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Verbio schneidet besser ab als erwartet – Aktie legt zu
Der deutsche Biokraftstoff-Hersteller Verbio aus Zörbig in Sachsen-Anhalt hat im zweiten Quartal seines Geschäftsjahres 2024/25 (Oktober bis Dezember) weniger Umsatz und Gewinn als im Vorjahr erzielt. Der Rückgang fiel allerdings schwächer aus als befürchtet. Die Aktie gewinnt erst deutlich, gibt dann aber wieder nach.
Verbios Umsatz sank in den drei Monaten bis Ende Dezember im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,5 Prozent auf knapp 394 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) lagt mit 20,8 Millionen Euro gut ein Fünftel niedriger als ein Jahr zuvor. Allerdings kehrte das Unternehmen damit operativ immerhin in die schwarzen Zahlen zurück.
Weiter Ärger um Biosprit aus China
Im ersten Halbjahr 2024/25 lag das EBITDA bei 14,3 Millionen Euro, nach 74,9 Millionen Euro im Vorjahr. Das Marktumfeld für Biokraftstoffe schwächte sich in den sechs Monaten laut Verbio weiter ab, und die durchschnittlichen Produktmargen lagen deutlich unter den Vorjahreswerten.
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Diese Entwicklung wurde "maßgeblich durch ein Überangebot von Treibhausgas-(THG)-Minderungen aufgrund der Betrugsfälle im deutschen Markt beeinflusst", so das Unternehmen. THG-Quoten werden gesetzlich festgelegt, Ölunternehmen können sie unter anderem erfüllen, indem sie Biosprit kaufen und diesen ihrem fossilen Treibstoff beimischen – für Verbio ein wichtiges Geschäft.
Allerdings gibt es solchen Biokraftstoff mittlerweile in großen Mengen und zu niedrigen Preisen aus China. Deutsche Hersteller gehen davon aus, dass dieser angebliche Biokraftstoff in China systematisch falsch deklariert und statt aus Abfällen etwa aus frischem Palmöl hergestellt wird. ECOreporter berichtete hier.
Analysten hatten im Schnitt sowohl beim Umsatz als auch beim EBITDA mit deutlich drastischeren Rückgängen bei Verbio gerechnet. Unter dem Strich verzeichnete das Unternehmen einen Verlust von 3,5 Millionen Euro, nach einem Gewinn von 800.000 Euro im Vorjahreszeitraum.
Im Januar hatte der Konzern eine Gewinnwarnung veröffentlicht, die Aktie war daraufhin stark eingebrochen. Die gesenkte Prognose bestätigte Verbio jetzt: Für das Gesamtjahr bis Ende Juni erwartet Verbio ein EBITDA im mittleren zweistelligen Millionenbereich.
Risiko ist hoch
Der Vorstand gehe "nach eingehender Prüfung davon aus, dass sich die THG-Quotenpreise für offene THG-Quotenmengen bis zum Ende des Geschäftsjahres nicht ausreichend erholen werden", hieß es Mitte Januar. Auf das gesamte Kalenderjahr gesehen geht Verbio aber davon aus, dass sich die Erholung beschleunigen wird.
Die Verbio-Aktie gewann nach Präsentation der Zahlen am gestrigen Mittwoch zwischenzeitlich bis zu 12 Prozent, am Ende des Handelstages schloss sie 7 Prozent im Plus. Aktuell ist die Aktie allerdings dabei, diese Gewinne wieder abzugeben, im Xetra-Handel notiert sie 5,2 Prozent im Minus bei 9,40 Euro (Stand: 13.2.2025, 10:33 Uhr). Auf Monatssicht notiert die Aktie 5,9 Prozent im Plus, im Jahresvergleich hat sie 55 Prozent ihres Werts abgegeben.
Für den Börsenkurs von Verbio geht es seit Ende 2022 fast ununterbrochen abwärts, auf drei Jahre betrachtet ist die Aktie 82 Prozent im Minus. Die Aussichten für das Unternehmen sind gerade im Hinblick auf die Entwicklung bei den THG-Quoten unsicher. Für ECOreporter bleibt Verbio ein Investment mit erhöhtem Risiko. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktie ist mit 67 für das laufende Geschäftsjahr zudem sehr hoch.
Verbio Vereinigte BioEnergie AG: ISIN DE000A0JL9W6 / WKN A0JL9W
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