Varta erwartet ein noch schlechteres Ergebnis als ursprünglich angenommen. / Foto: Unternehmen

  Nachhaltige Aktien

Varta kassiert Prognose – Kurs bricht einmal mehr ein

Der in der Krise steckende Batteriekonzern Varta blickt pessimistischer auf 2023. Das Unternehmen aus dem baden-württembergischen Ellwangen rechnet mit einem deutlich niedrigeren Ergebnis als zuvor erwartet.

Der Umsatz werde nur noch das untere Ende der bisherigen Spanne von 820 bis 870 Millionen Euro erreichen, teilte Varta am Mittwoch mit. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) soll zwischen 40 und 60 Millionen Euro liegen.

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Beim Umsatz hatte der Finanzmarkt bereits mit einem schwachen Wert gerechnet. Die EBITDA-Prognose liegt jedoch noch einmal deutlich unter den Erwartungen der Analysten. Der Varta-Umsatz war 2022 um ein Zehntel auf knapp 807 Millionen Euro gesunken, das bereinigte EBITDA hatte bei 69,5 Millionen Euro gelegen.

Laut Varta sank im ersten Halbjahr 2023 die Nachfrage, während die Lagerbestände bei Herstellern und Verbrauchern weiter hoch seien. Die Konzernführung hofft auf eine Besserung in der zweiten Jahreshälfte, die "traditionell" starke Geschäfte aufweise. Unter anderem erwartet Vorstandssprecher Markus Hackstein von der neuen Fabrik für Energiespeicher in Ellwangen einen positiven Impuls.

Finanzielle Schwierigkeiten

Auf Basis vorläufiger Zahlen erlöste Varta im zweiten Quartal rund 175 Millionen Euro und damit etwa 8,6 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Der EBITDA-Verlust lag bei 5 Millionen Euro nach einem positiven EBITDA von 30,8 Millionen ein Jahr zuvor.

Der Varta-Kurs stürzte nach Bekanntgabe der Zahlen ein weiteres Mal ab und ist im Xetra-Handel aktuell 8,7 Prozent im Minus zum Vortag. Die Aktie kostet 20,77 Euro (Stand: 26.7.2023, 10:28 Uhr).

Varta steckt in finanziellen Schwierigkeiten und musste sich mit seinen Banken auf einen Restrukturierungsplan einigen. ECOreporter berichtete etwa hier. Zuletzt hatte die Aktie sich etwas erholt, auf Monatssicht verzeichnet sie ein Plus von 15,4 Prozent. In den letzten zwölf Monaten hat der Kurs allerdings um 71,6 Prozent nachgegeben.

Varta versucht aktuell, sich neu auszurichten. Nachdem die Pläne für den Aufbau eines Geschäfts mit Akkus für Elektrofahrzeuge gescheitert sind und die Nachfrage bei den traditionellen Batterieangeboten sinkt, sucht das Unternehmen nach neuen Kunden. Gleichzeitig muss Varta wie mit den Gläubigerbanken vereinbart Kosten einsparen. Geplant ist unter anderem der Abbau von 800 Vollzeitstellen. ECOreporter sieht bei der Varta-Aktie erhebliche Unsicherheiten und rät von einem Einstieg in die Aktie ab.

Lesen Sie auch das ECOreporter-Dossier Batterien für Elektroautos: Welche Aktien sind jetzt attraktiv?

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