Veolia soll in Hongkong ein weiteres Großprojekt der Abfallwirtschaft realisieren. / Foto: Pixabay

  Nachhaltige Aktien

Veolia: Milliardenauftrag für Mülldeponie in Hongkong

Der Wasser- und Entsorgungskonzern Veolia hat durch die Umweltschutzbehörde in Hongkong den Zuschlag für die Planung, den Bau und den Betrieb einer Methanabscheidungsanlage für die Mülldeponie West New Territories (WENT) erhalten. Der Auftrag hat laut Veolia einen Wert von mehr als 2 Milliarden Euro und umfasst die gesamte Lebensdauer des Projekts von der Bauphase bis zur Nachsorge.

Das Projekt mit dem Namen West New Territories Extension (WENTX) soll über einen Zeitraum von 20 Jahren bis zu 90 Millionen Tonnen nicht wiederverwertbarer Abfälle verarbeiten. Die Anlage soll eine Methanabscheidungsrate von 90 Prozent erreichen.

Ausbau der Kreislaufwirtschaft

Aus dem Methan soll wiederum Ökostrom gewonnen werden, um 100 Prozent des Energiebedarfs der Anlage zu decken. Überschüssiges Biogas kann laut Veolia in Form von Strom oder Stadtgas in das städtische Netz eingespeist werden.

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WENTX soll zudem lokale Ressourcen für die Bauindustrie erzeugen. Das am Standort gewonnene Gestein wird demnach für die Landerschließung verwendet und ermöglicht es Hongkong, die Abhängigkeit von Importen zu verringern. Die WENT-Deponie liegt in der aufgeschütteten Meeresbucht Nim Wan.

"Wir sind sehr stolz darauf, dieses wichtige Projekt durchzuführen, das Teil einer nachhaltigen, weniger kohlenstoffintensiven Zukunft für Hongkong ist", so Estelle Brachlianoff, Vorstandsvorsitzende von Veolia. "Es ist ein wichtiger Schritt in der ökologischen Umgestaltung einer Region, die bis 2050 Kohlenstoffneutralität anstrebt. Unser ökologisches Lösungskonzept für die Abfallbewirtschaftung im Rahmen einer territorialen Kreislaufwirtschaft steht im Dienst dieses ehrgeizigen Ziels."

Die WENT-Deponie und ihre Schwesterdeponie North East New Territories (NENT) werden bereits von Veolia betrieben. Nach Angaben des Konzerns sind sie die ersten Deponien Hongkongs, die nach Standards der Internationalen Organisation für Normung zertifiziert sind und denen demnach eine hohe Ressourceneffizienz bei reduzierten Umweltauswirkungen bescheinigt wird.

Bereits heute nutzt Veolia Deponiegas zur Stromerzeugung vor Ort. Überschüssiges Deponiegas wird demnach entweder zu synthetischem Erdgas aufbereitet und an das örtliche Gaswerk als alternativer Heizstoff weitergeleitet oder von externen Stromerzeugungsanlagen für das lokale Stromnetz genutzt.

Gewinn deutlich gesteigert

Die Veolia-Aktie ist im Tradegate-Handel aktuell 1,1 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 27,32 Euro (Stand: 11.10.2023, 11:46 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 3,4 Prozent im Minus, im Jahresvergleich hat sie 41,6 Prozent zugelegt.

Veolia hat nach der langwierigen Übernahme des Konkurrenten Suez im ersten Halbjahr 2023 seinen Gewinn deutlich gesteigert. Allerdings haben sich mit der Suez-Übernahme Veolias Verbindlichkeiten auf 18,1 Milliarden Euro fast verdoppelt. Aktuell prüft der Konzern einen möglichen Verkauf seines Wasserleitungsgeschäfts in Frankreich, das Geld würde wohl zum Schuldenabbau genutzt werden.

Veolia steht wirtschaftlich gut da, das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktie für 2023 beträgt moderate 16. Nach Einschätzung von ECOreporter bieten sich weiterhin Einstiegsgelegenheiten, auch wegen der attraktiven erwarteten Dividendenrendite von 4,9 Prozent.

Aussichtsreiche Wasser-Investments finden sie auch in den ECOreporter-Dossiers Nachhaltiges Nass: Die besten Wasseraktien und Müll, Schrott, Recycling: Die besten Aktien der Kreislaufwirtschaft.

Veolia Environnement S. A.:  ISIN FR0000124141 / WKN 501451

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