Tomra ist vor allem für Pfandautomaten bekannt. / Foto: Unternehmen

  Nachhaltige Aktien

Tomra nach Cyberangriff "auf dem Weg zur Normalität"

Nach einer Cyberattacke im Juli macht der norwegische Sortiermaschinenbauer Tomra Systems nach eigenen Angaben "gute Fortschritte auf dem Weg zum normalen Betrieb". Die Auswirkungen des Angriffs hätten sich in Grenzen gehalten.

Der Angriff habe interne IT-Systeme betroffen, die daraufhin vom restlichen System abgetrennt wurden, wie das Unternehmen erklärte. Laut Tomra gibt es "keine Hinweise darauf, dass vertrauliche Informationen nach außen gelangt sind, dass Daten verschlüsselt wurden oder dass Lösegeldforderungen gestellt wurden".

Einmalige Kosten für mehr Cybersicherheit

Durch frühzeitige Erkennung und rasche Maßnahmen zur Eindämmung sei es gelungen, die Auswirkungen des Angriffs zu begrenzen. Das Unternehmen arbeite "mit den Behörden und Regulierungsstellen in den relevanten Märkten zusammen".

Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.

Obwohl die Wiederherstellung aller Systeme noch nicht abgeschlossen ist, hat Tomra die Produktion und Lieferung von Geräten sowie Dienstleistungen in den vergangenen Monaten nach eigenen Angaben weitgehend aufrechterhalten können. Die meisten Kundendienste und Maschinen seien weiterhin in Betrieb, obwohl sie zunächst vom System getrennt wurden, um den Angriff einzudämmen.

Auch die Online-Kundendienste seien mittlerweile wieder erreichbar. Teilweise wurden diese mit verstärkten Sicherheitsmaßnahmen neu aufgebaut. Man habe "Maßnahmen ergriffen, eine der modernsten und sichersten Cybersicherheitsarchitekturen zu implementieren", wie Tomra-Chef Tove Andersen in einer Mitteilung erklärte.

Auf die Einnahmen des Konzerns soll sich der Vorfall nicht auswirken. Allerdings sind laut Tomra bisher einmalige Kosten in Höhe von 120 Millionen Norwegischen Kronen (11 Millionen Euro) entstanden, die im dritten Quartal 2023 verbucht werden. Die Kosten beziehen sich demnach auf die Reaktion auf den Cyberangriff und Verbesserungen der Cybersicherheit des Unternehmens. Weitere Kosten werden voraussichtlich im vierten Quartal verbucht werden.

Tomra-Aktie steckt im Abwärtstrend fest

Die Tomra-Aktie ist im Tradegate-Handel aktuell 2 Prozent zum Vortag im Plus und kostet 11,14 Euro (Stand: 29.9.2023, 9:48 Uhr). Auf Monatssicht hat die Aktie 10,3 Prozent eingebüßt, im Jahresvergleich ist sie 36 Prozent im Minus.

Die Tomra-Aktie steckt seit August 2022 in einem kontinuierlichen Abwärtstrend fest, der Kurs hat sich seitdem mehr als halbiert. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 31 ist die Aktie allerdings weiterhin hoch bewertet.

Zwar sind die Recycling- und Sortierlösungen von Tomra prinzipiell zukunftsträchtig. Aktuell sieht ECOreporter die Tomra-Aktie allerdings als wenig attraktiv an. Generell sollte ein Einstieg nur mit langer Halteabsicht erwogen werden, allerdings scheinen aktuell weitere Kursverluste nicht unwahrscheinlich.

Lesen Sie auch das ECOreporter-Dossier Müll, Schrott, Recycling: Die besten Aktien der Kreislaufwirtschaft.

Tomra Systems ASA: ISIN NO0012470089 / WKN A3DHA0

Verwandte Artikel

18.07.23
 >
13.02.26
 >
24.02.23
 >
05.01.23
 >
Aktuell, seriös und kostenlos: Der ECOreporter-Newsletter. Seit 1999.
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x