Die Anlage in Hessen produziert jährlich 450 Tonnen grünen Wasserstoff. / Foto: ABO Energy

  Nachhaltige Aktien, Erneuerbare Energie, Aktien-Favoriten

ABO Energy verkauft Wasserstoffprojekt in Hessen

Der Wiesbadener Erneuerbare-Energien-Konzern ABO Energy verkauft ein hessisches Wasserstoffprojekt an die bayerische Tyczka Hydrogen GmbH. Zum Sanierungskonzept des ECOreporter-Aktien-Favoriten gibt es weiter keine Neuigkeiten.

Wie ABO Energy mitteilte, besteht die Anlage im hessischen Hünfeld-Michelsrombach aus einem Elektrolyseur zur Produktion von grünem Wasserstoff, einer Wasserstoff-Tankstelle und einer Trailer-Abfüllstation. Das Projekt wurde im Sommer 2025 in Betrieb genommen, der Elektrolyseur produziert demnach jährlich bis zu 450 Tonnen Wasserstoff. Der dafür benötigte Strom kommt aus Wind- und Solarparks.

Weiter keine Details zu Sanierungskonzept

Das Projekt wurde laut ABO Energy im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) mit insgesamt zwölf Millionen Euro durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) gefördert. Fördermittel dieser Maßnahme werden auch im Rahmen des Deutschen Aufbau- und Resilienzplans (DARP) über die europäischen Aufbau- und Resilienzfazilitäten (ARF) im Programm NextGenerationEU bereitgestellt.

"Wir haben dieses komplexe Projekt von der Planung über die Errichtung bis zur Inbetriebnahme erfolgreich umgesetzt. Umso mehr freuen wir uns, mit Tyczka Hydrogen einen starken Käufer gefunden zu haben", sagt ABO Energy-Geschäftsführer Karsten Schlageter. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht.

Weiter keine Neuigkeiten gibt es zum Sanierungskonzept von ABO Energy. Das Unternehmen ist unter anderem wegen Fehleinschätzungen zur Rentabilität neuer Projekte in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Für das noch nicht abgerechnete Geschäftsjahr 2025 musste das Management zwei Gewinnwarnungen veröffentlichen, mittlerweile wurde auch die Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2026 gestrichen. Nach eigenen Angaben bescheinigt ein vorläufiges Gutachten aus dem Mai dem Unternehmen grundsätzlich die Sanierungsfähigkeit. Details zum Sanierungsplan hat ABO Energy bislang aber nicht veröffentlicht.

Klar ist bislang lediglich, dass ABO Energy sich von weniger profitablen Tochtergesellschaften trennen und aus Märkten aussteigen will, in denen das Unternehmen zu geringe Wachstumschancen sieht. Zuletzt gabe ABO Energy den Verkauf seiner Tochtergesellschaften in Ungarn und Polen bekannt, bereits zuvor hatte sich das Unternehmen vom Geschäft in Griechenland und einem Großteil der finnischen Windkraftpipeline getrennt.

Aktie hat stark gelitten

Für die ABO Energy-Aktie geht es an der Börse weiter abwärts. Im Xetra-Handel ist sie aktuell 2,4 Prozent im Minus zum Vortag und kostet 3,31 Euro (Stand: 19.8.2026, 11:15 Uhr). Auf Monatssicht verlor die Aktie 9,1 Prozent, auf ein Jahr gesehen büßte sie 91,3 Prozent ihres Werts ein.

Die ABO Energy-Anleihe Green Bond 2024/2029 notiert im Handel an der Börse Stuttgart bei 16,00 Prozent ihres Nominalwertes (Stand: 19.8.2026, 12:01 Uhr). Vor der ersten Gewinnwarnung im November 2025 stand sie bei 103 Prozent.

Anfang August hatte ABO Energy seine Stillhaltevereinbarung mit Finanzierungspartnern bis Ende November verlängert. Das bedeutet, dass beispielsweise Banken während der Verhandlungen über ein Sanierungskonzept ihre Finanzierungen nicht außerordentlich kündigen. Mehr dazu und eine aktuelle Einschätzung der ABO Energy-Aktie lesen Sie hier.

Mehr zu Erneuerbare-Energie-Aktien erfahren Sie in den zweiteiligen ECOreporter-Übersichten zu Windaktien und zu Solaraktien.

ABO Energy Aktie:  ISIN DE0005760029 / WKN 576002

ABO Wind/Energy Green Bond 2024/2029: ISIN DE000A3829F5 / WKN A3829F

(Aktuelle Kursdaten zur Aktie erhalten Sie, wenn Sie auf das Symbol hinter der WKN klicken.)

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