Bis 2028 möchte die UmweltBank 500.000 Kundinnen und Kunden haben. / Foto: UmweltBank

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Umweltbank will Girokonto Mitte 2025 einführen – Kundenzahl soll verdreifacht werden

Die Nürnberger UmweltBank hat in ihrem Umbaujahr 2024 so viele neue Kundinnen und Kunden begrüßt wie noch nie, auch die Einlagen stiegen deutlich. 2025 will der ECOreporter-Aktien-Favorit sein Geschäft etwa mit dem Start des neuen Girokontos ankurbeln, und auch im Firmenkundensegment möchte die Bank wachsen.

Die Kundenzahl wuchs 2024 netto um rund 17 Prozent auf fast 155.000, wie die UmweltBank auf einer Konferenz für Investoren mitteilte. Laut der Bank ist das der größte jährliche Zuwachs in der Unternehmensgeschichte. Die Einlagen von privaten Kundinnen und Kunden konnten im gleichen Zeitraum um knapp 1 Milliarde Euro gesteigert werden. Zudem wurden neue Kredite im Volumen von etwa 245 Millionen Euro vergeben.

Neue Angebote sollen Kunden anziehen

Nach rund einem Jahr als Vorstandssprecher der UmweltBank zeichnet Dietmar von Blücher ein positives Bild: "Im abgelaufenen Geschäftsjahr können wir bereits signifikante Erfolge bei der Umsetzung unserer Unternehmensstrategie vorweisen. Durch die schnelle und konsequente Umsetzung konnten bis Jahresende 2024 messbare Erfolge erzielt werden."

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"Auch 2025 wollen wir unseren auf Wachstum ausgerichteten Kurs konsequent fortsetzen: Wir wollen im laufenden Jahr 55.000 neue Kunden gewinnen und die Privatkundeneinlagen deutlich steigern", so von Blücher. "Daneben streben wir ein Neukreditvolumen von 350 Millionen Euro an."

Die UmweltBank hat in den letzten zwei Jahren ihr IT-System erneuert, sich intern neu strukturiert und ihre Angebotspalette erweitert. Das kostet Geld: Für 2024 hatte die Bank den einmaligen Verwaltungs- und Personalaufwand zuletzt auf 7 bis 10 Millionen Euro geschätzt. Mitte Dezember teilte die Bank mit, für 2024 mit einem höheren Vorsteuerverlust zu rechnen, da der geplante Verkauf von Immobilien vorerst verschoben wird. ECOreporter berichtete hier. Dieser Verlust soll durch die Auflösung von Reserven ausgeglichen werden.

Im Privatkundengeschäft setzt die UmweltBank vor allem auf ein erweitertes Produktspektrum. So will das Institut sein erstes Girokonto wie bereits mitgeteilt im zweiten Quartal 2025 einführen, also zwischen April und Juni. Auch das Angebot bei Fonds soll erweitert werden. Zudem plant die UmweltBank, zukünftig eine Anlageberatung anzubieten. Bis zum Jahr 2028 will die Bank die Zahl der Kundinnen und Kunden so auf 500.000 Menschen mehr als zu verdreifachen.

Im Firmenkundengeschäft soll einerseits "die gute Marktpositionierung im Kreditgeschäft weiter gestärkt werden". Andererseits will man das Wachstumspotenzial im Einlagengeschäft stärker ausschöpfen. Mit der beabsichtigten Finanzierung von Batteriespeichern möchte die Bank zudem "ihre Rolle in der Finanzierung der ökologischen Transformation in Deutschland stärken".

Die UmweltBank plant außerdem, ihr Konsortialkreditgeschäft auszubauen, also das Angebot von individuell auf Unternehmen zugeschnittenen Krediten. Bis 2028 soll das jährliche Neukreditvolumen sukzessive auf 650 Millionen Euro anwachsen.

Bis 2026 will die Bank außerdem den Großteil ihrer Beteiligungen abbauen, auch hier gab es nach eigener Aussage 2024 Fortschritte. Ein zusätzliches Kosteneffizienzprogramm soll die Profitabilität des Unternehmens verbessern. So strebt die UmweltBank bis 2028 ein Aufwands-Ertrags-Verhältnis (Cost-Income-Ratio) von maximal 60 Prozent an, die Eigenkapitalrendite vor Steuern soll bei mindestens 12 Prozent liegen.

Als Investment für Mutige weiter ein Kandidat

Die UmweltBank-Aktie notiert im Tradegate-Handel aktuell 1,7 Prozent im Plus zum Vortag bei 6,06 Euro (Stand: 15.1.2025, 10:35 Uhr). Im Monatsvergleich ist die Aktie 4,1 Prozent im Minus, auf Jahressicht hat sie 26,5 Prozent an Wert verloren.

Der Börsenkurs hat während des kostenintensiven Umbau des Instituts deutlich nachgegeben, in den letzten drei Jahren ging es für die Aktie um 69 Prozent abwärts. Die UmweltBank ist aber weiterhin robust finanziert, ECOreporter sieht bei dem Geldhaus nach wie vor langfristig solide Geschäftsaussichten. Auch in den letzten zwei Jahren ist es dem Unternehmen zudem gelungen, in wichtigen Bereichen weiter zu wachsen.

Sollte es der UmweltBank gelingen, nach der Übergangsphase wieder profitabler zu wirtschaften und 2025 das Ergebnisniveau des Jahres 2022 zu erreichen (Nettogewinn 19,5 Millionen Euro), läge das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) auf Basis des aktuellen Börsenkurses bei 11– ein vertretbarer Wert. Wer kein Problem mit etwas höheren Anlagerisiken hat und viel Geduld mitbringt, kann die Kursverluste der letzten Jahre nutzen, um vergleichsweise günstig in die Aktie einzusteigen.

Einen Überblick über die Wertentwicklungen und Perspektiven der Spezialwerte-Aktien finden Sie im Dossier Nachhaltige Favoriten-Aktien: Mit Grünen Spezialwerten langfristig wachsen.

UmweltBank AG: ISIN DE0005570808 / WKN 557080

(Aktuelle Kursdaten zu der Aktie erhalten Sie, wenn Sie auf das Symbol hinter der WKN klicken.)

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