Richtiges Dämmen spart Energie. Sind Investitionen in Aktien von Unternehmen wie Steico oder Owens Corning eine gute Idee? / Foto: Owens Corning

  Aktientipps, Nachhaltige Aktien

Nachhaltige Dämmstoff-Aktien – wo sich ein Einstieg weiter lohnen kann

Probleme im Bausektor und eine unsichere Konjunktur haben Dämmstoffherstellern zuletzt zu schaffen gemacht. Doch zumindest im Baugewerbe könnte sich die Situation allmählich aufhellen. ECOreporter hat geprüft, welche Aktien aus der Dämmstoffbranche aktuell attraktiv sein können.

Nahezu drei Viertel seines Gesamtenergieverbrauchs wendet ein deutscher Durchschnittshaushalt für das Heizen auf. Erstaunlich: Warmes Wohnen verbraucht fast so viel Energie wie die gesamte Industrie der Bundesrepublik und mehr als der Verkehr. Das soll sich ändern – durch neue Heizungen und durch Dämmung. Laut ADAC kann die energetische Sanierung den Energiebedarf um bis zu 80 Prozent reduzieren.

Für energetische Sanierungen gibt es Zuschüsse und Kredite durch die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sowie das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa). Einige der Fördermittel lassen sich kombinieren. Die Bundesregierung plant, diese Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) bis mindestens 2029 weiter zu finanzieren.

Bis 2045 soll der Immobilienbestand in Deutschland klimaneutral werden. Ein Gutachten im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums kam 2024 zu dem Schluss, dass dafür jährlich rund 2 Prozent aller Wohngebäude energetisch saniert werden müssten. Doch die Quote der Sanierungen liegt deutlich unter 1 Prozent. Und sie steigt nicht – sie sinkt. Mit 0,67 Prozent wurde 2025 ein neuer Tiefstand erreicht.

Wie stehen börsennotierte Dämmstoffhersteller derzeit da? Die folgenden Unternehmen hat sich ECOreporter näher angesehen und geprüft, ob sich eine Beteiligung lohnen kann:

• Kingspan
• Owens Corning
• Rockwool
• Steico
• Sto

Ist Dämmung wirklich gut?

Ist für die Dämmung mehr Energie in der Herstellung nötig, als sie einspart? Ein altes Vorurteil – aber leicht zu widerlegen: Denn Dämmstoffe können viele Jahre an der Wand bleiben, und selbst wenn ein Haus schon im jungen Alter von 30 Jahren wieder abgerissen würde: Der Dämmstoff hätte bis dahin geholfen, vielfach so viel Energie einzusparen, wie seine Produktion und Anbringung erforderte.

Die allermeisten Dämmstoffe amortisieren sich energetisch innerhalb weniger Monate. Es gibt allerdings Unterschiede: Natürliche Dämmstoffe wie Hanf und Jute sind schon in der Herstellung wesentlich energiesparender als etwa Schaumglasplatten.

Leidet man in gedämmten Häusern unter Schimmel? Vor allem, wenn man gleichzeitig mit der Dämmung sehr dichte neue Fenster verwendet? Nein. Schuld am Schimmel sind weder Fenster noch Dämmung, sondern meist mangelnde Lüftung, manchmal auch Wärmebrücken. Das sind Stellen, an denen eine Wandfläche kälter ist als der Rest. Und dagegen hilft nur eins: dämmen.

Dass es bei den Sanierungsquoten nicht vorwärts geht, liegt nicht einfach nur an fehlendem Willen. Laut Umfragen der Initiative Klimaneutrales Deutschland herrscht bei vielen Hauseigentümerinnen und -eigentümern Verunsicherung über die Förderbedingungen. Zudem überschätzen dem Verein zufolge viele die Energiebilanz ihrer eigenen vier Wände.

Europäischer Bausektor erwartet Besserung

Immerhin: In Europa zeichnet sich im Bausektor eine Erholung ab. Die Branche erwartet 2026 europaweit selbst im pessimistischsten Szenario einen Zuwachs von 2,4 Prozent. Zum Vergleich: 2025 wuchs der Bausektor nur um 0,3 Prozent. Das könnte auch den Markt für Dämmstoffe wieder ankurbeln. In den USA hingegen dürfte besonders der private Wohnungsbau weiter stagnieren oder sogar leicht rückläufig sein – die US-Zölle macht Bauen teurer, die schwache Konjunktur sorgt für Zurückhaltung bei Investitionen, und wegen der abschreckenden Einwanderungspolitik der Trump-Regierung fehlen Arbeitskräfte.

Für geduldige Anlegerinnen und Anleger gibt es immer noch Aktien aus der Dämmstoffbranche, bei denen sich aktuell ein Kauf lohnen kann. Welche das sind, erfahren Sie im Premium-Bereich.

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