TSMC erwägt angeblich milliardenschwere Fabrikprojekte in den Vereinigten Arabischen Emiraten. / Foto: TSMC

  Nachhaltige Aktien

TSMC und Samsung planen offenbar Chipfabriken in den Vereinigten Arabischen Emiraten

Die Chiphersteller TSMC aus Taiwan und Samsung aus Südkorea führen Gespräche über den Bau großer Fabriken in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). Das berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Demnach sollen die Projekte von den VAE mitfinanziert werden, aber unter US-Aufsicht stehen.

TSMC-Führungskräfte hätten demnach über einen Fabrikkomplex gesprochen, der mit einigen der größten und fortschrittlichsten Anlagen des Unternehmens in Taiwan vergleichbar wäre, so das "Journal". Der Komplex könnte einen Wert von mehr als 100 Milliarden US-Dollar haben.

Politische Bedingungen

Auch Samsung erwägt dem Bericht zufolge, in den kommenden Jahren neue Chipfabriken im Land zu errichten. Ziel beider Konzerne sei es, die Produktion zu steigern und die Chippreise zu senken, ohne die Profitabilität zu beeinträchtigen. Die Projekte seien bei beiden Konzernen aber noch nicht entschieden.

Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.

Im Gespräch ist laut "Journal", dass die Projekte von den VAE mitfinanziert werden. Eine zentrale Rolle soll dabei der staatliche Investmentfonds Mubadala mit Sitz in Abu Dhabi spielen, der in den Aufbau einer einheimischen Technologieindustrie investieren will.

Der Bau der Fabriken soll jedoch an politische Bedingungen geknüpft werden. TSMC und Samsung befinden sich Berichten zufolge in Gesprächen mit Vertretern der US-Regierung, die über die Lieferung fortschrittlicher KI-Chips an China, einen Handelspartner der VAE, besorgt sind. Die USA versuchen, China so weit wie möglich vom Zugang zu moderner KI-Technologie abzuschneiden, und haben strenge Handelsbeschränkungen verhängt

Vertreter der Konzerne, der VAE und der US-Regierung haben laut dem "Journal" schon darüber gesprochen, den USA die Aufsicht über die Produktion und den Versand von Chips aus Fabriken in den VAE zu übertragen. Details müssten aber noch ausgearbeitet werden.

Die TSMC-Aktie ist im Tradegate-Handel aktuell 0,5 Prozent im Plus zum Freitag und kostet 156,80 Euro (Stand: 23.9.2024, 11:23 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 2,8 Prozent im Plus, im Jahresvergleich hat sie 92,6 Prozent an Wert gewonnen.

Risikofaktor China

TSMC profitiert derzeit von der hohen Nachfrage nach Hochleistungshalbleitern für Anwendungen im Bereich Künstliche Intelligenz (KI). Bei der Auftragsfertigung von Halbleitern hat das Unternehmen einen Weltmarktanteil von etwa 60 Prozent. In den nächsten Jahren will der Konzern mehrere neue Fabriken bauen. Neben Taiwan, Japan und den USA auch gemeinsam mit mehreren Partnern in Dresden. Im August begannen dort die Bauarbeiten.

Das größte Risiko für TSMC ist China. Die Volksrepublik betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz; die USA befürchten, dass das Regime in Peking versuchen wird, Taiwan innerhalb der nächsten drei Jahre zu annektieren. ECOreporter sieht die TSMC-Aktie daher weiterhin nur als ein Investment für mutige Anlegerinnen und Anleger. Zu teuer ist die Aktie nicht: Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für 2024 liegt bei vertretbaren 23, für 2025 bei 18. Die erwartete Dividendenrendite für 2024 ist mit 1,5 Prozent für einen Tech-Konzern ordentlich.

Lesen Sie auch das ECOreporter-Dossier Nachhaltige Halbleiter-Aktien: Bis fast 3.000 % Plus in 5 Jahren - wo sich der Einstieg noch immer lohnen kann.

Taiwan Semiconductor Manufacturing Company Ltd. ADR: ISIN US8740391003 / WKN 909800

Verwandte Artikel

11.09.24
 >
21.08.24
 >
12.08.24
 >
30.04.26
 >
06.10.23
 >
Aktuell, seriös und kostenlos: Der ECOreporter-Newsletter. Seit 1999.
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x