehmensleitung weiterhin eine deutliche Aktivitätenverschiebung in den Sanierungsbereich, sodass sich die Stabilisierung auch im vierten Quartal fortsetzen dürfte.“

Die Steico-Aktie entwickelt sich weiterhin schwach. Weil die neue Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2023 leicht unter den bisherigen Erwartungen liegt, ist die Aktie heute mit einem Minus von 2 Prozent in den Tradegate-Handel gestartet, aktuell kostet sie 24,80 Euro (Stand 19.10.2023, 9:31 Uhr).

Nach einer Gewinnwarnung Ende Mai war der Steico-Kurs um rund 40 Prozent eingebrochen, noch immer hat sich die Aktie davon nicht erholt. Nach zuvor hohen Zugewinnen sinkt der Kurs seit August 2021 fast durchgehend. Im Jahresvergleich notiert er knapp 50 Prozent im Minus, auf fünf Jahre gesehen liegt er 4 Prozent im Plus.

Kingspan kontrolliert jetzt Steico

Steico bekommt einen neuen Mehrheitsaktionär: Der irische Baustoffhersteller Kingspan erwirbt von Unternehmenschef und -Gründer Udo Schramek mindestens 51 Prozent der Steico-Anteile. Insgesamt hält Schramek 61,1 Prozent an Steico, seine restlichen 10,1 Prozent könnte Kingspan zu einem späteren Zeitpunkt ebenfalls noch kaufen. ECOreporter berichtete hier ausführlich über den Deal.

Wichtig für Anlegerinnen und Anleger: Dass Kingspan die Mehrheit der Aktien erwirbt, führt in diesem Fall nicht zur Notwendigkeit eines Übernahmeangebots an die übrigen Aktionäre. Da die Steico-Aktien lediglich im Freiverkehr gehandelt werden, greifen die Bestimmungen des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes (WpÜG) nicht.

Die Mehrheitsübernahme sorgt neben der schlechten Situation im Bausektor derzeit zusätzlich für erhebliche Unsicherheiten. Zwar schätzt ECOreporter die langfristigen Aussichten von Steico mit seinen sehr umweltfreundlichen Baustoffen grundsätzlich weiterhin als gut ein. Defensive Anlegerinnen und Anleger sollten sich aktuell aber mit einem Einstieg zurückhalten.

Steico ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Kategorie Grüne Spezialwerte. Ein Unternehmensporträt finden Sie hier.

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Steico SE: ISIN DE000A0LR936 / WKN A0LR93

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