Tesla sorgt mit seiner Mitarbeiterpolitik in Grünheide weiter für Kritik. / Foto: Tesla

  Nachhaltige Aktien

Tesla behält offenbar Lohn von kranken Mitarbeitenden in Deutschland ein

Der US-Elektroautobauer Tesla erhöht den Druck auf kranke Mitarbeitende in seinem Werk in Grünheide. Laut einem Bericht des "Handelsblatts" zweifelt der Konzern Krankschreibungen an. Zudem droht er mit dem Stopp der Lohnfortzahlung und der Rückforderung gezahlter Beträge.

Tesla verschickt demnach massenhaft Schreiben an Beschäftigte; das "Handelsblatt" erklärte, ihm lägen mehrere dieser Briefe vor. Tesla selbst äußerte sich bislang nicht zu den Vorwürfen.

Krankenstand schon lange Streitpunkt

Auch die Gewerkschaft IG Metall berichtet von entsprechenden Fällen. Mitarbeitende sollen demnach Diagnosen offenlegen und Ärzte von ihrer Schweigepflicht entbinden. In mehreren Fällen soll laut Gewerkschaft der Lohn von Krankgemeldeten bereits einbehalten worden sein. Tesla treibe Angestellte "in finanzielle Not".

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Die IG Metall warf Tesla vor, Beschäftigte einschüchtern zu wollen. Die Fälle hätten bereits zu einer Reihe von Klagen geführt. "Bei Tesla in Grünheide benötigen Mitglieder rund 21-mal so häufig den Rechtsschutz der Gewerkschaft wie im Durchschnitt der IG Metall", erklärte ein Gewerkschaftssprecher.

Um den hohen Krankenstand im Tesla-Werk herrscht bereits seit Monaten Streit. Tesla-Chef Elon Musk hatte diesen bereits persönlich kritisiert und das Werk im vergangenen Jahr besucht. Tesla hatte bei kranken Mitarbeitenden auch unangekündigte Kontrollbesuche gemacht. Das war von der IG Metall ebenfalls bereits kritisiert worden – der Konzern hatte das Vorgehen verteidigt.

Die Tesla-Aktie ist im Tradegate-Handel aktuell 1,4 Prozent im Minus zum Freitag und kostet 226,75 Euro (Stand: 17.3.2025, 11:49 Uhr). Auf Monatssicht hat die Aktie 31,9 Prozent eingebüßt, im Jahresvergleich ist sie 41,8 Prozent im Plus.

In Europa sind die Tesla-Neuzulassungen im Januar in allen wichtigen Märkten gesunken. Grund ist vor allem der weiter zunehmende Protest gegen Konzernchef Elon Musk wegen dessen politischer Aktivitäten. Musk selbst sieht sich als Opfer einer Verschwörung, ECOreporter berichtete zuletzt hier.

Tesla setzt darauf, dass unter anderem die Markteinführung der ersten selbstfahrenden Autos in diesem Jahr den Absatz ankurbeln wird. Allerdings sind Experten skeptisch, wie weit Tesla bei dieser Technologie tatsächlich ist.

Die Tesla-Aktie hatte im vergangenen Jahr lange schwach performt, nach dem Wahlsieg von Donald Trump aber stark an Wert gewonnen. Diese Gewinne hat sie mittlerweile fast vollständig wieder abgegeben.

ECOreporter rät weiter vom Einstieg in die Tesla-Aktie ab. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 102 für 2025 und 75 für 2026 ist sie deutlich überhitzt. Noch wichtiger ist nach Ansicht der Redaktion aber, dass Musks politisches Gebaren mit nachhaltigen Grundsätzen kaum vereinbar ist.

Tesla Inc.:  ISIN US88160R1014 / WKN A1CX3T

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