Windpark von SoWiTec in Brasilien. / Foto: SoWiTec

  Anleihen / AIF, Wachhund

Zweiter Anlauf: SoWiTec möchte Anleiherückzahlung verschieben

Beim ersten Versuch hat es der angeschlagene Erneuerbare-Energien-Projektentwickler SoWiTec erwartungsgemäß nicht geschafft, die Teilrückzahlung einer Anleihe um ein halbes Jahr nach hinten zu verlegen. Jetzt nimmt das Unternehmen aus Sonnenbühl in Baden-Württemberg einen zweiten Anlauf.

Konkret möchte SoWiTec die am 8. November 2025 fällig werdende Teilrückzahlung seiner Anleihe 2018/2026 (ISIN DE000A2NBZ21) in Höhe von knapp 2,3 Millionen Euro bis zum 8. Mai 2026 verschieben. Hierfür benötigt das Unternehmen die Zustimmung der Anleihegläubiger und hatte deshalb für diese Woche zu einer Abstimmung ohne Versammlung aufgerufen.

Allerdings gaben nur etwas mehr als 12 Prozent der Anleihegläubiger ihre Stimme ab, für eine Beschlussfassung wären 50 Prozent nötig gewesen. Dass Anleihebedingungen nicht bei der ersten Abstimmung geändert werden können, kommt häufig vor und war auch in diesem Fall von SoWiTec erwartet worden.

SoWiTec zahlt Teilnahmevergütung

Für den zweiten Versuch braucht es nur 25 Prozent der Gläubigerstimmen. Diesmal findet die Versammlung am 8. Oktober in Präsenz in Sonnenbühl statt. Die Einladung dazu wurde gestern im Bundesanzeiger und auf der Unternehmenswebsite veröffentlicht.

Im Fall einer erfolgreichen Beschlussfassung will SoWiTec allen Gläubigern, die an der zweiten Versammlung teilnehmen, einen Betrag in Höhe von 0,5 Prozent ihres Anleihewertes, mindestens jedoch 75 Euro, überweisen. Das Formular für die Beantragung der Teilnahmevergütung steht auf der Unternehmenswebsite zum Download zur Verfügung.

Die am 8. November fällig werdenden Zinszahlungen der Anleihe in Höhe von rund 400.000 Euro sollen fristgerecht und vollständig geleistet werden, sie sind nicht Bestandteil der Änderungsvorschläge.

Mehr zur wirtschaftlichen Situation von SoWiTec und den Anleihen des Unternehmens erfahren Sie im Premium-Bereich.

Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.

SoWiTec hat bereits seit Jahren finanzielle Probleme und bezeichnet seine Liquiditätslage als „nach wie vor angespannt“. Die freien Finanzmittel sind Unternehmensangaben zufolge seit Anfang 2024 von 3,4 auf 1,4 Millionen Euro geschrumpft.

SoWiTec gibt an, sich derzeit „in fortgeschrittenen Verhandlungen mit Investoren bezüglich der Veräußerung eines Teilportfolios mit 80 MW in Deutschland“ zu befinden. Mit den daraus resultierenden Einnahmen soll auch die Teilrückzahlung der Anleihe finanziert werden. Sollte sich der Verkauf jedoch verzögern, könnte ein Liquiditätsengpass entstehen – daher möchte das Unternehmen die Zahlung verschieben.

SoWiTec hatte die Laufzeit der Anleihe bereits Ende 2023 wegen fehlender Liquidität um drei Jahre bis November 2026 verlängert und den Zins von 6,75 auf 8 Prozent angehoben (ECOreporter berichtete hier). Derzeit notiert die Anleihe an der Frankfurter Börse bei 81,00 Prozent ihres Nennwertes (Stand 24.9.2025, 8:01 Uhr). Die jüngere SoWiTec-Anleihe 2023/2028 steht bei 70,00 Prozent (24.9.2025, 8:01 Uhr).

ECOreporter hat die Anleihe 2023/2028 hier analysiert. Die Redaktion rät wegen der hohen Risiken bei beiden Anleihen von einem Investment ab.

SoWiTec-Anleihe 2018/2026: ISIN DE000A2NBZ21 / WKN A2NBZ2

SoWiTec-Anleihe 2023/2028: ISIN DE000A30V6L2 / WKN A30V6L

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