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Tesla: Weniger Umsatz und Gewinn im ersten Quartal, Preise sollen sinken
Der US-Elektroautohersteller Tesla hat im ersten Quartal 2024 einen Rückgang bei Umsatz und Gewinn hinnehmen müssen und auch die Markterwartungen verfehlt. Preissenkungen sollen das Geschäft wieder ankurbeln, außerdem setzt der Konzern eine große Entlassungswelle in Gang.
Der Umsatz fiel im Zeitraum Januar bis März um 9 Prozent zum Vorjahr auf 21,3 Milliarden US-Dollar. Analysten hatten im Schnitt mit 22,2 Milliarden Dollar Umsatz gerechnet, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur Bloomberg ergab. Der Nettogewinn brach um 55 Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar ein.
Auslieferungen zuletzt hinter den Erwartungen
Tesla hatte im ersten Quartal bereits mit der Auslieferung von lediglich rund 387.000 Fahrzeugen die Erwartungen verfehlt. Es war der erste Rückgang im Jahresvergleich seit 2020 gewesen. Zudem kommt Tesla derzeit nur auf eine operative Marge von 5,5 Prozent. Im Jahresdurchschnitt 2023 lag diese noch bei 9 Prozent.
Tesla gab mehrere Gründe für die rückläufigen Zahlen an. Zu den besonderen Umständen zählt das Unternehmen den Produktionsanlauf des aktualisierten Model 3 im US-Werk in Kalifornien sowie Schiffsumleitungen aufgrund des Konflikts am Roten Meer und einen Brandanschlag auf die Stromversorgung des deutschen Werks in Grünheide.
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Auch gestiegene Betriebskosten, der teure Produktionshochlauf des Cybertrucks und ein geringerer durchschnittlicher Fahrzeugverkaufspreis trugen zur schwächeren Leistung bei. Wesentliche Faktoren dürften aber auch die billigere Konkurrenz aus China und eine höhere Nachfrage nach Hybrid-Modellen sein. Tesla hat nur rein elektrische Fahrzeuge im Angebot und will dies auch nicht ändern.
Teslas umstrittener Firmenchef Elon Musk möchte stattdessen schneller als geplant günstigere Modelle auf den Markt bringen. Sie sollen nun schon vor dem ursprünglich angepeilten Termin im zweiten Halbjahr 2025 in die Produktion gehen. Anfang dieser Woche hatte der Konzern bereits die Preise für einige bestehende Modelle weiter gesenkt.
Dazu, wann genau und zu welchem Preis die günstigeren Teslas auf den Markt kommen, wollte Musk aber keine Angaben machen. Auch die Frage, ob es sich dabei um komplett neue Modelle oder angepasste Versionen der bisherigen Bestseller Model 3 und Model Y handeln werde, blieb in einer Telefonkonferenz mit Analysten laut dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (RND) unbeantwortet.
In der Vergangenheit hatte Tesla ein günstigeres neues Modell auf Basis einer neuen Fahrzeugplattform in Aussicht gestellt. Ob diese Pläne noch aktuell sind, ist unklar. Musk sprach zuletzt lediglich vage von "revolutionären Produktionstechniken", mit denen die Fertigung so effizient wie noch nie sein werde.
Selbstfahrende Fahrzeuge sollen weiterhin kommen
Im August will Tesla zudem ein "Robotaxi", also ein selbstfahrendes Fahrzeug präsentieren, das tatsächlich auf einer neuen Plattform basiert. Der Wagen soll kein Lenkrad und keine Pedale besitzen und vollkommen selbstfahrend sein. Fahrerlose Robotaxi-Dienste gibt es bereits von anderen Anbietern wie der Google-Schwesterfirma Waymo in San Francisco und Los Angeles. Diese Fahrzeuge verfügen über Spezialtechnik wie relativ teure Laser-Radare, die die Umgebung abtasten.
Tesla hingegen will autonomes Fahren nur mit Kameras möglich machen – bislang ist das noch nicht gelungen, auch wenn das Unternehmen die Technologie schon seit Jahren ankündigt. Teslas „Autopilot“-Software mit dem Namen „Full Self-Driving“ (komplett selbstfahrend) ist nur ein Assistenzsystem auf dem technologischen Niveau der Konkurrenz. Wegen anhaltender Kritik an dem Namen ergänzte Tesla die Bezeichnung „Full Self-Driving“ in der aktuellen Version mit dem Zusatz „überwacht“ in Klammern.
Tesla ist aktuell dabei, jede zehnte Stelle im Konzern zu streichen, weltweit sind mindestens 14.000 Arbeitsplätze betroffen. In Grünheide sollen nach offizieller Mitteilung des Unternehmens 400 Mitarbeitende gehen müssen. Anlegerinnen und Anleger sollen zugleich über ein milliardenschweres Vergütungspaket für Musk abstimmen, das gerichtlich gestoppt worden war.
Tesla gibt für 2024 weiterhin keine konkrete Prognose für die Auslieferungen ab, rechnet aber mit einer spürbaren Abschwächung beim Wachstumstempo im Vergleich zu 2023. Elon Musk betont jedoch, weiter von einem Verkaufsplus auszugehen. Im vergangenen Jahr hatte Tesla die Auslieferungen um fast 38 Prozent auf gut 1,8 Millionen Fahrzeuge gesteigert.
Lohnt sich die Tesla-Aktie?
An der Börse stehen heute die Versprechungen von Musk bezüglich Robotaxi und günstigerer Modelle im Vordergrund. Im Xetra-Handel notiert die Tesla-Aktie aktuell 10,1 Prozent im Plus zum Vortag bei 149,46 Euro (Stand: 24.4.2024, 11:56 Uhr). Im Monatsvergleich hat die Aktie 8,3 Prozent eingebüßt, auf Jahressicht ist sie 3 Prozent im Plus.
Der zuvor stark gestiegene Tesla-Kurs gibt seit Ende 2021 unter erheblichen Schwankungen überwiegend nach. In den vergangenen Jahren hatte sie vor allem davon profitiert, dass das Unternehmen an der Börse eher als Technologie-Konzern denn als Autobauer behandelt wird. ECOreporter hat diese Einschätzung wiederholt kritisiert – die aktuellen Probleme des Unternehmens beruhen auch auf Problemen im Fahrzeuggeschäft. Versprechungen zu technologischen Durchbrüchen hat Musk in der Vergangenheit gerade beim autonomen Fahren wiederholt gemacht, ohne dass Taten folgten. Auch aktuell sieht die Redaktion die Ankündigungen mit Skepsis.
Elon Musk macht mit seinen öffentlichen Äußerungen ein Investment in die Tesla-Aktie zudem bereits seit längerer Zeit zur Gewissensfrage. Und auch die Arbeitsbedingungen bei Tesla sorgen regelmäßig für Kritik. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der Aktie für 2024 ist mit 63 trotz der Kursrücksetzer in den letzten Monaten hoch, für 2025 liegt es bei ebenfalls hohen 44. ECOreporter rät vorsichtigen Anlegerinnen und Anlegern vom Kauf der Tesla-Aktie ab.
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Tesla Inc.: ISIN US88160R1014 / WKN A1CX3T