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Nachhaltige Aktien, Aktien-Favoriten
USA drohen mit Strafen für DHL, Siemens und SAP
Nach Ansicht der USA werden Techkonzerne aus den Vereinigten Staaten von der EU diskriminiert. Nun droht der US-Handelsbeauftragte europäischen Konzernen mit Gegenmaßnahmen – und nennt dabei unter anderem die ECOreporter-Aktien-Favoriten DHL, Siemens und SAP.
Im Streit zwischen den USA und der EU um die EU-Digitalgesetze ist keine Entspannung in Sicht. Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer holte nun über den Kurznachrichtendienst X zum Rundumschlag aus, inklusive Drohungen gegen einzelne Firmen.
Handelsbeauftragter: US-Konzerne werden "diskriminiert"
Die Europäische Union und bestimmte EU-Mitgliedstaaten würden "weiterhin diskriminierende und schikanöse Klagen, Steuern, Geldstrafen und Richtlinien gegen US-Dienstleister" vorantreiben, so Greer. EU-Dienstleister wären seit Jahrzehnten frei in den Vereinigten Staaten tätig und würden "von einem gleichberechtigten Zugang zu unserem Markt und unseren Verbrauchern" profitieren. Die Bedenken der USA in Hinblick auf EU-Regeln würden hingegen ignoriert.
Sollte die EU "darauf bestehen, die Wettbewerbsfähigkeit von US-Dienstleistern durch diskriminierende Maßnahmen weiterhin einzuschränken, zu begrenzen und zu beeinträchtigen, werden die Vereinigten Staaten keine andere Wahl haben, als alle ihnen zur Verfügung stehenden Mittel einzusetzen, um diesen unangemessenen Maßnahmen entgegenzuwirken". Solche Gegenmaßnahmen können laut Greer "die Erhebung von Gebühren oder die Auferlegung von Beschränkungen für ausländische Dienstleistungen" sein.
Greer nannte auch "mehrere EU-Dienstleister", die bislang von einem umfassenden Marktzugang in den USA profitiert hätten, namentlich. Auf der Liste stehen neben dem französischen Softwarekonzern Mistral und dem schwedischen Musik-Streamer Spotify auch der Bonner Logistiker DHL, das Walldorfer IT-Haus SAP und der Münchner Technologiekonzern Siemens.
Hintergrund des Streits sind die EU-Gesetze Digital Services Act (DSA) und Digital Markets Act (DMA). Den USA sind die Gesetze ein Dorn im Auge, weil sie etwa die Marktmacht von Unternehmen einschränken sollen oder eine stärkere Moderation in sozialen Netzwerken verlangen. In der Praxis betrifft das vor allem große US-Konzerne, auch wenn keine besonderen Regeln für Unternehmen aus den Vereinigten Staaten existieren.
Dass Greer X als Sprachrohr für seine Drohungen nutzte, dürfte kein Zufall sein. Erst Anfang Dezember gab es heftigen Streit, weil die EU-Kommission wegen mehrerer Verstöße gegen den DSA eine Millionenstrafe gegen X verhängte. Aktuell droht laut der Nachrichtenagentur Reuters auch der Alphabet-Tochter Google eine Geldstrafe. Google hält demnach nach Ansicht der EU "die EU-Vorschriften zur Gewährleistung eines fairen Zugangs und Wettbewerbs" in seinem hauseigenen Marktplatz Google-Play-Store nicht ein.
Die EU hat die US-Vorwürfe in der Vergangenheit stets zurückgewiesen. Sie verweist darauf, dass es keine Einschränkungen für US-Konzerne gebe. US-Unternehmen müssten sich schlicht an die gleichen Gesetze halten wie europäische und alle anderen Anbieter.
Aktienkurse bislang kaum verändert
Die Börsenkurse von DHL, SAP und Siemens zeigen bislang keine große Reaktion auf die US-Drohungen. Im Handel auf der Frankfurter Plattform Xetra gibt es aktuell (Stand: 18.12.2025, 11:57 Uhr) keine großen Ausschläge:
Die DHL-Aktie ist derzeit 0,2 Prozent im Minus zum Vortag und kostet 46,12 Euro. Seit Anfang November befindet sich die Aktie nach einem bis dahin schwierigen Jahr auf Erholungskurs. Im Monatsvergleich legte sie 8,0 Prozent zu, auf Jahressicht stieg der Kurs um 37,1 Prozent.
Die SAP-Aktie notiert 0,3 Prozent im Plus und kostet 207,50 Euro. Im Monatsvergleich büßte sie 0,8 Prozent ein, auf Jahressicht verlor sie 13,7 Prozent an Wert.
Die Siemens-Aktie ist aktuell 0,6 Prozent im Plus bei 234,00 Euro. Auf Monatssicht stieg der Kurs um 5,2 Prozent, im Jahresvergleich gewann er 20,2 Prozent.
Alle drei Unternehmen sind ECOreporter-Favoriten-Aktien aus der Kategorie Nachhaltige Dividendenkönige. Eine Einschätzung der Aktien lesen Sie etwa in unserem Dossier zur Entwicklung der Nachhaltigen Dividendenkönige.
Deutsche Post AG (DHL): ISIN DE0007164600 / WKN 716460
SAP SE: ISIN DE0007164600 / WKN 716460
Siemens AG: ISIN DE0007236101 / WKN 723610
(Aktuelle Kursdaten zu den Aktien erhalten Sie, wenn Sie auf das Symbol hinter der WKN klicken.)