Thyssenkrupp Nucera wird voraussichtlich Wasserstoff-Module nach Finnland liefern. / Foto: imago images, Hans Blossey

  Nachhaltige Aktien

Wasserstoff: Thyssenkrupp Nucera kooperiert mit Kraftstoffhersteller Neste

Der Dortmunder Wasserstoffhersteller Thyssenkrupp Nucera und der finnische Mineralölkonzern und Kraftstoffhersteller Neste planen die Zusammenarbeit bei einem Projekt zur Integration eines 120-Megawatt-Wasserstoffgenerators (Elektrolyseur) in einer Neste-Raffinerie in Finnland. Grüner Wasserstoff soll so fossil hergestellten ersetzen.

Neste ist auch ein Hersteller von nachhaltigem Flugkraftstoff, erneuerbarem Diesel und erneuerbaren Rohstoffen für die Chemieindustrie. Ein Porträt des Unternehmens können Sie hier lesen.

Wasserstoff soll Raffinerie "zur nachhaltigsten Europas machen"

Der Vertrag mit Thyssenkrupp Nucera umfasst laut Mitteilung die Lieferung von sechs 20-Megawatt-Modulen, die zu einem Elektrolyseur mit einer installierten Gesamtleistung von 120 Megawatt (MW) kombiniert werden sollen. Mit zu der Vereinbarung gehören auch entsprechende Beratungsleistungen. Wie schätzt ECOreporter die Thyssenkrupp Nucera-Aktie ein?

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„Unser Projekt ist eines der größten Entwicklungsprojekte für die Produktion von grünem Wasserstoff in europäischen Raffinerien und unterstützt unser Ziel, die Neste-Raffinerie in Porvoo bis 2030 zur nachhaltigsten Raffinerie Europas zu machen", erklärte Neste-Manager Markku Korvenranta. "Der grüne Wasserstoff würde in erster Linie in den Prozessen der Raffinerie verwendet werden, um den aus fossilen Rohstoffen hergestellten Wasserstoff zu ersetzen. Es wird erwartet, dass die Investitionsentscheidung im Laufe des Jahres 2024 getroffen wird."

Neste will zudem prüfen, ob die bei der Produktion von grünem Wasserstoff in der Raffinerie entstehende Wärmeenergie für die Fernwärmeversorgung genutzt werden kann. Eine entsprechende Vorstudie wurde dem Unternehmen zufolge in Auftrag gegeben.

Thyssenkrupp Nucera hat nach eigenen Angaben weltweit verbindliche Verträge über mehr als 3 Gigawatt Elektrolyseleistung unterzeichnet. Das Unternehmen liefert seine 20-MW-Module etwa für eine Elektrolyse-Anlage des US-Industriegasekonzerns Air Products in Saudi-Arabien. Mit einer Kapazität von über 2 Gigawatt ist dieses eines der größten Wasserstoff-Projekte der Welt.

Thyssenkrupp Nucera ist im Juli 2023 an die Börse gegangen, um seine Wachstumspläne voranzutreiben. Seit dem 18. September ist die Aktie Mitglied im Kleinwerte-Index SDAX der Frankfurter Börse. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen inklusive seiner Zeit als Sparte des Industriekonzerns Thyssenkrupp mehr als 600 Projekte mit einer Gesamtkapazität von mehr als 10 Gigawatt installiert und verfügt über umfangreiches Know-how in Planung, Beschaffung und Bau von elektrochemischen Anlagen.

Spekulative Aktie, erst kurz an der Börse

Die Thyssenkrupp Nucera-Aktie ist im Handel an der Frankfurter Börse aktuell 1 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 18,20 Euro (Stand: 11.10.2023, 10:12 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 10 Prozent im Minus, seit Börsenstart im Juli hat sie 9,9 Prozent an Wert eingebüßt.

Thyssenkrupp Nucera ist eine prinzipiell interessante Aktie im größtenteils aber spekulativen Wasserstoffsektor. Lesen Sie hierzu den ECOreporter-Überblick Von Bloom Energy bis Linde: Das sind die spannendsten Wasserstoff-Aktien. Für eine belastbare Bewertung des Konzerns ist es noch zu früh, bislang zeigt der Trend der Aktie nach einem zunächst eher erfolgreichen Börsenstart deutlich nach unten.

Anlegerinnen und Anleger sollten hier die Entwicklung der Geschäfte und des Aktienkurses abwarten. Aktuell empfiehlt ECOreporter den Einstieg nicht.

Thyssenkrupp Nucera AG & Co. KGaA: ISIN DE000NCA0001 / WKN NCA000

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