Die UmweltBank will in diesem Jahr eine 20-Millionen-Euro-Windanleihe auf den Markt bringen. / Foto: UmweltBank

  Nachhaltige Aktien, Aktien-Favoriten

UmweltBank mit neuen Zahlen – wie reagiert die Aktie?

Die Nürnberger UmweltBank hat ihre vorläufigen Geschäftsergebnisse für 2024 veröffentlicht. Hat die ECOreporter-Favoriten-Aktie ihre Talsohle durchschritten?

Nach vorläufigen Berechnungen erzielte die Muttergesellschaft der Bank, die UmweltBank AG, im letzten Geschäftsjahr einen Vorsteuerverlust von 8,5 Millionen Euro. Durch Auflösung von Reserven hob das Unternehmen sein Nettoergebnis knapp in die Gewinnzone auf 0,7 Millionen Euro. Der Vorsteuerverlust liegt im Rahmen der im Dezember auf 5 bis 10 Millionen Euro gesenkten Prognosespanne.

Das Zinsergebnis der UmweltBank verbesserte sich 2024 wegen höherer Einlagen von 41,1 auf 45,0 Millionen Euro. Das Provisions- und Handelsergebnis sank von 9,1 auf rund 5,5 Millionen Euro, Hauptgrund für den Rückgang waren geringere Provisionen im Wertpapiergeschäft. Die Verwaltungsaufwendungen stiegen deutlich von 31,5 auf 40,6 Millionen Euro, vor allem aufgrund von einmaligen Kosten im Rahmen des Konzernumbaus.

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Die UmweltBank trennte sich im letzten Jahr wie geplant von zwölf Beteiligungen – vier im Bereich Immobilien, acht im Erneuerbare-Energien-Segment. Bis 2026 möchte das grüne Finanzhaus den Großteil seiner Beteiligungen abbauen.

„Nach dem Transformationsjahr 2024 wollen wir die Profitabilität im laufenden Geschäftsjahr wiederherstellen und in den Folgejahren deutlich ausweiten. Durch die schnelle und konsequente Umsetzung unserer Unternehmensstrategie konnten wir 2024 bereits signifikante Erfolge auf diesem Weg erzielen“, sagt Dietmar von Blücher, Vorstandssprecher der UmweltBank.

Die Zahl der privaten Kundinnen und Kunden wuchs 2024 um ungefähr 23.000 auf fast 155.000. Die Einlagen im Privatkundengeschäft stiegen um etwa 1 Milliarde Euro. Das Neukreditvolumen lag bei rund 250 Millionen Euro.

Windkraftanleihe über 20 Millionen Euro geplant

2025 will die UmweltBank ungefähr 55.000 neue Kundinnen und Kunden gewinnen und die Privatkundeneinlagen um rund 800 Millionen Euro steigern. Dies soll mit der geplanten Einführung eines Girokontos zur Jahresmitte und einer Ausweitung des Anlageangebots im Fondsbereich gelingen. Das Neukreditvolumen erwartet die Bank in diesem Jahr bei 250 bis 350 Millionen Euro. Zudem soll Mitte 2025 eine Windkraft-Projektanleihe mit einem Volumen von rund 20 Millionen Euro auf den Markt gebracht werden.

Auf Ebene der UmweltBank AG kalkuliert der Vorstand in diesem Jahr mit einem Vorsteuergewinn zwischen 5 und 10 Millionen Euro, positiv sollen sich unter anderem weitere Immobilienverkäufe im ersten Quartal auswirken. Bei entsprechendem Geschäftsverlauf will die Bank für 2025 wieder eine Dividende „auf niedrigem Niveau“ ausschütten. In den letzten beiden Jahren waren die Dividendenzahlungen ausgefallen.

Die neuen Zahlen liegen über den Erwartungen am Finanzmarkt. Die UmweltBank-Aktie gewann gestern 3 Prozent an Wert, hat heute Morgen einen Teil der Zugewinne aber wieder abgegeben. Aktuell steht der Kurs im gettex-Handel bei 5,20 Euro (1.4.2025, 7:30 Uhr).

Aktie auf Jahressicht 50 Prozent im Minus

Die UmweltBank hat sich in den letzten Jahren technisch und strukturell neu aufgestellt. Das kostete viel Geld und belastete den Börsenkurs. Im Jahresvergleich ist die Aktie 34 Prozent im Minus, auf fünf Jahre gesehen hat sie 50 Prozent verloren. Seit Mitte März deutet sich auf niedrigem Niveau eine leichte Erholung an, auf zwei Wochen betrachtet notiert die Aktie 5 Prozent im Plus.

ECOreporter sieht bei der UmweltBank trotz der Herausforderungen der jüngeren Vergangenheit nach wie vor langfristig solide Geschäftsaussichten. Die Bank wächst und ist weiterhin ordentlich finanziert, die Gesamtkapitalquote lag Ende 2024 bei 16,4 Prozent. Aufsichtsrechtlich vorgeschrieben ist eine Quote von mindestens 8,0 Prozent.

Sollte es der UmweltBank gelingen, nach der Übergangsphase wieder profitabler zu wirtschaften und das Ergebnisniveau des Jahres 2022 zu erreichen (Nettogewinn 19,5 Millionen Euro), läge das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) auf Basis des aktuellen Börsenkurses bei 10 – ein vertretbarer Wert. Wann ein solcher Gewinn wieder erreicht werden kann, ist derzeit aber unklar, 2025 voraussichtlich nicht. Die UmweltBank-Aktie bleibt bis auf Weiteres ein Investment für geduldige Anlegerinnen und Anleger, die mit erhöhten Risiken leben können.

Die UmweltBank-Aktie ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Kategorie Grüne Spezialwerte. Lesen Sie auch unser Unternehmensporträt.

Einen Überblick über die Wertentwicklungen und Perspektiven der Spezialwerte-Papiere finden Sie in unserem Dossier Nachhaltige Favoriten-Aktien: Mit Grünen Spezialwerten langfristig wachsen.

UmweltBank AG:  ISIN DE0005570808 / WKN 557080

(Aktuelle Kursdaten zu der Aktie erhalten Sie, wenn Sie auf das Symbol hinter der WKN klicken.)

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