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Wasserstoff: Plug Power meldet Meilenstein – Aktie bleibt unter Druck
Das US-amerikanische Wasserstoffunternehmen Plug Power hat nach eigener Aussage einen Meilenstein bei der Elektrolyseur-Kapazität erreicht. Weltweit sind demnach nun Wasserstoffgeneratoren des Unternehmens mit einer Kapazität von mehr als 95 Megawatt (MW) in Betrieb. Von seinen ursprünglichen Zielen für Wasserstoffproduktion und Umsatz ist das Unternehmen aber weit entfernt.
Nach Angaben von Plug Power haben die Elektrolyseure des Unternehmens bislang insgesamt über 1.500 Tonnen Wasserstoff produziert. Vertrieben werden die Systeme mit einer Kapazität von 1 bis 40 MW. Die Standorte der Elektrolyseure erstrecken sich über mehrere Regionen in Nordamerika, Europa, Afrika, Asien und Neuseeland.
US-Politiker stellt wichtigen Kredit infrage
Aktuell plant Plug Power, in diesem Jahr weitere 37 Anlagen auszuliefern und in Betrieb zu nehmen, wodurch die Kapazität in der zweiten Hälfte des Jahres 2024 voraussichtlich um 40 Tonnen Wasserstoff pro Tag steigen wird. "Wenn weitere Anlagen auf der ganzen Welt in Betrieb genommen werden und ihre volle Kapazität erreichen, wie der kürzlich angekündigte 25-MW-Elektrolyseur für den europäischen Markt, werden die Elektrolyseursysteme von Plug 93 Tonnen Wasserstoff pro Tag produzieren", erklärte Plug Power-Chef Andy Marsh.
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Auf den Börsenkurs von Plug Power hatte die Mitteilung bislang keinen Einfluss: Der Kurs der Aktie notiert im Tradegate-Handel aktuell zum Vortag praktisch unverändert bei 2,38 Euro (Stand: 10.7.2024, 11:02). Die letzten Wochen waren für die Plug Power-Aktie einmal mehr schwierig: Im Juni gab der Kurs um rund 30 Prozent nach.
Der Grund dafür war die US-Politik. Nachdem Plug Power Ende 2023 eine Warnung herausgegeben hatte, dass die Fortführung des Geschäfts gefährdet sei, teilte das Unternehmen im März mit, dass die finanziellen Probleme vorerst gelöst seien. Neben dem Verkauf von Aktien an die Investmentbank B. Riley Securities erwarte man vom US-Energieministerium (Department of Energy; DOE) ein Darlehen in Höhe von 1,7 Milliarden Dollar.
Im Mai erhielt Plug Power sogar eine bedingte Zusage des DOE für ein Darlehen von bis zu 1,66 Milliarden Dollar zur Finanzierung des Baus von bis zu sechs Anlagen zur Herstellung von grünem Wasserstoff. Im Juni folgte allerdings eine kalte Dusche: Der republikanische US-Senator John Barrasso, ein ranghohes Mitglied des Senatsausschusses für Energie und natürliche Ressourcen, forderte den Generalinspektor des DOE auf, die bedingte Zusage des Ministeriums an Plug Power zu untersuchen. ECOreporter berichtete hier.
Grund sind laut Barasso mögliche Interessenkonflikte beim Leiter des DOE-Büros für Darlehensprogramme, Jigar Shah. Shah war vor seiner Tätigkeit im Ministerium Mitbegründer eines Unternehmens, das Plug Power während Shahs Zeit im Vorstand Geld geliehen hatte. Dieses Darlehen hatte Plug Power vorzeitig zurückgezahlt, als das Unternehmen begann, einen DOE-Kredit zu beantragen. Zudem kritisierte Barasso grundsätzlich, dass ein Kredit an ein Unternehmen in der finanziellen Situation von Plug Power vergeben wurde.
Ursprüngliche Ziele in weiter Ferne
Plug Power steckt tief in den roten Zahlen. Zwar stieg der Umsatz 2023 um 27 Prozent, blieb mit 891 Millionen Dollar aber weit hinter den angepeilten 1,2 Milliarden Dollar zurück. Gleichzeitig verdoppelte sich der Nettoverlust fast auf 1,4 Milliarden Dollar. Die Bruttomarge lag bei minus 54 Prozent.
Das erklärte Ziel von Plug Power ist der Aufbau einer Wasserstoff-Infrastruktur für Nordamerika. Ursprünglich plante das Unternehmen, bis 2025 in Nordamerika 500 Tonnen Wasserstoff pro Tag zu produzieren und seinen Umsatz auf 3 Milliarden Dollar zu steigern. Von beiden Zielen ist das Unternehmen aktuell weit entfernt, trotz eines angeblichen Meilensteins. Stattdessen drohte zwischenzeitlich die Pleite – eine Sorge, die Analysten angesichts der Einwände gegen das DOE-Darlehen offenbar nicht ausgeräumt sehen.
ECOreporter rät Anlegerinnen und Anlegern weiterhin, einen Bogen um die Aktie zu machen. Auch als Wette erscheinen die Erfolgsaussichten aktuell gering. Innerhalb der letzten drei Jahre hat zudem die Wasserstoff-Euphorie an der Börse deutlich nachgelassen, in dieser Zeit hat die Plug Power-Aktie 90 Prozent ihres Wertes abgegeben.
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Plug Power Inc.: ISIN US72919P2020 / WKN A1JA81