SAP steht offenbar schon länger im Visier der US-Justiz. / Foto: SAP

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SAP: US-Justiz ermittelt offenbar wegen möglicher Preisabsprachen

Das US-Justizministerium überprüft Geschäfte des Walldorfer Software-Entwicklers SAP und des US-amerikanischen IT-Wiederverkäufers Carahsoft. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Bezug auf Gerichtsakten. Im Raum steht die Frage, ob sich SAP und Carahsoft bei Geschäften mit dem US-Militär und anderen staatlichen Stellen verbotenerweise abgesprochen haben, um von den USA überhöhte Preise zu erhalten.

Die Untersuchungen mit Blick auf mögliche Preisabsprachen laufen schon mindestens seit dem Jahr 2022, wie Bloomberg unter Berufung auf Unterlagen eines US-Bundesgerichts berichtet. Eine SAP-Sprecherin lehnte eine Stellungnahme auf Nachfrage der Nachrichtenagentur ab.

FBI durchsucht Büros

Carahsoft ist ein führender Beschaffer von Technologie für staatliche Stellen in den USA. Das Unternehmen erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von 11 Milliarden Dollar und beschäftigte mehr als 2.400 Menschen. Von allen IT-Anbietern macht laut Bloomberg nur der PC-Hersteller Dell mehr Geschäfte mit der US-Bundesregierung als Carahsoft.

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Am Dienstag durchsuchte das FBI nun Büros von Carahsoft, wie die Nachrichtenagentur dpa-AFX unter Berufung auf informierte Kreise berichtet. Laut einer Sprecherin des Unternehmens ging es dabei um Ermittlungen zu einer Firma, mit der Carahsoft in der Vergangenheit Geschäfte getätigt hatte. Ob es sich dabei um SAP handelt, blieb offen.

Die SAP-Aktie ist nach Erscheinen des Berichts im Tradegate-Handel aktuell 3,8 Prozent im Minus zum Vortag und kostet 198,70 Euro (Stand: 25.9.2024, 9:18 Uhr). Auf Monatssicht notiert die Aktie 0,9 Prozent im Plus, im Jahresvergleich hat sie 59,1 Prozent an Wert gewonnen.

Wirtschaftlich steht SAP derzeit gut da, im letzten Quartal stiegen Umsatz und Gewinn (ECOreporter berichtete hier). Für die SAP-Aktie ging es in den letzten beiden Jahren steil aufwärts. ECOreporter hatte die Aktie im September 2022 zum Kauf empfohlen, damals notierte sie bei 87,57 Euro. Seitdem ist der Kurs um 127 Prozent gestiegen.

Kann sich der Einstieg jetzt noch lohnen?

SAP konzentriert sich seit einigen Jahren konsequent auf das zukunftsträchtige Cloud-Geschäft. Nachdem besonders Profi-Investoren dieser Strategie anfangs mit Skepsis begegneten, hat der Konzern den Finanzmarkt mittlerweile von der Neuausrichtung überzeugt. ECOreporter sieht auch weiterhin Potenzial SAP. Auf dem aktuellen Rekordniveau der Aktie ist das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 75 für 2024 allerdings hoch. Für 2025 liegt das KGV bei moderateren 35.

Die erwartete Dividendenrendite für 2024 beträgt 1,1 Prozent. Defensive Anlegerinnen und Anleger sollten auf Rücksetzer warten. Wer die Aktie im Depot hat, sollte sie halten und allenfalls kleine Positionen verkaufen. Die langfristigen Aussichten bleiben nach Einschätzung der Redaktion weiterhin gut.

SAP ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Kategorie Nachhaltige Dividendenkönige. Zu unserem Unternehmensporträt gelangen Sie hier.

Lesen Sie auch den ECOreporter-Überblick über die Entwicklung der nachhaltigen Dividendenkönige.

SAP SE: ISIN DE0007164600 / WKN 716460

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