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Nachhaltige Aktien, Fonds / ETF
Ökoworld steigert verwaltetes Vermögen, wird für Gesamtjahr pessimistischer
Der börsennotierte grüne Finanzanbieter Ökoworld hat das verwaltete Vermögen im ersten Halbjahr 2024 steigern können – zuletzt ist dieses aber wieder gesunken. Der Umsatz ging in den ersten sechs Monaten leicht zurück, dafür stieg der Gewinn. Alle fünf Ökoworld-Fonds waren laut dem Unternehmen aus Hilden bei Düsseldorf im ersten Halbjahr im Plus.
Jahresziel wird in Frage gestellt
Das verwaltete Vermögen der Ökoworld-Fonds stieg ausgehend von 3 Milliarden Euro zum Jahresanfang bis zum 30. Juni 2024 auf gut 3,2 Milliarden Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Alle fünf Fonds entwickelten sich im ersten Halbjahr demnach positiv, die Nettomittelabflüsse von 193 Millionen Euro wurden "durch die positive Performance überkompensiert".
Im Juli und August war das verwaltete Vermögen allerdings rückläufig und bewegte sich wieder bei 3,0 Milliarden Euro, wie Ökoworld mitteilte. Die fünf Ökoworld-Fonds tragen das anspruchsvolle ECOreporter-Nachhaltigkeitssiegel. Ausführliche Tests zu den Fonds von Ökoworld und anderen Anbietern können Sie hier lesen.
Wie läuft die Ökoworld-Aktie?
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Der Umsatz von Ökoworld erreichte im ersten Halbjahr 31,8 Millionen Euro gegenüber 33,2 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg gleichzeitig um 3,6 Prozent auf 17,2 Millionen Euro. Grund dafür war laut Unternehmen im Wesentlichen der Rückgang des Materialaufwands, in dem im Vorjahr noch die zum Jahreswechsel eingestellte TV-Werbung enthalten war. Unter dem Strich verbesserte sich der Nettogewinn vor allem dank des gestiegenen Zinsniveaus um 7,4 Prozent auf 13,5 Millionen Euro.
Der Konzern bleibt zudem solide finanziert. Bei einer Eigenkapitalquote von 90,6 Prozent verfügte Ökoworld zum Ende Juni über liquide Mittel von 135,7 Millionen Euro. In "einer Mischung aus Nachholbedarf und Weiterentwicklung" stockte Ökoworld die Belegschaft seit Jahresbeginn um 15 Personen auf. Neben Ressorts wie Compliance und Risikomanagement wurde demnach insbesondere der Banken- und Vermittlervertrieb personell gestärkt.
Allerdings haben sich die Aussichten, die gesetzten Ziele für das Gesamtjahr zu erreichen, "in den letzten Wochen eingetrübt", wie das Unternehmen erklärte. Zu Beginn des Geschäftsjahres hatte der Vorstand ein "moderates Wachstum bei Umsatz und Ergebnis" in Aussicht gestellt.
Das wesentliche Problem ist der jüngste Rückgang bei den Kundengeldern. Sollte sich das verwaltete Vermögen in den verbleibenden Monaten des zweiten Halbjahres wieder erhöhen, könne das angestrebte moderate Umsatzwachstum noch erreicht werden, erklärte Ökoworld. Beim Ergebnis sehe der Vorstand weiterhin gute Chancen, den Vorjahreswert zu übertreffen oder zumindest zu erreichen.
"2024 ist ein Jahr der Konsolidierung. Unser gesamtes Team arbeitet intensiv daran, das im vergangenen Jahr beschädigte Vertrauen wiederzugewinnen, die Nettomittelabflüsse in unseren Fonds zu stoppen und die Unternehmensgruppe weiterzuentwickeln", erklärte Ökoworld-Vorstandsmitglied Torsten Müller. "Wir bewahren unsere DNA, wir sind und bleiben Überzeugungstäter des ökologisch-sozialen Investierens – und zugleich modernisieren, professionalisieren und digitalisieren wir Ökoworld. Parallel bereiten wir ein Re-Branding im Jubiläumsjahr 2025 vor. Während unser kraftvoller Markenkern und unsere klare Haltung unverändert bleiben, werden wir im Auftritt markante neue Akzente setzen."
Stark abhängig von der Entwicklung an den Finanzmärkten
Im Xetra-Handel ist die Ökoworld-Aktie nach Mitteilung der Zahlen aktuell 1,0 Prozent im Plus zum Freitag und kostet 29,80 Euro (Stand: 30.9.2024, 9:02 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 4,6 Prozent im Plus, im Jahresvergleich hat sie 12,0 Prozent an Wert gewonnen.
In den letzten Jahren schwankte die Ökoworld-Aktie stark. Auf drei Jahre gesehen hat sie 70 Prozent an Wert verloren, auf fünf Jahre ist sie 113 Prozent im Plus. Seit November 2021 ist der Kurs überwiegend gesunken, weil sich die zuvor sehr gut gelaufenen Ökoworld-Fonds deutlich schwächer entwickelten und weniger Zusatzgebühren für Wertsteigerungen einbrachten. Die Aktie war 2021 zudem auch klar überbewertet.
ECOreporter hat wiederholt darauf hingewiesen, dass die Ökoworld-Aktie eine Wette auf die allgemeine Entwicklung an den Börsen ist. Der Konzernerfolg hängt stark von Vertriebsgebühren und den variablen Erfolgsvergütungen der Fonds ab.
Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 4 für 2024 ist die Aktie derzeit niedrig bewertet. Die erwartete Dividendenrendite für 2024 liegt bei attraktiven 7,5 Prozent. Ein Investment für risikofreudige Anlegerinnen und Anleger.
Ökoworld AG: ISIN DE0005408686 / WKN 540868