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Tesla: IG Metall verliert Betriebsratswahl
Die Gewerkschaft IG Metall hat es nicht geschafft, bei der diesjährigen Betriebsratswahl im brandenburgischen Tesla-Werk Grünheide stärkste Kraft zu werden. Tesla-Chef Elon Musk hatte zuvor gedroht, bei einem Wahlsieg der Gewerkschaft kein Geld mehr in die Fabrik zu investieren.
Die Betriebsratsliste der IG Metall erhielt bei der Abstimmung nach Informationen des „Handelsblatts“ nur 31,1 Prozent der Stimmen, die bisherige Betriebsratsvorsitzende Michaela Schmitz kam mit ihrer Liste auf 40,4 Prozent. Bei der letzten Wahl 2024 hatte die IG Metall mit knapp 40 Prozent noch die meisten Stimmen erhalten.
Videobotschaft von Musk
Elon Musk mischte sich wieder wie schon 2024 massiv in den Wahlkampf ein. Nachdem er bereits mehrfach seine Verachtung für Gewerkschaften zum Ausdruck gebracht hatte, sagte er letzte Woche in einer Videobotschaft an die Belegschaft in Grünheide, er werde die Fabrik im Falle eines Wahlsiegs der IG Metall zwar nicht schließen, „aber realistisch gesehen werden wir auch nicht erweitern“. Werksleiter André Thierig warnte ebenfalls ausdrücklich vor einer Wahl der IG Metall-Liste.
In den letzten Jahren wurden die meisten Vorschläge der IG Metall im Betriebsrat von den übrigen Listen blockiert, denen Kritiker eine zu große Nähe zur Konzernleitung vorwerfen. Die Gewerkschaft hatte gehofft, sich durch eine absolute Mehrheit bei der diesjährigen Wahl stärker für die Rechte der Belegschaft einsetzen zu können.
In Grünheide herrscht schon lange Unruhe, weil Fabrikleiter Thierig beispielsweise Tarifverträge ablehnt, unangekündigte Hausbesuche bei krankgemeldeten Arbeitnehmerinnen und Arbeiternehmern durchführt und Betriebsräte der IG Metall entlassen worden sind. Die Gewerkschaft strengte im letzten Jahr ein Ausschlussverfahren gegen Michaela Schmitz an, da sie nicht im Sinne der Belegschaft handele – bislang gab es noch keinen Gerichtstermin für das Verfahren.
"Schmutzig geführter Wahlkampf"
Die IG Metall prüft nun rechtliche Schritte gegen Tesla, weil der Konzern mit seinem „schmutzig geführten Wahlkampf“ gegen das Betriebsverfassungsgesetz verstoßen habe. Laut Jan Otto, Bezirksleiter der IG Metall in Berlin-Brandenburg-Sachsen, nutzte Tesla für seine Einflussnahme „alle Mittel und alle Kanäle von Betriebsversammlungen, Einzelgesprächen mit Vorgesetzten bis hin zum Werksradio auf den Toiletten“.
„Die Widerstände, Anfeindungen und impliziten Drohungen der Arbeitgeberseite, die diesen Wahlkampf geprägt haben, müssen uns allen eine Warnung sein, wie sehr Gewerkschaftsarbeit unter Druck gesetzt wird“, sagt IG Metall-Chefin Christiane Benner.
Tesla hat mit seinen Geschäftszahlen für 2025 enttäuscht, erstmals sank der Umsatz. Ein Grund dafür sind auch die demokratie- und menschenfeindlichen Äußerungen, mit denen Konzernchef Musk das Image von Tesla insbesondere in Europa beschädigt hat. Die Tesla-Aktie verlor in den letzten drei Monaten 11 Prozent an Wert, auf fünf Jahre gesehen notiert sie 109 Prozent im Plus.
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Tesla Inc.: ISIN US88160R1014 / WKN A1CX3T
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