TPI Composites verkauft mehr Rotorblätter für Windräder, wird für das Gesamtjahr aber erneut pessimistischer. / Foto: Pixabay

  Nachhaltige Aktien

TPI Composites meldet mehr Verlust, Absturz der Aktie geht weiter

Der US-amerikanische Rotorblatthersteller TPI Composites hat im dritten Quartal 2023 noch mehr Verlust gemacht als in den ohnehin pessimistischen Prognosen am Markt erwartet. Auch für das Gesamtjahr wird das Defizit wohl steigen. Für die in diesem Jahr bereits arg gebeutelte Aktie geht es weiter abwärts.

TPI Composites meldete für das im September zu Ende gegangene Quartal einen bereinigten Quartalsverlust von 1,71 US-Dollar pro Aktie, deutlich mehr als im Vorjahresquartal, als das Unternehmen einen Verlust von 0,39 Dollar je Aktie ausgewiesen hatte. Insgesamt belief sich der Nettoverlust für das dritte Quartal auf 72,8 Millionen Dollar.

Zahl der Windrad-Sets steigt

Analysten hatten nach Umfragen der Nachrichtenagentur Reuters im Schnitt mit einem Verlust von 0,59 Dollar je Aktie gerechnet. Wegen der Pleite eines Kunden im Automobilsektor hatte TPI Composites im August erklärt, für das Gesamtjahr mit einem höheren Verlust als bis dahin prognostiziert zu rechnen. In seinem Automobilgeschäft stellt das Unternehmen in erster Linie Karosserien aus Verbundwerkstoffen her, die besonders leicht, ressourcenschonend und langlebig sein sollen.

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Der Umsatz fiel im Vergleich zum Vorjahr um 18,8 Prozent auf knapp 373 Millionen Dollar. Auch hier blieb man hinter den Erwartungen der Analysten zurück, die mit 382 Millionen Dollar gerechnet hatten. Während mehr Windradblätter verkauft werden konnten, sank der Umsatz im Servicebereich um 10 Millionen Dollar und im Automobilgeschäft um rund 8 Millionen Dollar.

Die Zahl der im Quartal produzierten Windrad-Sets (bestehend aus je drei Rotorblättern) konnte das Unternehmen von 570 im Vorjahr auf 666 Stück steigern. Mit 37 Produktionslinien war eine mehr in Betrieb als zum selben Zeitpunkt im Vorjahr, die Auslastung lag mit 85 Prozent zudem 10 Prozent höher.

Für das Gesamtjahr wird der Konzern noch einmal etwas pessimistischer. Beim Umsatz erwartet TPI Composites nun "ungefähr 1,5 Milliarden Dollar", bislang lautete die Prognose 1,53 bis 1,58 Milliarden Dollar. Die EBITDA-Marge wird mit einem Minus von 5 Prozent voraussichtlich noch schlechter ausfallen als bislang mit einer Spanne von minus 2 bis minus 3 Prozent befürchtet.

Die TPI Composites-Aktie ist im Handel an der Börse Berlin aktuell 1,4 Prozent im Minus zum Vortag, im gestrigen Handel hatte sie mehr als 14 Prozent verloren (Stand: 17.11.2023, 11:00 Uhr). Seit einem Allzeithoch bei 61 Euro im Februar 2021 geht es für den Kurs abwärts, auch in diesem Jahr setzen sich die Verluste fort. Auf Sicht von zwölf Monaten ist die Aktie 78,8 Prozent im Minus, in den vergangenen fünf Jahren hat sie 90 Prozent ihres Werts eingebüßt.

ECOreporter rät von einem Einstieg bei TPI Composites weiterhin klar ab. Das aktuelle Geschäftsjahr wird für das Unternehmen das fünfte Verlustjahr in Folge sein, trotz steigender Produktion. Zudem war die nun wieder etwas bessere Nachfrage nach Rotorblättern im ersten Halbjahr gesunken, hinzu kamen Qualitätsprobleme. Das Unternehmen hatte deshalb nach den ersten sechs Monaten einen neuen Vorstandsposten zur Verbesserung der Produktion geschaffen und mit dem erfahrenen Vestas-Manager Neil Jones besetzt.

Inwieweit sich Verbesserungen im Geschäft einstellen werden, bleibt abzuwarten. Mittelfristig wird der Ausblick zunächst schlechter, auch weil andere Geschäftssparten belasten.

Lesen Sie für einen Überblick über die Windkraftbranche: Die besten Windaktien - wo sich jetzt der Einstieg lohnt.

TPI Composites Inc.: ISIN US87266J1043 / WKN A2AMFQ

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