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Wasserstoff: Enapter gibt Campus-Pläne auf – keine Massenfertigung
Das Berliner Wasserstoffunternehmen Enapter wird keine Wasserstoffgeneratoren – sogenannte Elektrolyseure – im industriellen Maßstab an seinem "Enapter Campus" produzieren. Das erklärt das Unternehmen in einer Börsenmitteilung. Im Rahmen einer "Strategieanpassung" will sich Enapter bei der Fertigung neu ausrichten.
Künftig liegt der Fokus demnach auf der Produktion des sogenannten Stacks, des patentgeschützten Kerns jedes AEM-Elektrolyseurs, der für die Wasserstoffproduktion verantwortlich ist. Eigene Elektrolyseure will Enapter künftig in einer Partnerschaft mit der chinesischen Wolong-Gruppe anbieten, wobei das Berliner Unternehmen nur noch die Stacks in den Geräten verbaut.
Keine Massenfertigung in Saerbeck
Die Montage aller weiteren Systeme jenseits des Stacks, die für einen Elektrolyseur vonnöten sind – dazu gehören Wassertanks, Rohr- und Leitungssysteme sowie das Gehäuse – wird demnach der chinesische Partner übernehmen. Zudem sollen Industriepartner die Lizenz erwerben können, Enapters AEM-Wasserstoffkerne in eigenen Elektrolyseuren zu installieren. Die Stack-Fertigung soll im bestehenden Enapter-Werk im italienischen Pisa stattfinden.
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Bislang produzierte Enapter die Elektrolyseure vollständig selbst. An seinem Enapter Campus, einem Forschungs- und Produktionszentrum im nordrhein-westfälischen Saerbeck, wollte das Unternehmen im großen Maßstab Elektrolyseure im Megawattbereich herstellen, in denen bis zu 420 einzelne Stacks verbaut sind. Noch im Januar hatte Enapter-Chef Jürgen Laakmann in einem Interview erklärt, ein Hochfahren der Produktion in Saerbeck sei ab 2025 möglich.
Nun erklärte Enapter, es sei "zu erwarten, dass eine Produktionserweiterung in Saerbeck kurz- und mittelfristig nicht erfolgen wird". Die Hallen und Büroflächen in Saerbeck sollen stattdessen vermietet werden. Das Unternehmen erhofft sich durch eine Vollvermietung jährliche Einnahmen von rund 2 Millionen Euro. Die Verträge sollen so gestaltet werden, dass bei einer deutlich erhöhten Nachfrage nach zusätzlichen Produktionskapazitäten eine Stack-Produktion in Saerbeck aufgenommen werden kann.
Die Enapter-Aktie gewann am Freitag 5,8 Prozent an Wert, aktuell notiert sie im Xetra-Handel weitere 4,3 Prozent im Plus bei 5,30 Euro (Stand: 3.6.2024, 9:12 Uhr). Im Monatsvergleich ist die Aktie 4,3 Prozent im Plus, auf Jahressicht hat sie 56,4 Prozent ihres Werts eingebüßt. In den vergangenen fünf Jahren gab der Kurs um knapp 90 Prozent nach.
ECOreporter hat die Enapter-Aktie bislang zwar als hochspekulativ betrachtet, aufgrund der Campus-Pläne aber auch als interessant. Mit der Absage der Massenfertigung sieht die Redaktion nun eine ungewisse Zukunft für das Unternehmen. Bislang werden keine Gewinne erwirtschaftet. Dass dies nur mit einer (bislang händischen) Fertigung von Elektrolyseur-Komponenten in Italien gelingen kann, scheint unwahrscheinlich.
Zudem dürfte die Absage der Produktionserweiterung auf eine schwache Nachfrage zurückzuführen sein. Das ist ein schlechtes Zeichen für die Wasserstoffbranche insgesamt, die nach der großen Euphorie 2021 in den letzten Jahren an der Börse deutlich gelitten hat. Einen Überblick zu Wasserstoff-Investments bietet das ECOreporter-Dossier Von SFC Energy bis Linde: Das sind die besten Wasserstoff-Aktien.
Enapter AG: ISIN DE000A255G02 / WKN A255G0