Enapter gewinnt neue Kunden. Doch um das größte Projekt des Konzerns ist es ruhig geworden. / Foto: Unternehmen

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Wasserstoff: Enapter gewinnt Neukunden in Europa und Asien

Das Berliner Wasserstoffunternehmen Enapter hat nach eigenen Angaben neue Kunden für seine sogenannten AEM-Elektrolyseure zur Erzeugung von grünem Wasserstoff gewonnen. Bestellungen kommen demnach aus Europa und Asien.

Zu den neu gewonnenen Kunden zählt unter anderem ein britisches Clean-Tech-Unternehmen, an das Enapter 40 Elektrolyseure vom Typ EL 4 liefern wird. 20 weitere EL 4 sollen an ein Industrieunternehmen in Thailand gehen. Die Auslieferungen sind im Verlauf des Geschäftsjahres 2024 vorgesehen. Die Namen der Kunden nannte Enapter nicht.

Produktpalette wird ausgebaut

Im dritten Quartal dieses Jahres hatte Enapter seine Produktpalette erweitert und unter dem Markennamen "AEM Flex 120" einen Wasserstoffgenerator mit einer Kapazität von 70 bis 480 Kilowatt (kW) eingeführt. Laut Enapter werden die Wasserstoffgeneratoren des Unternehmens aktuell weltweit bei mehr als 340 Firmen in über 50 Ländern eingesetzt.

Enapters Produktion findet aktuell noch stückweise in Italien statt. Eine echte Massenproduktion von Elektrolyseuren will das Unternehmen mit dem sogenannten Enapter Campus aufbauen, einem mehr als 80.000 Quadratmeter großen Forschungs- und Entwicklungsstandort im nordrhein-westfälischen Saerbeck nahe Münster.

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Zuletzt ist es still geworden um das Campus-Projekt. Im Mai 2023 hatte Enapter seinen ersten Elektrolyseur im Megawatt-Bereich vorgestellt, dieser soll ab 2024 in Vorserie und "mittelfristig in Serie" auf dem Campus gefertigt werden. Ursprünglich war der Beginn der Produktion in Saerbeck für Ende 2022 angekündigt worden. Die Fertigung sollte dann "schrittweise automatisiert und in die Massenproduktion überführt werden" mit dem Ziel der Herstellung von 10.000 Elektrolyseuren im Monat.

Einen aktualisierten Stand oder Zeitplan meldete das Unternehmen zuletzt nicht mehr – allerdings wurden auch keine Probleme kommuniziert. Im August hat der Konzern Stellenanzeigen etwa für Ingenieure und die Buchhaltung für den Standort Saerbeck veröffentlicht, aktuell werden laut Enapter-Website weiterhin Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den Vertrieb am Campus gesucht.

Neuer Co-Chef

Im Juni hatte Enapter neben dem bisherigen Chef Sebastian-Justus Schmidt einen weiteren Co-CEO bestellt. Der Manager und Ingenieur Jürgen Laakmann bringt laut Unternehmen "20 Jahre Management-Erfahrung, unter anderem in der Strategieberatung und in den Bereichen Automotive und Tech" mit. Spezialisiert ist er laut Enapter auf die Bereiche Private Equity und Mergers & Acquisitions – also Firmenübernahmen.

Die Enapter-Aktie ist im Tradegate-Handel aktuell 2,6 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 8,72 Euro (Stand: 27.11.2023, 11:53 Uhr). Im Monatsvergleich notiert die Aktie 17,4 Prozent im Minus, auf Jahressicht hat sie 50,8 Prozent an Wert verloren. Seit dem Börsenstart im Oktober 2020 ist der Kurs um knapp 84 Prozent eingebrochen.

Die Enapter-Aktie ist wie viele Wertpapiere aus dem Wasserstoff-Sektor ein spekulatives Investment. Aber auch Anlegerinnen und Anleger, die eine Wette auf Enapter eingehen möchten und bereit sind, einen möglichen Verlust des eingesetzten Kapitals in Kauf zu nehmen, sollten Neuigkeiten zum Campus und den Plänen zur Serienfertigung abwarten.

Lesen Sie für mehr Informationen zu Wasserstoff-Investments das ECOreporter-Dossier Von Plug Power bis Linde: Das sind die besten Wasserstoff-Aktien.

Enapter AG: ISIN DE000A255G02 / WKN A255G0

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