Einfach E-Mail-Adresse eintragen und auf "Abschicken" klicken - willkommen!

Straumann erweitert China-Geschäft
Der Schweizer Zahnimplantat-Hersteller Straumann stellt sich international breiter auf und übernimmt das chinesische Unternehmen AlliedStar, einen Hersteller von Intraoralscannern.
Intraoralscanner erstellen ein digitales Abbild von Zähnen und ersetzen den Biss in eine Abformmasse. AlliedStar produziert die Geräte für den chinesischen Heimatmarkt. „Die Übernahme wird es uns ermöglichen, in China eine konkurrenzfähige Intraoralscanner-Lösung anzubieten“, sagt Straumann-Chef Guillaume Daniellot.
Straumann wird in verschiedenen Tranchen über die nächsten acht Jahre verteilt die vollständige Beteiligung an AlliedStar erwerben. Die Unternehmen haben vereinbart, die finanziellen Einzelheiten nicht zu veröffentlichen.
Straumann hatte im ersten Halbjahr 2023 wie erwartet wegen hoher Investitionen einen Gewinnrückgang hinnehmen müssen (ECOreporter berichtete hier). Der Umsatz legte hingegen zu, insbesondere aufgrund einer Erholung des China-Geschäfts. Der Umsatz in der Region Asien-Pazifik, zu dem China den größten Beitrag leistete, stieg im zweiten Quartal um fast ein Viertel.
Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.
Seine bisherige Prognose bestätigte Straumann. Der Umsatz soll im Gesamtjahr 2023 im hohen einstelligen Prozentbereich wachsen, die um Sonderposten bereinigte Kern-EBIT-Marge erwartet das Management bei 25 Prozent.
Der Konzern geht nach der ersten Jahreshälfte davon aus, dass sich der Patientenzulauf in den meisten Regionen weiter "dynamisch" entwickeln wird. Daher plane man auch weiter mit Wachstumsinvestitionen.
Die Straumann-Aktie ist als Schweizer Wertpapier in EU-Ländern nur eingeschränkt handelbar. Mehr dazu erfahren Sie hier. Auf die Aktie gibt es aber auch einen sogenannten American Depositary Receipt (ADR), einen Hinterlegungsschein, der wie eine Aktie an der Börse handelbar und in Europa zugänglich ist – wenn auch als sogenannter "Unsponsorered ADR" nur an manchen Börsen.
25 Prozent Wertzuwachs auf Jahressicht
In Deutschland sind das etwa die Finanzplätze in Frankfurt, München und Stuttgart. Unsponsored heißt, dass der ADR nicht vom Unternehmen selbst, sondern von einer Depotbank oder einem Händler in den USA aufgelegt wurde. Im Fall von Straumann entspricht dieser ADR einem Zehntel der regulären Namensaktie, kostet also immer etwa ein Zehntel des aktuellen Aktienpreises. ADRs sind dividendenberechtigt, dementsprechend besteht mit dem Straumann 1/10-ADR ein Anspruch auf ein Zehntel der regulären Dividende.
Der ADR auf die Straumann-Aktie kostet im Handel an der Münchner Börse aktuell 13,30 Euro (Stand: 25.9.2023, 8:04 Uhr). Auf Monatssicht ist das Papier 5 Prozent im Minus, im Jahresvergleich hat es 25 Prozent an Wert gewonnen.
ECOreporter sieht Straumann gut aufgestellt. Allerdings sind Aktie und ADR mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 44 aktuell zu teuer für einen Neueinstieg.
Hohe Preise und eine angespannte Wirtschaftslage könnten dafür sorgen, dass Menschen sich gegen Straumann-Produkte beziehungsweise gegen nicht-notwendige zahnmedizinische Eingriffe generell entscheiden. Hinzu kommen Risiken durch den wachsenden China-Anteil am Gesamtumsatz. Anlegerinnen und Anleger sollten auf einen niedrigeren Kurs oder wieder steigende Gewinne warten.
Straumann Holding AG Namensaktie Unsponsored 1/10 ADR: ISIN US86317T1034 / WKN A2QPJX
Straumann Holding AG Namensaktie: ISIN CH1175448666 / WKN A3DHHH